Was macht ein Marketing Manager B2B?
B2B-Marketing richtet sich nicht an Endverbraucher, sondern an Einkäufer, Techniker und Geschäftsführer anderer Unternehmen. Der Marketing Manager B2B plant Kampagnen für einzelne Produktgruppen oder Zielbranchen, schreibt und beauftragt Inhalte, betreut Website und Newsletter, organisiert Messeauftritte und Webinare und misst, wie viele verwertbare Kontakte daraus entstehen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, den Vertrieb mit Material auszustatten: Präsentationen, Referenzberichte, Argumentationshilfen, Preislisten, Produktblätter.
Die Rolle gewinnt keine Kunden selbst, sondern bereitet Gespräche vor. Leads werden über Formulare, Messelisten oder Kampagnen gesammelt, bewertet und an Innendienst oder Außendienst übergeben. Deshalb sitzt der Marketing Manager B2B oft zwischen zwei Erwartungen: Der Vertrieb will mehr und bessere Kontakte, die Geschäftsführung will nachweisbare Wirkung des Budgets. Dazu kommt die Arbeit mit Agenturen, Übersetzern, Druckereien und Messebauern und die Pflege der Systeme, in denen alles zusammenläuft, meist ein CRM und ein Marketing-Automation-Werkzeug.
Wie wird man Marketing Manager B2B?
Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Marketing, Kommunikations- oder Medienwissenschaft. Auch technische Studiengänge mit anschließender Marketingpraxis sind verbreitet, besonders im Maschinenbau und in der Industrie, weil Produktverständnis dort schwerer zu ersetzen ist als Kampagnenroutine. Über die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation oder zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement mit Weiterbildung zum Marketingfachwirt ist der Einstieg ebenfalls möglich.
Quereinstiege gelingen aus dem Vertriebsinnendienst, aus dem technischen Support und aus Agenturen. Wer aus dem Innendienst kommt, kennt die Kunden und die Einwände und hat damit einen Vorteil gegenüber Bewerbern mit reiner Kampagnenerfahrung. Nachweisbare Kenntnisse in CRM-Systemen, Content-Management, SEO und Marketing-Automation sind in den meisten Ausschreibungen verlangt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär, verschieben sich aber um Messen, Produkteinführungen und Kampagnenstarts herum deutlich. Messewochen bedeuten Reisen, lange Tage und Wochenendaufbau. Der Druck ist weniger unmittelbar als im Außendienst, aber dauerhaft: Marketingbudgets stehen in vielen Unternehmen zuerst zur Diskussion, wenn Umsätze zurückgehen, und die Wirkung einzelner Maßnahmen ist im B2B mit langen Kaufzyklen schwer eindeutig zu belegen.
Schwer fällt vielen die Rolle als Dienstleister im eigenen Haus. Der Marketing Manager B2B hat oft keine Weisungsbefugnis, muss aber Produktmanager, Vertriebsleiter und Geschäftsführung zu Terminen und Freigaben bewegen. Dazu gehört Geduld mit Abstimmungsschleifen und die Fähigkeit, technische Sachverhalte verständlich zu formulieren, ohne dass die Fachabteilung widerspricht. Englisch ist in international tätigen Unternehmen Arbeitssprache.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Industrie, Software und technischem Handel wachsend, weil Kaufentscheidungen auch im B2B zunehmend digital vorbereitet werden. Gesucht werden vor allem Profile, die Kampagnen nicht nur gestalten, sondern messen und mit dem CRM verbinden können. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Marketingabteilung, in das Produktmanagement, in Digital- oder Brand-Spezialisierungen oder in Richtung Vertriebsleitung, wenn Kundenkontakt hinzukommt. Die Fluktuation liegt niedriger als in klassischen Außendienstrollen.