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Vertrieb & Verkauf allgemein

Sales Manager Defense

Sales Manager Defense verkaufen Wehrtechnik, Schutzausrüstung, Fahrzeuge, Sensorik oder Kommunikationssysteme an Streitkräfte, Behörden und Industriepartner. Die Rolle arbeitet im Außendienst mit langen Beschaffungszyklen, formalen Vergabeverfahren und einem engen, politisch beobachteten Kundenkreis.

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Gehalt

Was man als Sales Manager Defense verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 4.900 € 5.800 € 58.800 €
Mit Berufserfahrung 5.500 € 6.600 € 8.000 € 79.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 9.000 € 12.000 € 108.000 €

Die Werte sind Gesamtgehälter bei üblicher Zielerreichung; der feste Anteil liegt in diesem Feld hoch, meist bei 80 bis 90 Prozent, weil einzelne Großaufträge sich nicht sinnvoll auf Jahresprovisionen umlegen lassen. Am stärksten wirken Unternehmensgröße und Programmverantwortung: Vertriebsleute bei großen Systemhäusern mit Exportmandat liegen deutlich über denen bei mittelständischen Zulieferern, tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sales Manager Defense?

Der Beruf verkauft nach außen, überwiegend an einen kleinen, klar benannten Kundenkreis: Beschaffungsämter wie das BAAINBw, Landes- und Bundespolizeien, Zollverwaltungen, ausländische Streitkräfte sowie Systemhäuser und größere Rüstungskonzerne, die als Generalunternehmer auftreten. Neukundengewinnung im klassischen Sinn gibt es kaum, weil der Markt bekannt ist. Stattdessen geht es darum, früh in Bedarfsplanungen präsent zu sein, technische Anforderungen mitzugestalten und bei Ausschreibungen ein Angebot abzugeben, das formal wie technisch trägt.

Der Alltag besteht aus Kundenterminen in Kasernen, Behörden und bei Industriepartnern, aus Messebesuchen und Fachkonferenzen, aus Angebotsarbeit mit Kalkulation, Lieferzeiten und Exportbedingungen und aus vielen internen Abstimmungen mit Entwicklung, Produktion, Vertragsjuristen und Exportkontrolle. Ein erheblicher Teil der Zeit fließt in Dokumentation: Vergabeunterlagen, Angebotsmatrizen, Nachweise, Compliance-Erklärungen. Wer schnelle Abschlüsse sucht, findet sie hier nicht. Von der ersten Anbahnung bis zum Vertrag vergehen häufig zwei bis fünf Jahre.

Wie wird man Sales Manager Defense?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf dafür. Üblich sind zwei Wege. Der erste führt über ein technisches oder wirtschaftliches Studium – Maschinenbau, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrt, Wirtschaftsingenieurwesen – und einige Jahre technischer Vertrieb oder Projektarbeit. Der zweite ist der Weg über die Bundeswehr: ehemalige Offiziere und Unteroffiziere mit Erfahrung in Materialbewirtschaftung, Instandsetzung oder Truppenführung sind gesucht, weil sie den Kunden und dessen Sprache kennen. Quereinstieg aus dem gewerblichen technischen Vertrieb ist möglich, verlangt aber Einarbeitung in Vergaberecht, Exportkontrolle und Beschaffungslogik.

Eine Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz ist in vielen Positionen Voraussetzung. Sie schließt Bewerber aus, die dafür nicht in Frage kommen, und dauert Monate.

Was der Beruf verlangt

Reisetätigkeit von vierzig bis sechzig Prozent ist normal, im Exportgeschäft kommen Auslandsreisen dazu, teils in Regionen mit erhöhtem Sicherheitsrisiko. Der Zieldruck ist vorhanden, wirkt aber anders als im Volumenvertrieb: Ein verlorener Großauftrag lässt sich in einem Jahr nicht kompensieren, weshalb Ziele oft mehrjährig und an Meilensteinen gemessen werden. Frustrationstoleranz gehört dazu, weil Projekte politisch verschoben, gekürzt oder gestrichen werden.

Dazu kommt eine Ebene, die andere Vertriebsberufe nicht haben: Exportkontrolle und Compliance. Fehler bei Endverbleibserklärungen oder Genehmigungen sind strafrechtlich relevant. Wer Regeln als Hindernis begreift, ist hier fehl am Platz. Und der Beruf verlangt die Bereitschaft, sich mit dem Gegenstand des Geschäfts auseinanderzusetzen – im privaten Umfeld wird das nicht immer wohlwollend aufgenommen.

Aussichten

Die Nachfrage ist seit 2022 deutlich gestiegen. Wachsende Verteidigungsbudgets, Beschaffungsprogramme und der Aufbau europäischer Lieferketten haben den Bedarf an Vertriebsleuten mit Marktkenntnis erhöht, während das Angebot an Kandidaten mit Sicherheitsüberprüfung und Behördenerfahrung knapp bleibt. Entwicklungswege führen in die Leitung eines Produktbereichs, in das Key Account Management für ein Land oder eine Streitkraft, in Business Development mit Programmverantwortung oder in die Vertriebsleitung. Ein Wechsel zurück in den zivilen Industrievertrieb ist möglich, der umgekehrte Weg braucht Zeit.

Aufgaben

  • Bedarfsträger in Streitkräften und Behörden betreuen und Beschaffungsvorhaben früh begleiten
  • Ausschreibungen auswerten und Angebote mit Technik, Kalkulation und Vertragsrecht abstimmen
  • Preise, Lieferzeiten und Vertragsbedingungen mit Beschaffungsämtern und Systemhäusern verhandeln
  • Exportgenehmigungen und Endverbleibsfragen mit der internen Exportkontrolle klären
  • Messen, Truppenversuche und Fachkonferenzen vorbereiten und begleiten
  • Markt- und Wettbewerbsanalysen für Länder oder Produktsegmente erstellen
  • Mehrjährige Auftragspipeline pflegen und intern an Produktion und Entwicklung berichten

Voraussetzungen

  • Technisches oder wirtschaftliches Studium oder militärische Laufbahn mit einschlägiger Erfahrung
  • Bereitschaft und Eignung zur Sicherheitsüberprüfung nach SÜG
  • Kenntnisse in öffentlichem Vergaberecht, Exportkontrolle und Angebotserstellung
  • Verhandlungssicheres Englisch, weitere Sprachen im Exportgeschäft hilfreich
  • Hohe Reisebereitschaft im In- und Ausland, Führerschein Klasse B
  • Ausdauer bei langen Verkaufszyklen und Sorgfalt in der Dokumentation

Wo man arbeitet

  • Wehrtechnische Industrieunternehmen und Systemhäuser
  • Mittelständische Zulieferer für Schutzausrüstung, Optronik und Fahrzeugtechnik
  • Deutsche Vertriebsgesellschaften internationaler Rüstungskonzerne
  • Ingenieur- und Beratungsunternehmen mit Behördengeschäft

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in einem technischen oder wirtschaftlichen Fach mit anschließend drei bis fünf Jahren Erfahrung im technischen Vertrieb, Projektmanagement oder Angebotswesen. Alternativ führt der Weg über eine Laufbahn bei der Bundeswehr, häufig als Offizier, mit anschließendem Wechsel in die Industrie. Eine formale Zusatzqualifikation gibt es nicht, Schulungen zu Exportkontrolle und Vergaberecht werden meist im Unternehmen absolviert.

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Offene Stellen
37
Monatsbrutto
3.800 – 11.000 €

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