Was macht ein Sales Manager Export?
Sales Manager Export verantworten den Umsatz eines Unternehmens in bestimmten Auslandsmärkten. Sie betreuen dort Händler, Importeure, Distributoren oder Endkunden, verhandeln Jahresvereinbarungen, Preise und Konditionen und arbeiten daran, in ihrem Gebiet neue Vertriebspartner zu gewinnen. Ein typischer Monat besteht aus zwei Teilen: Reisen zu Kunden und Messen im Ausland sowie Schreibtischarbeit im Innendienst zwischen den Reisen. Dort werden Angebote kalkuliert, Anfragen mit Technik und Produktion geklärt, Forecasts gepflegt und Aufträge mit Auftragsabwicklung, Versand und Zoll koordiniert.
Anders als im Inlandsvertrieb gehören Exportformalien zum Alltag: Incoterms, Zahlungssicherung über Akkreditive, Ursprungszeugnisse, Ausfuhrgenehmigungen, länderspezifische Zulassungen und Produktanpassungen. Wer Distributoren führt, verkauft nicht nur, sondern schult, kontrolliert Absatzzahlen, verhandelt Gebietsschutz und trennt sich notfalls von Partnern, die nicht liefern. Personalverantwortung besteht meist nicht; wer sie hat, führt oft Area Sales Manager oder einen Exportinnendienst.
Wie wird man Sales Manager Export?
Der häufigste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Außenwirtschaft, International Business oder Wirtschaftsingenieurwesen. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, mit anschließenden Jahren im Exportinnendienst oder in der Auftragsabwicklung. Aus dieser Position heraus wird häufig intern in den Außendienst gewechselt, weil Produkt- und Marktkenntnis schwerer zu ersetzen ist als Verkaufserfahrung.
Quereinstieg gelingt über technische Berufe, wenn das Produkt erklärungsbedürftig ist, und über Sprachbiografien: Wer eine Zielmarktsprache muttersprachlich beherrscht und die Geschäftskultur kennt, wird auch ohne klassischen Vertriebslebenslauf eingestellt. Englisch verhandlungssicher ist Grundvoraussetzung, eine zweite Fremdsprache je nach Gebiet meist erwartet.
Was der Beruf verlangt
Die Reisetätigkeit ist der Kern der Belastung. Zwischen dreißig und sechzig Reisetage im Jahr sind üblich, bei Fernmärkten mit Reisen von ein bis zwei Wochen, Zeitzonenwechsel und Wochenenden, die für Anreise oder Messeaufbau draufgehen. Zwischen den Reisen laufen Telefonate und Videokonferenzen zu Randzeiten, weil Asien vormittags und Amerika abends erreichbar ist.
Dazu kommt Zieldruck: Umsatz- und Margenziele pro Land, oft mit variabler Vergütung verknüpft, in Märkten, die von Wechselkursen, Zöllen, Sanktionen und politischen Lagen bewegt werden und damit von Faktoren, die niemand im Gebiet steuern kann. Wer Verhandlungen ungern über Monate offen lässt, tut sich schwer, denn Entscheidungswege bei Importeuren sind lang. Verlässlichkeit in Dokumentation und Zollrecht ist Pflicht; Fehler dort kosten Geld und im Fall der Exportkontrolle mehr als das.
Aussichten
Deutsche Industrie- und Konsumgüterhersteller sind exportabhängig, entsprechend besteht anhaltende Nachfrage nach Leuten, die Auslandsmärkte betreuen können. Besonders gesucht sind Kombinationen aus technischem Verständnis und Sprachen für Märkte, in denen Deutschland Marktanteile ausbaut. Entwicklungswege führen zum Area oder Regional Sales Manager mit mehreren Ländern, zum Exportleiter mit Teamverantwortung, in die Leitung einer Auslandsgesellschaft oder in Vertriebsleitung und Business Development. Der Wechsel zwischen Branchen ist möglich, solange Markt- und Kulturkenntnis erhalten bleibt.