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Einzelhandel & Filiale

Filialleiter

Filialleiter führen eine Verkaufsstelle des Einzelhandels eigenverantwortlich: Personal, Umsatz, Ware und Kosten liegen in ihrer Hand. Die Rolle arbeitet nach innen ins Team und nach außen zum Kunden, mit klarer Umsatz- und Ergebnisverantwortung.

975 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Filialleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.500 € 60.000 €

Maßgeblich sind Filialgröße, Umsatzvolumen und Format: Ein Discountmarkt zahlt deutlich anders als eine kleine Modefiliale. In tarifgebundenen Häusern gelten die Gehaltstarifverträge für den Einzelhandel der jeweiligen Bundesländer, dort ist die Spanne eng; Discounter und Franchisebetriebe zahlen häufig übertariflich. Der feste Anteil liegt üblicherweise bei 85 bis 100 Prozent, variable Bestandteile hängen meist an Umsatz, Inventurdifferenz und Personalkostenquote.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Filialleiter?

Ein Filialleiter verantwortet eine einzelne Verkaufsstelle - vom Discountmarkt über die Modefiliale bis zur Filiale einer Optiker-, Bäckerei- oder Telekommunikationskette. Der Tag beginnt meist vor der Öffnung mit Warenannahme, Kassenabrechnung des Vortages und der Kontrolle der Umsatzzahlen. Danach geht es um Personaleinsatz: Wer steht wann an der Kasse, wer räumt ein, wer übernimmt die Beratungsfläche, wie wird die Krankmeldung von heute Morgen aufgefangen. Filialleiter bestellen oder disponieren Ware, steuern Inventurdifferenzen, setzen Werbeaktionen und Platzierungsvorgaben der Zentrale um und kontrollieren Preisauszeichnung, Sauberkeit und Frische.

Dazu kommt die Verkaufsarbeit selbst. In den meisten Häusern steht der Filialleiter mit auf der Fläche, bedient, berät, löst Reklamationen und übernimmt die Fälle, die das Team nicht abschließt. Ein zweiter Teil der Arbeit ist Reporting nach oben: Gespräche mit dem Bezirks- oder Regionalleiter über Umsatz, Personalkostenquote, Krankenstand und Inventurergebnis. Geführt wird ein Team von wenigen bis zu mehreren Dutzend Beschäftigten, meist mit hohem Teilzeit- und Aushilfenanteil.

Wie wird man Filialleiter?

Der übliche Weg führt über eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer mit anschließender Aufstiegsphase über stellvertretende Filialleitung oder Substitut. Viele Ketten haben strukturierte Programme, in denen Nachwuchskräfte innerhalb von ein bis zwei Jahren zur Leitung entwickelt werden. Ein Handelsfachwirt oder ein betriebswirtschaftliches Studium beschleunigt den Weg, ist aber selten Bedingung. Quereinsteiger aus Gastronomie, Hotellerie oder Handwerk werden regelmäßig genommen, wenn sie Schichtführung, Kassenverantwortung und Umgang mit Kunden nachweisen können - Discounter und Systemgastronomie-nahe Formate rekrutieren gezielt so.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten: Samstage sind Regelarbeitstage, Abenddienste ebenso, in Innenstadtlagen auch verkaufsoffene Sonntage. Die körperliche Belastung wird unterschätzt - Stehen, Warenhandling, Kartons. Der Druck kommt von zwei Seiten: Umsatz- und Kostenziele der Zentrale auf der einen, chronisch knappe Personaldecke auf der anderen. Wer keine Aushilfen findet, arbeitet die Lücken selbst ab. Personalgespräche, Abmahnungen und Kündigungen gehören dazu, ebenso Diebstahl, Beschwerden und gelegentlich aggressive Kunden. Die Fluktuation auf diesen Stellen ist in einigen Ketten hoch, weil Verantwortung und Entlastung nicht immer zusammenpassen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Filialisten aller Formate suchen dauerhaft Leitungen, besonders außerhalb der Ballungsräume, und besetzen bevorzugt intern. Wer sich bewährt, übernimmt größere oder umsatzstärkere Häuser, wechselt in die Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Filialen oder geht in Zentralfunktionen wie Category Management, Expansion oder Vertriebssteuerung. Ein Wechsel in den Außendienst der Industrie ist ein üblicher Seitenschritt, weil Sortiments- und Handelskenntnis dort gefragt ist. Der Weg in die Selbstständigkeit besteht ebenfalls, etwa als selbstständiger Kaufmann in Genossenschafts- oder Franchisesystemen des Lebensmittelhandels.

Aufgaben

  • Umsatz-, Kosten- und Ergebnisverantwortung für die Filiale
  • Personaleinsatzplanung, Einarbeitung und Führung des Filialteams
  • Warendisposition, Wareneingang und Bestandskontrolle
  • Umsetzung von Werbeaktionen, Platzierungs- und Sortimentsvorgaben
  • Kassenabrechnung, Tagesabschluss und Inventurvorbereitung
  • Beratung und Verkauf auf der Fläche sowie Bearbeitung von Reklamationen
  • Reporting an Bezirks- oder Regionalleitung
  • Einhaltung von Arbeitssicherheit, Hygiene- und Preisauszeichnungsvorgaben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel oder vergleichbare Praxiserfahrung
  • Erste Führungserfahrung, etwa als Substitut, Schichtleiter oder Stellvertreter
  • Sicherer Umgang mit Zahlen: Umsatz, Personalkostenquote, Warenbestand
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit, Spät- und Frühdiensten
  • Körperliche Belastbarkeit für Stehen und Warenhandling
  • Durchsetzungsvermögen und Ruhe im Umgang mit Kunden und Personalthemen
  • Führerschein und regionale Flexibilität, wenn Vertretungen in Nachbarfilialen anfallen

Wo man arbeitet

  • Lebensmitteleinzelhandel und Discounter
  • Filialen von Bekleidungs- und Schuhketten
  • Drogerie-, Elektronik- und Baumarktketten
  • Filialisierte Fachgeschäfte wie Optiker, Bäckereien, Telekommunikation
  • Franchise- und Genossenschaftsbetriebe des Handels

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, häufig aufbauend auf der zweijährigen Verkäuferausbildung. Danach folgen ein bis drei Jahre als stellvertretende Filialleitung oder in einem Trainee- beziehungsweise Führungsnachwuchsprogramm der Kette. Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder ein BWL-Studium ist möglich, aber keine Voraussetzung.

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