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Einzelhandel & Filiale

Augenoptiker

Augenoptiker beraten Kunden bei der Brillen- und Kontaktlinsenauswahl, messen die Sehstärke und fertigen Brillen in der Werkstatt an. Der Beruf verbindet handwerkliche Arbeit mit Verkauf im direkten Kundenkontakt.

12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Augenoptiker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 3.000 € 3.500 € 36.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.800 € 4.800 € 45.600 €

Der Gehaltstarifvertrag für das Augenoptikerhandwerk gilt regional und wird von vielen kleinen Betrieben nicht angewandt, weshalb die Spanne nach unten offen ist. Der Festanteil liegt üblicherweise bei rund 85 bis 95 Prozent; Umsatz- und Stückprovisionen sind in Filialketten üblich, aber betragsmäßig begrenzt. Meisterbrief, Filialleitung und Kontaktlinsenspezialisierung sind die stärksten Hebel.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Augenoptiker?

Augenoptiker arbeiten im Ladengeschäft und betreuen Kunden von der ersten Beratung bis zur Abholung der fertigen Brille. Ein großer Teil des Tages besteht aus Gesprächen: Sehprobleme erfragen, die Sehstärke am Refraktionsplatz bestimmen, Gläser und Fassungen vorschlagen, Preise erklären. Der zweite Teil ist Handwerk. In der Werkstatt werden Gläser eingeschliffen, Fassungen angepasst, Bügel gerichtet, Reparaturen erledigt. Dazu kommen Kontaktlinsenanpassung mit Nachkontrollen, Zentrierdaten am Videozentriersystem, Abrechnung mit Kassen und Beihilfestellen sowie Warenpflege im Verkaufsraum.

Der Beruf ist eine Kundenbetreuungsrolle mit klarem Verkaufsanteil. Neukunden kommen von selbst in den Laden, aktive Akquise gehört nicht dazu. Verkauft wird trotzdem: Gleitsichtgläser, Entspiegelungen, Zweitbrillen, Sonnenbrillen mit Stärke. In Filialen großer Ketten gibt es Umsatz- und Stückziele, teils für die Filiale, teils für den einzelnen Mitarbeiter. Wer bestehende Kunden gut betreut, bekommt sie in zwei Jahren wieder - Bestandspflege ist im Optikgeschäft das eigentliche Geschäftsmodell.

Wie wird man Augenoptiker?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Augenoptiker im Betrieb mit Berufsschule. Vorausgesetzt wird meist ein mittlerer Schulabschluss, in der Praxis werden auch Hauptschulabsolventen mit guten Noten in Mathematik und Physik genommen. Nach der Ausbildung folgt für viele die Meisterprüfung, die zur Refraktion in eigener Verantwortung, zur Ausbildung von Nachwuchs und zur Filialleitung oder Selbstständigkeit berechtigt. Alternativ gibt es Studiengänge in Augenoptik und Optometrie an Fachhochschulen.

Ein echter Quereinstieg ist nur begrenzt möglich, weil die messtechnischen und handwerklichen Anteile Fachkunde verlangen. Wer aus dem Einzelhandel oder aus der Gesundheitsbranche kommt, findet Einstiege als Verkaufskraft im Optikfachgeschäft und kann die Ausbildung verkürzt nachholen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten folgen den Ladenöffnungszeiten. Samstagsarbeit ist Regel, nicht Ausnahme, in Einkaufszentren auch der späte Abend. Der Beruf ist überwiegend stehend, die Werkstattarbeit verlangt Feinmotorik und gute Nahsicht. Gefordert ist Geduld: Ein Teil der Kunden ist älter, hört schlecht, versteht die Preisunterschiede zwischen Glasqualitäten nicht auf Anhieb und kommt mit derselben Frage dreimal. Kunden reklamieren Gleitsichtbrillen, an die sie sich nicht gewöhnen - das muss ausgehalten und gelöst werden.

In Filialketten ist der Druck durch Aktionspreise und Ziele spürbar, in kleinen Meisterbetrieben ist die Bezahlung häufig niedriger, die Arbeit dafür eigenständiger. Die Fluktuation ist mittel, viele wechseln zwischen Kette und Fachgeschäft.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot an Fachkräften. Die Bevölkerung wird älter, der Bedarf an Sehhilfen steigt, gleichzeitig finden Betriebe schwer Nachwuchs. Wer den Meister macht, kann Filialen leiten, in die Kontaktlinsenspezialisierung oder Optometrie gehen, in den Außendienst von Glas- und Fassungsherstellern wechseln oder ein eigenes Geschäft übernehmen. Der Wechsel in den Herstelleraußendienst ist für erfahrene Augenoptiker ein häufiger Weg mit deutlichem Einkommenssprung.

Aufgaben

  • Sehstärke bestimmen und Refraktionsdaten aufnehmen
  • Fassungen und Gläser beraten und verkaufen
  • Brillen in der Werkstatt einschleifen und montieren
  • Kontaktlinsen anpassen und Nachkontrollen durchführen
  • Reparaturen und Anpassungen an vorhandenen Brillen
  • Kassen- und Beihilfeabrechnungen bearbeiten
  • Verkaufsraum und Warenpräsentation pflegen
  • Kunden zu Nachkontrollen und Folgekäufen zurückholen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Augenoptiker, für eigenverantwortliche Refraktion in der Regel der Meisterbrief
  • Verständnis für Mathematik, Physik und Optik
  • handwerkliches Geschick und gute Feinmotorik
  • Beratungsfreude und Geduld im Umgang mit älteren Kunden
  • Bereitschaft zu Samstagsarbeit und langem Stehen
  • Sicherheit im Verkauf höherwertiger Gläser und Zusatzleistungen

Wo man arbeitet

  • Augenoptikfachgeschäfte in Familienbesitz
  • Filialen großer Optikketten
  • Optikabteilungen in Einkaufszentren
  • augenärztliche Praxen mit angeschlossener Optik
  • Außendienst und Innendienst von Glas- und Fassungsherstellern

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Augenoptiker im Fachgeschäft mit Berufsschulunterricht und Abschluss vor der Handwerkskammer. Darauf folgt häufig die Meisterprüfung, die etwa ein Jahr in Vollzeit oder zwei Jahre in Teilzeit dauert. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Augenoptik und Optometrie über sechs bis sieben Semester in den Beruf.

Offene Stellen als Augenoptiker

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