Was macht ein Key Account- & Project Manager?
Die Rolle betreut eine kleine Zahl strategisch wichtiger Kunden und übernimmt zugleich die Verantwortung dafür, dass das Verkaufte auch geliefert wird. Der Vertriebsteil besteht aus Jahresgesprächen mit Zentraleinkauf oder Einkaufsleitung, Preis- und Konditionsverhandlungen, Angebots- und Ausschreibungsbearbeitung sowie der Pflege des Kontaktnetzes über mehrere Ebenen des Kundenunternehmens hinweg. Der Projektteil beginnt nach dem Auftrag: Terminpläne aufstellen, Entwicklung, Produktion, Logistik und IT koordinieren, Meilensteine überwachen, Änderungswünsche des Kunden bewerten und in Nachträge übersetzen, Eskalationen bearbeiten.
Neukundengewinnung spielt eine kleinere Rolle als in klassischen Außendienstpositionen. Im Vordergrund stehen Bestandsausbau, Verlängerung von Rahmenverträgen und die Ausweitung des Anteils am Kundenbudget. Personalverantwortung gehört meist nicht dazu, wohl aber fachliche Führung in Projektteams, deren Mitglieder aus anderen Abteilungen kommen und andere Vorgesetzte haben.
Wie wird man Key Account- & Project Manager?
Der häufigste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einer technischen Fachrichtung, gefolgt von einigen Jahren im Vertriebsinnendienst, in der Angebotskalkulation, im technischen Vertrieb oder in der Projektabwicklung. Eine kaufmännische oder technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Fachwirt oder Techniker ist ebenfalls tragfähig, wenn Branchen- und Produktkenntnis vorhanden ist.
Quereinstieg gelingt meist über die Projektseite: Wer Anlagen, Bauvorhaben oder IT-Einführungen beim Kunden begleitet hat, kennt die Abläufe und wächst in die kaufmännische Verantwortung hinein. Zertifizierungen in Projektmanagement nach IPMA, PMI oder PRINCE2 werden häufig erwartet oder nachträglich verlangt. Wer aus Handwerk oder Technik kommt, sollte damit rechnen, sich Kalkulation, Vertragsrecht und Vertriebslogik parallel zum Job aneignen zu müssen.
Was der Beruf verlangt
Die Doppelrolle ist der eigentliche Belastungsfaktor. Wer dem Kunden zusagt, muss die Zusage intern durchsetzen, ohne Weisungsbefugnis über die beteiligten Bereiche zu haben. Verzögerungen in der Lieferkette, Qualitätsprobleme oder Personalengpässe landen zuerst auf diesem Schreibtisch, und der Kunde erwartet eine Antwort am selben Tag. Umsatz-, Margen- und Projektziele bestehen gleichzeitig und geraten regelmäßig in Konflikt.
Reisetätigkeit liegt üblicherweise bei einem bis drei Tagen pro Woche, im internationalen Geschäft auch mit mehrtägigen Auslandsaufenthalten. Zeitzonen, Abendtelefonate und Arbeit an Ausschreibungsfristen über das Wochenende kommen vor. Verhandlungssicheres Englisch ist in Industrie und Handel weitgehend Standard. Wer Konflikte scheut oder Detailarbeit an Verträgen und Terminplänen als Nebensache betrachtet, wird in dieser Rolle unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Großkunden zunehmend Rahmenverträge mit Projektcharakter abschließen und dafür einen einzigen Ansprechpartner verlangen. Besonders gesucht sind Profile mit technischem Verständnis und Verhandlungserfahrung mit Zentraleinkauf. Entwicklungswege führen zum Global oder Strategic Account Manager mit internationaler Kundenverantwortung, in die Leitung eines Key-Account-Teams, in das Programmmanagement oder in die Vertriebsleitung. Die Kombination aus Kundenzugang und Projekterfahrung ist auch außerhalb der eigenen Branche verwertbar, weil sie sich nicht auf ein Produkt stützt, sondern auf Abläufe.