Zum Inhalt springen
Außendienst

Außendienstmitarbeiter

Außendienstmitarbeiter betreuen und gewinnen Kunden direkt vor Ort in einem festen Verkaufsgebiet. Der Arbeitsplatz ist überwiegend das Auto, der Kundenbetrieb und das Homeoffice, nicht das Firmenbüro.

33 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Außendienstmitarbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 4.100 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.400 € 5.400 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 5.500 € 7.000 € 66.000 €

Die Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus; der feste Anteil liegt im Außendienst meist bei 70 bis 85 Prozent, bei reinen Akquiserollen deutlich darunter. Entscheidend sind Branche und Produktwert, die Größe und Kaufkraft des Gebiets sowie die Frage, ob ein bestehender Kundenstamm übernommen wird oder von null aufgebaut werden muss; Firmenwagen und Spesen kommen zusätzlich hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Außendienstmitarbeiter?

Außendienstmitarbeiter verkaufen im direkten Kontakt beim Kunden. Sie bekommen ein Gebiet zugewiesen, dazu eine Kundenliste und eine Umsatzvorgabe. Der Alltag besteht aus Terminplanung, Fahrtzeit, Gesprächen im Betrieb des Kunden, Produktvorstellungen und Preisverhandlungen. Je nach Rolle liegt der Schwerpunkt auf der Betreuung eines bestehenden Kundenstamms oder auf der Neukundengewinnung, häufig auf beidem in einem festgelegten Verhältnis.

Zwischen den Terminen wird dokumentiert: Besuchsberichte im CRM, Angebote kalkulieren, Preisanfragen mit dem Innendienst abstimmen, Reklamationen weiterreichen. Wer technische Produkte verkauft, klärt vor Ort Anwendungsfragen, nimmt Maße auf oder führt Geräte vor. Im Konsumgüterbereich gehören Regalpflege, Zweitplatzierungen und Aktionsabsprachen mit dem Markt dazu. Die Woche endet oft mit einem Forecast an die Vertriebsleitung und einem Telefonat oder einer Videokonferenz mit dem Team.

Wie wird man Außendienstmitarbeiter?

Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Üblich ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, oder eine technische Ausbildung mit späterer Weiterbildung zum Techniker oder Meister. In technischen Branchen wird Produktverständnis höher gewichtet als der kaufmännische Abschluss, weshalb Handwerker, Servicetechniker und Anlagenbauer regelmäßig in den Außendienst wechseln. Auch aus dem Einzelhandel, dem Vertriebsinnendienst oder der Gastronomie gelingt der Einstieg, wenn Verkaufserfahrung und Belastbarkeit erkennbar sind.

Der Weg führt häufig über den Innendienst: dort lernt man Produkte, Preise und Kunden kennen und übernimmt später ein Gebiet. Viele Unternehmen setzen eine mehrwöchige Einarbeitung mit Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen an. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch immer Bedingung.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist zielgebunden. Umsatz, Besuchsfrequenz und Abschlussquoten werden monatlich gemessen und besprochen. Wer in schwachen Monaten damit nicht umgehen kann, hält die Rolle selten lange durch; die Fluktuation ist in vielen Vertriebsorganisationen hoch, besonders bei stark provisionsabhängigen Modellen.

Dazu kommt die Fahrleistung. Je nach Gebietsgröße sind 30.000 bis 60.000 Kilometer im Jahr normal, bei großflächigen Gebieten fallen Übernachtungen an. Frühe Starts, Termine am Rand der Arbeitszeit und Papierarbeit am Abend sind verbreitet. Wer Kunden im Handel oder in der Gastronomie betreut, arbeitet gelegentlich auch samstags oder auf Messen am Wochenende. Die Arbeit ist weitgehend selbst organisiert, was Freiheit bedeutet, aber auch Disziplin verlangt: Es gibt niemanden, der die Wochenplanung abnimmt. Zurückweisung gehört zum Alltag, gerade in der Kaltakquise.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in technischen Branchen, im Baustoffhandel, in der Medizintechnik und bei Industriezulieferern anhaltend hoch, weil erklärungsbedürftige Produkte weiter persönlich verkauft werden. Reine Bestellabwicklung wandert dagegen in digitale Kanäle ab, was Rollen mit geringem Beratungsanteil unter Druck setzt.

Entwicklungswege führen zum Key Account Management mit größeren Kunden, zur Gebiets- oder Regionalleitung mit Führungsverantwortung, in den technischen Vertrieb oder ins Produktmanagement. Wer ein Gebiet über Jahre aufgebaut hat, verhandelt aus einer guten Position, weil Kundenbeziehungen an Personen hängen. Branchenwechsel sind möglich, kosten aber meist ein Jahr Einarbeitung in Produkt und Markt.

Aufgaben

  • Kundentermine im zugewiesenen Gebiet planen und durchführen
  • Bestandskunden betreuen und Umsätze ausbauen
  • Neukunden identifizieren und akquirieren, auch telefonisch
  • Angebote kalkulieren und Preise verhandeln
  • Besuchsberichte und Kundendaten im CRM pflegen
  • Produkte vor Ort vorstellen und Anwendungsfragen klären
  • Messen, Hausmessen und Kundenveranstaltungen begleiten
  • Forecast und Umsatzzahlen an die Vertriebsleitung berichten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische oder technische Ausbildung, in vielen Branchen auch ohne festen Abschluss bei Verkaufserfahrung
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Fahrleistung
  • Sicheres Auftreten im Gespräch mit Einkäufern, Handwerkern oder Praxisinhabern
  • Selbstorganisation bei Tourenplanung und Nachbearbeitung
  • Belastbarkeit gegenüber Zielvorgaben und Ablehnung
  • Produktverständnis, bei technischen Gütern auch fachliche Tiefe
  • Grundkenntnisse in CRM-Systemen und Kalkulation

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Zulieferbetriebe
  • Groß- und Fachhandel
  • Hersteller von Konsum- und Markenartikeln
  • Medizin- und Labortechnikunternehmen
  • Bau- und Handwerkszulieferer
  • Dienstleister mit Firmenkundengeschäft

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine zwei- bis dreieinhalbjährige kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, oder eine technische Ausbildung mit Meister- oder Technikerabschluss. Der Einstieg in den Außendienst erfolgt meist nach einigen Jahren im Innendienst, im Handel oder im Service, ergänzt durch eine mehrwöchige betriebliche Einarbeitung im Gebiet. Ein Studium in Betriebswirtschaft oder Ingenieurwesen ist in erklärungsbedürftigen Branchen verbreitet, aber keine Bedingung.

Offene Stellen als Außendienstmitarbeiter

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Gebietsverkaufsleiter

Gebietsverkaufsleiter tragen die Umsatzverantwortung für eine Vertriebsregion und führen dort in der Regel ein Team von Außendienstmitarbeitern oder Handelsvertretern. Sie arbeiten überwiegend im Feld, bei Kunden und mit den eigenen Leuten.

Offene Stellen
5
Monatsbrutto
3.800 – 9.500 €

Key Account Manager

Key Account Manager betreuen die größten und wichtigsten Kunden eines Unternehmens – meist Handelsketten, Konzerne oder Einkaufsverbände. Sie verhandeln Jahresverträge, Konditionen und Listungen und arbeiten dabei eng mit Einkauf, Marketing und Logistik zusammen.

Offene Stellen
55
Monatsbrutto
3.800 – 11.000 €

Vertrieb.digital verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz