Zum Inhalt springen
Außendienst

Stundenbasis im Direktvertrieb

Verkauf direkt beim Kunden – an der Haustür, am Promotionstand oder auf Messen – bezahlt nach geleisteten Stunden statt allein nach Abschluss. Der Beruf arbeitet nach außen, gewinnt überwiegend Neukunden und ist der häufigste Einstieg in den Direktvertrieb.

35 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Stundenbasis im Direktvertrieb verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.900 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.800 € 3.500 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.400 € 4.600 € 40.800 €

Die Werte enthalten Abschlussprämien bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; der feste Stundenlohn macht in diesem Modell meist 70 bis 90 Prozent des Einkommens aus und liegt je nach Auftraggeber zwischen Mindestlohn und etwa 17 Euro. Entscheidend sind Auftraggeber und Produkt – Glasfaser- und Energiekampagnen zahlen höhere Prämien als Fundraising –, außerdem die Widerrufsquote, da stornierte Verträge die Prämie kosten. Ein Tarifvertrag besteht in der Regel nicht.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Vertriebskraft auf Stundenbasis im Direktvertrieb?

Die Arbeit findet dort statt, wo der Kunde ist: in Wohngebieten, in Einkaufszentren, an Ständen in Baumärkten oder Elektronikfachmärkten, auf Messen und Stadtfesten. Verkauft werden meist Produkte und Verträge, die eine Erklärung brauchen und sich schnell entscheiden lassen – Strom- und Gastarife, Glasfaser- und Mobilfunkanschlüsse, Zeitschriftenabonnements, Spendendauerverträge für Hilfsorganisationen, Haushaltsgeräte oder Fördermitgliedschaften.

Ein Arbeitstag beginnt mit der Einteilung des Gebiets oder der Standschicht, oft in einer kurzen Teambesprechung mit Tageszielargumenten und Aktionspreisen. Danach folgen Stunden voller Erstkontakte: ansprechen, Bedarf erfragen, Angebot erklären, Einwände beantworten, Vertrag am Tablet oder auf Papier abschließen, Widerrufsbelehrung übergeben. Am Abend werden Abschlüsse dokumentiert, Adressen zurückgemeldet und nicht erreichte Haushalte für einen zweiten Anlauf vermerkt.

Der Unterschied zum klassischen Direktvertrieb liegt in der Bezahlung. Statt eines rein erfolgsabhängigen Einkommens gibt es einen vertraglich zugesicherten Stundenlohn, häufig ergänzt um Prämien pro Abschluss. Das verschiebt die Erwartung nicht auf null, aber es macht die Arbeit planbarer und ist der Grund, warum diese Variante für Einsteiger und Quereinsteiger zugänglich ist.

Wie wird man Vertriebskraft auf Stundenbasis im Direktvertrieb?

Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Eingestellt wird über Bewerbungsgespräche, in denen weniger Zeugnisse zählen als Auftreten, verständliche Sprache und Belastbarkeit. Wer aus Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk oder Pflege kommt, bringt den entscheidenden Teil schon mit: Umgang mit Menschen, die gerade keine Zeit haben. Die Einarbeitung dauert in der Regel wenige Tage bis zwei Wochen und besteht aus Produktschulung, Rechtsgrundlagen zu Widerruf und Datenschutz sowie Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen im Feld. Für den Vertrieb von Versicherungen oder Finanzprodukten ist eine Sachkundeprüfung nach Gewerbeordnung nötig, für Energie- und Telekommunikationsverträge nicht.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist körperlich und psychisch fordernd. Gearbeitet wird bei jedem Wetter, viel im Stehen und Gehen, oft in den Abendstunden und samstags, weil dann Menschen zu Hause oder im Markt sind. Ablehnung ist der Normalfall: Auf einen Abschluss kommen viele Gespräche, die nach zehn Sekunden endet. Wer das persönlich nimmt, hält nicht durch. Die Fluktuation in dieser Tätigkeit ist hoch, ein erheblicher Teil der Neueinsteiger bleibt weniger als ein halbes Jahr.

Dazu kommt Zieldruck. Auch bei Stundenlohn wird die Abschlussquote gemessen, und wer dauerhaft unter dem Teamdurchschnitt liegt, bekommt schlechtere Schichten oder wird nicht verlängert. Reisezeiten fallen an, bei Kampagnenarbeit auch Montageeinsätze mit Übernachtung. Seriosität ist ein Thema der Branche: Wer an Haustüren arbeitet, muss Beratung von Überredung trennen können, sonst gehen Verträge im Widerruf verloren und die Prämie mit ihnen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Energieversorger, Netzbetreiber und Hilfsorganisationen den persönlichen Kontakt weiter für die Neukundengewinnung nutzen. Wer bleibt und liefert, wird typischerweise Teamleiter mit eigener Gruppe, dann Gebiets- oder Kampagnenleiter. Ein zweiter Weg führt nach innen oder in den betreuenden Außendienst: Wer täglich Erstkontakte übersteht, gilt als geeignet für Positionen im Key Account, im Fachhandelsvertrieb oder in der Vertriebsschulung. Der Beruf ist selten ein Endpunkt, aber ein belastbarer Nachweis von Verkaufsfähigkeit.

Aufgaben

  • Haushalte, Standbesucher oder Messegäste direkt ansprechen
  • Bedarf ermitteln und Tarife oder Produkte verständlich erklären
  • Verträge am Tablet abschließen und Widerrufsbelehrung übergeben
  • zugewiesenes Gebiet oder die Standschicht selbst einteilen
  • Einwände zu Preis, Anbieterwechsel und Vertragslaufzeit entkräften
  • Abschlüsse und Nichterreichte täglich dokumentieren
  • Aktionsware und Werbematerial am Stand aufbauen und betreuen
  • an Tagesbriefings und Produktschulungen teilnehmen

Voraussetzungen

  • keine bestimmte Ausbildung, Deutsch sicher in Wort
  • hohe Frustrationstoleranz gegenüber täglicher Ablehnung
  • körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Stehen und bei jedem Wetter
  • Bereitschaft zu Abend- und Samstagsarbeit
  • Führerschein Klasse B für Gebietseinsätze meist erwartet
  • polizeiliches Führungszeugnis bei Haustürvertrieb häufig verlangt
  • Sachkundeprüfung nach § 34d GewO nur bei Versicherungsprodukten

Wo man arbeitet

  • Vertriebs- und Promotionagenturen
  • Energieversorger und Telekommunikationsanbieter
  • Fachmärkte und Einkaufszentren als Standflächen
  • Fundraising-Agenturen für Hilfsorganisationen
  • Messe- und Eventdienstleister

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt ohne formale Ausbildung über eine betriebliche Einarbeitung von wenigen Tagen bis zwei Wochen, bestehend aus Produktschulung, rechtlichen Grundlagen und Feldbegleitung. Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich; eine kaufmännische Ausbildung oder Erfahrung im Einzelhandel erleichtert den Aufstieg. Für Versicherungs- und Finanzprodukte ist zusätzlich die Sachkundeprüfung bei der IHK nötig.

Offene Stellen als Stundenbasis im Direktvertrieb

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Vertriebsmitarbeiter im Außendienst

Vertriebsmitarbeiter im Außendienst betreuen Kunden vor Ort in einem festen Gebiet, gewinnen neue Kunden und verkaufen Produkte oder Dienstleistungen im persönlichen Gespräch. Der Arbeitsplatz ist überwiegend das Auto und der Betrieb des Kunden.

Offene Stellen
43
Monatsbrutto
2.800 – 6.800 €

Vertrieb.digital verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz