Verkäufer mit Kassentätigkeit
Verkäuferinnen und Verkäufer mit Kassentätigkeit beraten Kundschaft auf der Fläche, füllen Ware auf und rechnen an der Kasse ab. Die Rolle arbeitet im direkten Kundenkontakt in der Filiale und betreut Laufkundschaft statt eines festen Kundenstamms.
2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer mit Kassentätigkeit verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.150 € | 2.400 € | 2.650 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.450 € | 2.750 € | 3.050 € | 33.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.150 € | 3.700 € | 37.800 € |
In tarifgebundenen Häusern richtet sich die Vergütung nach den regionalen Gehaltstarifverträgen für den Einzelhandel (HDE und ver.di), die Spanne ist dort eng und die Steigerung an Berufsjahre gebunden. Ohne Tarifbindung, etwa in kleinen Läden und Franchisebetrieben, liegen die Werte oft am unteren Rand nahe dem Mindestlohn; das Gehalt besteht nahezu vollständig aus Festlohn, Provision spielt praktisch keine Rolle, hinzu kommen allenfalls Spätöffnungs- und Sonntagszuschläge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Verkäuferin mit Kassentätigkeit?
Der Arbeitstag verteilt sich auf zwei Schwerpunkte: Verkaufsfläche und Kasse. Auf der Fläche werden Regale aufgefüllt, Ware ausgezeichnet, Mindesthaltbarkeitsdaten geprüft, Retouren und Bruch erfasst und Kundenfragen beantwortet. An der Kasse werden Artikel erfasst, Bar- und Kartenzahlungen abgewickelt, Pfand, Gutscheine und Rabattkarten verarbeitet, Altersnachweise bei Tabak und Alkohol kontrolliert und am Ende der Schicht die Kasse abgerechnet.
Verkauft wird hier nicht über Termine und Angebote, sondern über den Moment am Regal und an der Kasse. Zusatzverkäufe, Aktionsartikel und Kundenkarten gehören in vielen Häusern zu den Kennzahlen, die je Filiale ausgewertet werden. Neukundengewinnung im klassischen Sinn gibt es nicht, wohl aber die Aufgabe, Stammkundschaft durch Freundlichkeit und Warenkenntnis zu halten. Führungsverantwortung ist in der Einstiegsrolle nicht vorgesehen, kommt aber mit Positionen wie Kassenaufsicht, erste Verkaufskraft oder Substitut hinzu.
Wie wird man Verkäuferin mit Kassentätigkeit?
Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin, die sich um ein drittes Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel verlängern lässt. Zugang haben in der Praxis Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss. Zugleich ist der Beruf einer der offensten für Quereinsteiger: Viele Filialen stellen ohne einschlägige Ausbildung ein und schulen Kassensystem, Warenkunde und Hygienevorschriften intern in wenigen Tagen an. Wer aus Gastronomie, Lager oder Pflege kommt, bringt mit Schichtdienst und Kundenkontakt bereits das Wesentliche mit. Für Tätigkeiten an der Bedientheke oder im Umgang mit Lebensmitteln ist eine Belehrung nach Infektionsschutzgesetz erforderlich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, oft sechs bis acht Stunden am Stück, mit Heben und Tragen beim Verräumen der Ware. Rücken, Beine und Stimme werden beansprucht. Die Öffnungszeiten bestimmen die Dienstpläne: Früh- und Spätschichten, Samstagsarbeit ist die Regel, in Bahnhofs- und Flughafenfilialen auch Sonntag. Dienstpläne wechseln kurzfristig, planbare Freizeit ist begrenzt.
Hinzu kommt der Umgang mit gereizter Kundschaft an der Kasse, mit Reklamationen, Ladendiebstahl und Kassendifferenzen, für die Rechenschaft verlangt wird. Der Personalschlüssel ist in vielen Häusern knapp, Krankheitsvertretungen fallen auf die verbleibende Mannschaft zurück. Die Fluktuation im Einzelhandel ist entsprechend hoch, ebenso der Anteil an Teilzeit- und geringfügigen Verträgen. Wer eine Vollzeitstelle sucht, muss danach gezielt fragen.
Aussichten
Der Bedarf ist konstant hoch, offene Stellen gibt es bundesweit und in nahezu jeder Ortschaft. Der Wechsel zwischen Arbeitgebern ist unkompliziert, was die Verhandlungsposition verbessert. Selbstbedienungskassen verändern die Kassentätigkeit, ersetzen sie aber bislang nicht, sondern verschieben sie in Richtung Aufsicht, Störungsbehebung und Beratung auf der Fläche.
Entwicklungswege führen über die Kassenaufsicht und die erste Verkaufskraft zur Substitutin und zur Marktleitung; das dritte Ausbildungsjahr zum Kaufmann im Einzelhandel und die Weiterbildung zum Handelsfachwirt sind dafür die üblichen Zwischenschritte. Wer mehr beraten und weniger kassieren möchte, wechselt in beratungsintensive Sortimente wie Möbel, Sport, Optik oder Bau, wo Provisionsanteile und Fachwissen eine größere Rolle spielen.
Aufgaben
- Kassieren, Kartenzahlungen abwickeln und Kasse abrechnen
- Kundschaft auf der Fläche beraten und Ware zeigen
- Regale auffüllen, Ware auszeichnen und Präsentation pflegen
- Mindesthaltbarkeitsdaten prüfen und Abschriften erfassen
- Wareneingang annehmen, kontrollieren und einlagern
- Reklamationen, Umtausch und Retouren bearbeiten
- Alterskontrolle bei Tabak, Alkohol und Energydrinks
- Sauberkeit im Kassenbereich und auf der Fläche sicherstellen
Voraussetzungen
- Ausbildung im Verkauf hilfreich, Quereinstieg ohne Abschluss möglich
- Sicherer Umgang mit Zahlen und Sorgfalt beim Kassieren
- Deutschkenntnisse für die Kundenkommunikation
- Bereitschaft zu Schicht-, Spät- und Samstagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen sowie Heben und Tragen
- Belehrung nach Infektionsschutzgesetz bei Umgang mit Lebensmitteln
- Geduld und Freundlichkeit auch bei hohem Kundenaufkommen
Wo man arbeitet
- Supermärkte und Discounter
- Drogerie- und Fachmärkte
- Bäckereien und Lebensmittelfachgeschäfte
- Modefilialen und Kaufhäuser
- Tankstellen- und Bahnhofsshops
- Bau- und Gartenmärkte
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Sie lässt sich um ein drittes Jahr zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau im Einzelhandel verlängern. Quereinsteiger werden häufig direkt eingestellt und in wenigen Tagen an Kassensystem und Sortiment angelernt.
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