Was macht ein Außendienstmitarbeiter Geschäftskunden?
Der Arbeitsplatz ist das Vertriebsgebiet, nicht das Büro. Außendienstmitarbeiter im Geschäftskundenvertrieb besuchen Unternehmen, Handwerksbetriebe, Praxen, Verwaltungen oder Filialisten, klären deren Bedarf und verkaufen Produkte, Dienstleistungen oder Verträge. Ein typischer Tag beginnt früh mit der Fahrt zum ersten Termin und umfasst vier bis acht Kundenbesuche, dazwischen Telefonate zur Terminbestätigung, abends die Dokumentation im CRM und die Nachbereitung der Angebote.
Die Arbeit teilt sich in zwei Hälften, die je nach Arbeitgeber unterschiedlich gewichtet sind: Bestandsbetreuung, also regelmäßige Besuche bei vorhandenen Kunden mit Vertragsverlängerungen, Sortimentsausweitung und Reklamationsklärung, und Neukundengewinnung, oft aus Telefonlisten oder Adressbeständen, mit hoher Absagequote. Wer ein übernommenes Gebiet mit gewachsenem Bestand bekommt, hat einen anderen Alltag als jemand, der ein neues Gebiet aufbaut. Diese Frage sollte vor der Unterschrift geklärt sein.
Wie wird man Außendienstmitarbeiter Geschäftskunden?
Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg. Üblich ist eine kaufmännische oder technische Ausbildung, häufig Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder ein handwerklicher Beruf mit anschließendem Wechsel in den Verkauf. Viele Arbeitgeber stellen auch Quereinsteiger ein, vor allem aus dem Einzelhandel, dem Innendienst, dem Handwerk und der Gastronomie, wenn Kontaktstärke und Belastbarkeit erkennbar sind. In technischen Branchen wird Produktverständnis erwartet, das über Schulungen aufgebaut werden kann; bei erklärungsintensiven Investitionsgütern ist ein Studium oder eine Techniker- beziehungsweise Meisterqualifikation verbreitet.
Die Einarbeitung dauert je nach Produkt zwischen wenigen Wochen und einem halben Jahr und läuft meist als Mitfahrt bei erfahrenen Kollegen plus Produktschulung. Der Führerschein Klasse B ist praktisch immer Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist zahlengetrieben. Besuchsfrequenz, Angebotsquote und Umsatz werden wöchentlich oder monatlich gemessen, und schwache Monate werden angesprochen. Wer Zieldruck schlecht verträgt oder Ablehnung persönlich nimmt, hält das dauerhaft nicht durch. Die Fluktuation ist in Branchen mit hohem Kaltakquiseanteil deutlich höher als im Bestandsvertrieb.
Dazu kommen Reisezeiten. Bei regionalen Gebieten sind Fahrten von zwei bis drei Stunden täglich normal, bei großen Gebieten fallen Übernachtungen an, teils mehrere pro Woche. Die Arbeitszeit ist selten auf acht Stunden begrenzt, weil Berichte und Angebote nach dem letzten Termin entstehen. Selbstorganisation ist keine Zusatzqualifikation, sondern die Grundlage: Wer seine Tour schlecht plant, verliert Termine an die Autobahn. Homeoffice als Rückzugsort bedeutet auch, dass kollegialer Austausch fehlt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in technischen sowie beratungsintensiven Branchen hoch, weil erklärungsbedürftige Produkte weiterhin persönlich verkauft werden. Reine Bestellabwicklung wandert dagegen in Onlineportale und den Innendienst ab, was die Rollen anspruchsvoller macht.
Entwicklungswege führen zu größeren oder umsatzstärkeren Gebieten, zur Betreuung von Schlüsselkunden als Key Account Manager, in den technischen Vertrieb oder in die Führung als Gebiets-, Regional- oder Vertriebsleiter. Wer Führung nicht anstrebt, kann sich über Spezialisierung auf komplexe Produkte oder Branchen verbessern, häufig verbunden mit höherem Fixanteil.