Was macht ein Verkäufer in Voll- und Teilzeit?
Die Arbeit findet auf der Verkaufsfläche statt. Verkäufer sprechen Kunden an, ermitteln im Gespräch, was gesucht wird, zeigen Alternativen und schließen den Verkauf an der Kasse ab. Zwischen den Beratungsgesprächen wird Ware verräumt, ausgezeichnet, umgeräumt und kontrolliert: Mindesthaltbarkeit im Lebensmittelhandel, Größenlauf im Textilbereich, Vollständigkeit der Regale überall. Dazu kommen Warenannahme, Retouren, Reklamationsbearbeitung und Inventurvorbereitung.
Der Beruf betreut überwiegend bestehende Kundschaft und Laufkundschaft, er akquiriert nicht aktiv. Verkauft wird trotzdem: Zusatzverkäufe, Serviceverträge, Kundenkarten und Finanzierungen sind in vielen Filialkonzepten Teil der Zielvorgabe und werden pro Schicht oder pro Woche ausgewertet. Wer in Teilzeit arbeitet, hat dieselben Aufgaben, meist verteilt auf Spätschichten, Samstage und die Zeiten mit hohem Kundenaufkommen.
Wie wird man Verkäufer in Voll- und Teilzeit?
Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer, die sich um ein drittes Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel verlängern lässt. Vorausgesetzt wird in der Regel ein Hauptschulabschluss, viele Betriebe stellen auch ohne Abschluss ein, wenn der Eindruck im Praktikum stimmt.
Der Quereinstieg ist in kaum einem anderen Vertriebsberuf so offen. Filialisten stellen regelmäßig ungelernte Kräfte ein und schulen intern auf Kasse, Warenwirtschaft und Sortiment. Erfahrung aus Gastronomie, Handwerk oder Pflege wird anerkannt, weil sie Kundenkontakt, Schichtdienst und körperliche Belastbarkeit voraussetzt. Ohne Abschluss liegt die Eingruppierung allerdings niedriger, und der Weg zur Erstkraft oder Substitutin dauert länger.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Stehen über die gesamte Schicht, Heben von Kartons und Getränkekisten, Arbeit im Kühlbereich oder in überheizten Verkaufsräumen gehören dazu. Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten, also abends und samstags, in vielen Branchen auch an verkaufsoffenen Sonntagen. Dienstpläne werden oft kurzfristig geändert, Teilzeitkräfte werden zu ungünstigen Randzeiten eingesetzt.
Dazu kommt der Umgang mit unfreundlichen Kunden, mit Reklamationen, gelegentlich mit Diebstahl und Bedrohung. Der Personalschlüssel ist in vielen Filialen knapp, Krankheitsausfälle werden von den Anwesenden aufgefangen. Die Fluktuation im Einzelhandel ist entsprechend hoch, besonders im ersten Jahr. Wer bleibt, braucht Geduld, ein freundliches Auftreten auch am Ende einer Schicht und die Fähigkeit, zwischen Kasse, Beratung und Regal ständig zu wechseln.
Aussichten
Die Nachfrage ist konstant hoch. Filialisten in Lebensmittelhandel, Drogerie, Textil und Bau suchen dauerhaft Personal, offene Stellen bleiben in vielen Regionen monatelang unbesetzt. Wer zuverlässig ist und bleibt, wird schnell gebraucht.
Entwicklungswege führen über die Erstkraft und die stellvertretende Filialleitung zur Filialleitung, im größeren Haus über Abteilungsleitung und Substitutenprogramme. Ein Wechsel in den Außendienst des Herstellers ist möglich und wird von Verkäufern mit Sortimentskenntnis regelmäßig genutzt, ebenso der Wechsel in den Innendienst oder ins Category Management. Wer die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel nachholt oder den Handelsfachwirt anschließt, verbessert die Eingruppierung deutlich.