Was macht eine Verkäuferin in der Bäckereifiliale?
Der Arbeitstag beginnt meist zwischen fünf und sechs Uhr. Die Ware aus der Backstube oder vom Lieferfahrzeug wird kontrolliert, sortiert und in die Auslage gelegt, Backautomaten und Kaffeemaschine werden vorbereitet, die Kasse wird gestartet. Danach steht der Verkauf im Mittelpunkt: Kunden beraten, welches Brot sich für welchen Zweck eignet, belegte Brötchen und Snacks frisch zusammenstellen, Kaffee zubereiten, Torten und Bestellungen für Feiern aufnehmen und abgeben, kassieren.
Zwischen den Stoßzeiten am Morgen und in der Mittagspause wird Ware nachgebacken, die Auslage neu bestückt, Geschirr gespült, gewischt und Verpackungsmaterial nachgefüllt. Am Nachmittag geht es um Resteverwertung, Retourenerfassung, Abrechnung und Reinigung. Der Beruf gehört zum bestandsorientierten Verkauf: Ein großer Teil des Umsatzes kommt von Stammkunden, die täglich oder mehrmals wöchentlich kommen. Wer Namen und Gewohnheiten kennt, verkauft leichter mit - eine Tüte Plunder zum Brot, ein zweiter Kaffee. Aktives Zusatzverkaufen wird in vielen Filialbetrieben ausdrücklich erwartet und über Kennzahlen wie Bon-Durchschnitt gemessen.
Wie wird man Verkäuferin in der Bäckereifiliale?
Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei, die in Betrieb und Berufsschule stattfindet. Ebenso möglich ist die zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin. In der Praxis ist der Quereinstieg der Normalfall: Viele Filialbetriebe stellen ohne einschlägigen Abschluss ein und schulen intern, gerade Menschen aus Gastronomie, Einzelhandel oder Pflege, die Kundenkontakt und Schichtarbeit gewohnt sind. Vorausgesetzt wird ein Gesundheitsnachweis nach Infektionsschutzgesetz und die Bereitschaft, Hygienevorgaben strikt einzuhalten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind der härteste Teil. Frühdienste ab fünf Uhr, Spätdienste bis zum Ladenschluss, Samstagsarbeit ist die Regel, in Filialen an Bahnhöfen, Tankstellen und in Innenstädten auch Sonn- und Feiertagsdienst. Geplant wird in Schichtplänen, die sich kurzfristig ändern, weil Krankheitsausfälle in kleinen Teams sofort durchschlagen.
Körperlich bedeutet der Beruf Stehen über die gesamte Schicht, Heben von Blechen und Kisten, Zugluft an der Tür und Hitze am Backofen. Dazu kommt Zeitdruck in den Stoßzeiten, wenn eine Person allein eine Schlange abarbeitet, kassiert, Kaffee macht und Ware nachlegt. Kundenkontakt ist überwiegend freundlich, aber nicht immer: Beschwerden über ausverkaufte Ware oder Wartezeiten treffen die Person hinter der Theke. Die Fluktuation ist entsprechend hoch, Teilzeit weit verbreitet.
Aussichten
Die Nachfrage nach Personal ist dauerhaft hoch, offene Stellen bleiben in vielen Regionen monatelang unbesetzt. Wer verlässlich ist und bleibt, kann schnell mehr Verantwortung übernehmen: stellvertretende Filialleitung, Filialleitung mit Verantwortung für Personalplanung, Bestellwesen und Umsatz, später Bezirks- oder Gebietsleitung mit mehreren Filialen. Der Sprung in die Filialleitung ist der wirksamste Hebel für das Einkommen. Weitere Wege führen über die Weiterbildung zur Verkaufsleiterin im Lebensmittelhandwerk oder über einen Wechsel in Schulung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter in größeren Filialketten. Die Zahl der handwerklichen Kleinbetriebe sinkt, große Filialisten und Backstationen im Lebensmitteleinzelhandel wachsen - Arbeitsplätze verlagern sich, verschwinden aber nicht.