Was macht ein Mitarbeiter Vertriebsinnendienst International?
Der internationale Innendienst ist die feste Anlaufstelle für Kunden, Händler und Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands. Anfragen kommen per Mail, Telefon oder über Kundenportale herein, werden geprüft, kalkuliert und in Angebote übersetzt. Nach dem Auftragseingang beginnt der aufwendigere Teil: Auftragserfassung im ERP-System, Klärung von Lieferbedingungen und Zahlungsbedingungen, Abstimmung mit Produktion, Lager und Spedition, Erstellung oder Beschaffung der Exportdokumente. Handelsrechnung, Packliste, Ursprungszeugnis, Präferenznachweis, bei manchen Zielländern Zolltarifnummern und Ausfuhranmeldung über ATLAS – all das läuft über den Innendienst oder wird von dort koordiniert.
Die Rolle arbeitet nach innen und betreut ganz überwiegend Bestandskunden. Neukundengewinnung gehört selten dazu, wohl aber der Ausbau bestehender Konten: Nachfassen bei offenen Angeboten, Hinweis auf Zubehör und Ersatzteile, Vorbereitung von Preislisten und Rahmenverträgen. Enger Partner ist der Außendienst oder der Area Sales Manager, dem der Innendienst zuarbeitet – mit Besuchsvorbereitung, Umsatzauswertungen und der Nachbereitung von Messeterminen. Reklamationen, Verzögerungen in der Lieferkette und Zahlungsverzug landen ebenfalls hier und müssen mit Kunden geklärt werden, deren Erwartungen und Geschäftsgepflogenheiten sich von Land zu Land unterscheiden.
Wie wird man Mitarbeiter Vertriebsinnendienst International?
Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Auch ein Studium in Betriebswirtschaft oder internationalem Management kommt vor, ist aber keine Bedingung. Wichtiger als der Abschluss sind belastbares Englisch und Erfahrung mit einem ERP-System, in der Regel SAP. Eine zweite Fremdsprache – Französisch, Spanisch, Italienisch, zunehmend Polnisch oder Türkisch – entscheidet häufig über die Stellenbesetzung.
Quereinstieg gelingt aus dem nationalen Innendienst, aus der Exportabwicklung, aus Speditionen und aus dem Auslandsvertrieb kleinerer Unternehmen. Wer aus einem ganz anderen Feld kommt, aber eine gefragte Sprache und Auslandserfahrung mitbringt, wird eingearbeitet; Zoll- und Exportkontrollwissen lässt sich in Lehrgängen der IHK nachholen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist detailgetrieben. Ein falscher Incoterm, eine fehlende Ausfuhrbescheinigung oder eine übersehene Sanktionsliste kosten Geld und im schlechtesten Fall die Ware am Zoll. Der Tag besteht aus vielen parallelen Vorgängen, die alle einen Termin haben. Zeitverschiebung verschiebt den Arbeitsrhythmus: Wer Asien betreut, telefoniert früh, wer Nord- und Südamerika betreut, spät. Reisen sind selten, gelegentlich kommen Messeeinsätze oder Besuche bei Distributoren dazu.
Belastend sind vor allem Lieferengpässe und verärgerte Kunden, für die der Innendienst das Gesicht des Unternehmens ist, ohne die Ursache beeinflussen zu können. Die Vorschriftenlage ändert sich, Exportkontrolle und Sanktionsrecht verlangen laufende Aufmerksamkeit. Die Arbeitszeiten sind ansonsten regelmäßig, Gleitzeit und teilweise Homeoffice sind verbreitet, die Fluktuation ist niedriger als im Außendienst.
Aussichten
Exportorientierte Industrie, Maschinenbau, Medizintechnik, Chemie und Konsumgüterhersteller suchen dauerhaft Personal mit Exportkenntnis und Sprachen; das Angebot an Bewerbern ist überschaubar. Routineerfassung wird zunehmend automatisiert, die Klärungs- und Zollarbeit bleibt. Entwicklungswege führen zur Teamleitung Innendienst, zum Export- oder Zollbeauftragten mit Verantwortung für Exportkontrolle, in das Key-Account-Management oder in den Außendienst als Area Sales Manager mit Länderverantwortung.