Was macht ein Event Sales Manager?
Event Sales Manager verkaufen Veranstaltungen, bevor sie stattfinden. Der Gegenstand unterscheidet sich je nach Arbeitgeber: In Hotels und Kongresszentren geht es um Tagungsräume, Bankette und Rahmenprogramme samt Zimmerkontingenten, bei Messeveranstaltern um Ausstellungsflächen und Sponsoringpakete, bei Locations und Cateringbetrieben um komplette Veranstaltungspakete inklusive Technik, Personal und Speisenkonzept.
Der Alltag besteht aus Anfragen, die per Mail, Telefon oder über Buchungsplattformen eingehen, aus Angeboten, die auf Basis von Personentagen, Raumkapazitäten und Zusatzleistungen kalkuliert werden, und aus Besichtigungsterminen, bei denen Kunden die Räume sehen wollen. Dazu kommen Verhandlungen über Preise, Stornofristen und Mindestumsätze, die Pflege des Belegungskalenders, Rahmenvereinbarungen mit Firmenkunden und Agenturen sowie die Detailabstimmung kurz vor der Veranstaltung. Ein Teil der Rolle ist reine Bestandsbetreuung wiederkehrender Kunden, ein anderer aktive Neukundengewinnung über Kaltakquise, Messen und Branchennetzwerke. Meist arbeitet die Position ohne Personalverantwortung; in größeren Häusern führt ein Head of Sales oder Director of Sales ein Team.
Wie wird man Event Sales Manager?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung im Hotelfach oder in der Veranstaltungsbranche, oft als Hotelfachfrau, Veranstaltungskauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, mit anschließendem Wechsel in den Verkauf. Ebenso verbreitet sind Studiengänge in Tourismus-, Hotel- oder Eventmanagement sowie BWL mit Schwerpunkt Marketing. Ein formaler Abschluss ist selten Pflicht, Branchenkenntnis dagegen fast immer.
Quereinstieg gelingt regelmäßig aus der Gastronomie und dem Bankettservice: Wer weiß, wie ein Bankett organisatorisch funktioniert, kann es glaubwürdig verkaufen. Auch aus dem Vertriebsinnendienst anderer Branchen kommen Bewerber, müssen sich dann aber schnell in Kalkulation und Ablauflogik von Veranstaltungen einarbeiten. Englisch wird bei internationalen Kunden erwartet, in Kettenhotels ist es Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit steht unter doppeltem Druck: Umsatzziele je Monat oder Quartal und gleichzeitig eine hohe Zahl paralleler Anfragen, von denen viele nicht zum Abschluss führen. Reaktionszeiten entscheiden über Aufträge, deshalb ist der Tag stark von eingehenden Anfragen getrieben und schlecht planbar. Besichtigungen, Netzwerkveranstaltungen und Veranstaltungsstarts liegen häufig am Abend oder am Wochenende, vor allem in Hotels und bei Locations mit Privatkundengeschäft.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Konjunktur und von Saisonzyklen: Veranstaltungsbudgets werden früh gekürzt, Absagen kommen kurzfristig. Die Corona-Jahre haben gezeigt, wie schnell die Nachfrage in diesem Segment einbrechen kann. Wer die Detailarbeit an Verträgen, Stornoklauseln und Function Sheets nicht mag, wird in der Rolle unglücklich, denn Verkauf und Dokumentation liegen hier dicht beieinander. Die Fluktuation ist besonders in der Hotellerie hoch, auch wegen der Arbeitszeiten.
Aussichten
Die Nachfrage nach Präsenzveranstaltungen hat sich erholt, Tagungen und Firmenevents werden wieder in größerem Umfang gebucht, oft mit hybriden Elementen. Häuser mit gutem Vertrieb füllen ihre Kapazitäten deutlich besser als solche, die nur auf Portale setzen, entsprechend werden Verkaufsfunktionen gesucht.
Entwicklungswege führen zum Assistant Director of Sales, zum Head of Sales eines Hauses oder in die regionale Verkaufsleitung einer Hotelgruppe. Andere wechseln in den Key-Account-Vertrieb für Firmenkunden, zu Messeveranstaltern in den Flächen- und Sponsoringverkauf oder auf die Kundenseite ins Veranstaltungsmanagement größerer Unternehmen. Wer Kalkulation und Revenue-Themen beherrscht, kann in das Revenue Management wechseln.