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Einzelhandel & Filiale

Neuwagenverkäufer

Neuwagenverkäufer beraten Privat- und Geschäftskunden im Autohaus, konfigurieren Fahrzeuge und schließen Kaufverträge inklusive Finanzierung, Leasing und Eintauschbewertung ab. Der Beruf verbindet Beratung im Showroom mit eigener Neukundengewinnung und läuft überwiegend auf Provisionsbasis.

2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Neuwagenverkäufer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.900 € 3.500 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.900 € 4.900 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 5.000 € 7.000 € 60.000 €

Die Werte entsprechen dem Gesamtverdienst bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung. Der feste Anteil liegt im Neuwagenverkauf oft nur bei 40 bis 60 Prozent, in manchen Häusern niedriger; der Rest kommt aus Stückprovision, Finanzierungs- und Zubehörprovision sowie Herstellerboni. Entscheidend sind Marke, Standortgröße und der übernommene Kundenbestand; der Tarifvertrag für das Kraftfahrzeuggewerbe gilt nur in einem Teil der Betriebe und regelt meist lediglich das Fixum.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Neuwagenverkäufer?

Neuwagenverkäufer arbeiten im Autohaus und verkaufen Fahrzeuge einer oder mehrerer Marken an Privatkunden, Gewerbetreibende und kleinere Flottenkunden. Der Arbeitstag beginnt meist mit der Nachverfolgung offener Angebote und Anfragen aus dem Internet, denn ein großer Teil der Interessenten kommt heute über Online-Börsen und die Herstellerseite. Danach folgen Termine im Showroom: Bedarf klären, Fahrzeug konfigurieren, Ausstattungslinien und Antriebsarten erklären, Probefahrt organisieren, Gebrauchtwagen des Kunden bewerten und eintauschen.

Zum Verkauf gehört fast immer das Drumherum: Finanzierung oder Leasing über die herstellereigene Bank rechnen, Versicherung, Garantieverlängerung, Wartungsverträge und Zubehör anbieten. Diese Zusatzgeschäfte machen einen erheblichen Teil der Provision aus. Nach Vertragsabschluss betreut der Verkäufer den Vorgang weiter: Liefertermine verfolgen, Kunden über Verzögerungen informieren, Zulassung veranlassen und das Fahrzeug persönlich übergeben. Die Übergabe ist der Moment, in dem Folgegeschäft entsteht, deshalb wird sie ernst genommen. Parallel pflegen Verkäufer ihren eigenen Bestand, sprechen Kunden an, deren Leasingvertrag ausläuft, und arbeiten Kampagnen des Herstellers ab. Die Rolle arbeitet also nach innen im Showroom und nach außen im eigenen Bestand, betreut Bestandskunden und gewinnt neue.

Wie wird man Neuwagenverkäufer?

Der klassische Weg ist eine Ausbildung zum Automobilkaufmann oder eine kaufmännische Ausbildung im Handel, gefolgt von der Weiterbildung zum Automobilverkäufer, die die Hersteller und der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes zertifizieren. Viele Hersteller verlangen diese Zertifizierung, bevor ein Verkäufer eigenständig Verträge schreibt. Häufig ist auch der Aufstieg aus dem Serviceberatungsbereich oder aus der Werkstatt, wenn kaufmännisches Interesse dazukommt.

Quereinstieg ist verbreitet und ausdrücklich möglich. Wer aus einem anderen Verkaufsberuf mit hochwertigen Produkten kommt, aus der Versicherungs- oder Finanzberatung oder aus dem Möbel- und Küchenverkauf, hat gute Chancen. Erwartet werden dann Verkaufserfahrung mit längeren Beratungszyklen, Zahlenverständnis für Finanzierungsrechnungen und die Bereitschaft, Produktschulungen des Herstellers nachzuholen. Ein Führerschein der Klasse B ist Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Das Einkommen hängt stark am Abschluss. Ein schwacher Monat ist im Portemonnaie sofort spürbar, und Lieferzeiten oder Modellwechsel lassen sich nicht beeinflussen. Samstagsdienst ist Regel, in vielen Häusern rotierend, dazu Abendtermine, weil Kunden nach der Arbeit kommen. Verkaufsaktionen, Messen und Neuvorstellungen fallen auf Wochenenden.

Der Zieldruck ist konkret: Stückzahlen pro Modellreihe, Finanzierungsquote, Zubehörumsatz, Kundenzufriedenheitswerte aus den Herstellerbefragungen. Letztere wiegen schwer, weil Bonuszahlungen daran hängen. Rabattdiskussionen sind Alltag, da Kunden Preise online vergleichen und Vermittlerportale den Markt drücken. Die Fluktuation ist in vielen Häusern hoch, besonders bei Einsteigern, die die ersten Monate ohne aufgebauten Kundenbestand überbrücken müssen. Wer Absagen persönlich nimmt, hält das schwer aus.

Aussichten

Autohäuser suchen dauerhaft Verkäufer, weil der Beruf viele wieder verliert. Die Branche verändert sich: Agenturmodelle einzelner Hersteller schieben die Preishoheit zum Werk, dafür verschiebt sich die Aufgabe stärker zur Beratung und zur Betreuung von Abo- und Leasingkunden. Elektromobilität verlangt Wissen über Ladeinfrastruktur, Förderprogramme und Gesamtkosten.

Entwicklungswege führen in den Verkauf von Groß- und Flottenkunden, in die Leitung des Verkaufsteams, in die Betriebsleitung eines Standorts oder über die Weiterbildung zum Kraftfahrzeugbetriebswirt in die Geschäftsführung. Wer einen gepflegten Kundenbestand aufgebaut hat, ist im Markt gesucht.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche im Showroom führen und Fahrzeuge konfigurieren
  • Online-Anfragen und offene Angebote nachverfolgen
  • Probefahrten organisieren und begleiten
  • Finanzierung, Leasing, Versicherung und Serviceverträge kalkulieren
  • Gebrauchtfahrzeuge der Kunden bewerten und eintauschen
  • Kaufverträge abschließen und Liefertermine verfolgen
  • Fahrzeugübergaben durchführen und Zubehör verkaufen
  • Bestandskunden mit auslaufendem Leasingvertrag ansprechen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung, häufig als Automobilkaufmann, oder vergleichbare Verkaufserfahrung
  • Herstellerzertifizierung als Automobilverkäufer oder Bereitschaft, sie nachzuholen
  • Führerschein Klasse B
  • Sicherer Umgang mit Finanzierungs- und Leasingrechnungen
  • Bereitschaft zu Samstagsdienst und Abendterminen
  • Belastbarkeit bei schwankendem Provisionseinkommen

Wo man arbeitet

  • Markengebundene Autohäuser
  • Filialen großer Handelsgruppen
  • Herstellereigene Niederlassungen
  • Mehrmarkenhändler
  • Markenshowrooms in Innenstadtlagen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Automobilkaufmann oder eine andere kaufmännische Ausbildung im Handel. Darauf folgt die berufsbegleitende Weiterbildung zum zertifizierten Automobilverkäufer, die je nach Hersteller einige Monate dauert. Quereinsteiger mit Verkaufserfahrung starten oft direkt im Autohaus und absolvieren die Zertifizierung parallel.

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