Filialleiter Private Banking
Filialleiter im Private Banking führen ein Team von Beratern, das vermögende Privatkunden betreut, und tragen die Verantwortung für die Vertriebsergebnisse des Standorts. Sie betreuen zugleich eigene Schlüsselkunden.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Filialleiter Private Banking verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.000 € | 7.300 € | 9.000 € | 87.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.000 € | 9.500 € | 13.000 € | 114.000 € |
Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich die Vergütung nach TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für die Volksbanken und Raiffeisenbanken, häufig jedoch außertariflich mit Zusatzvereinbarung; im privaten Bankgewerbe gilt der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken. Der feste Anteil liegt üblicherweise bei 80 bis 90 Prozent, der variable Teil hängt an Standortergebnis und individuellen Zielen; entscheidend für die Höhe sind Größe und Vermögensklasse des betreuten Bestands sowie Institutstyp und Standort.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Filialleiter Private Banking?
Ein Filialleiter Private Banking steht an der Spitze eines Standorts, an dem vermögende Privatkunden, Unternehmerfamilien und Stiftungen betreut werden. Die Rolle hat zwei Seiten: Führung und eigener Vertrieb. Auf der Führungsseite steht die Steuerung von meist vier bis fünfzehn Beratern und Assistenzkräften, die Verteilung der Kundenbestände, wöchentliche Vertriebsrunden, Zielvereinbarungen und Coaching bei Kundengesprächen. Auf der Vertriebsseite behält der Filialleiter in der Regel ein eigenes Portfolio der größten oder heikelsten Kundenverbindungen und begleitet Berater bei Erstgesprächen mit Interessenten, wenn Rang und Erfahrung gefragt sind.
Der Alltag besteht aus Kundenterminen im Haus und beim Kunden, Vorbereitung von Anlagevorschlägen und Vermögensstrukturierungen, Abstimmung mit Spezialisten für Immobilien, Nachfolge, Finanzierung und Stiftungen, Kreditvorlagen für das Marktfolgevotum sowie der Berichterstattung an die Bereichs- oder Regionalleitung. Dazu kommt Netzwerkarbeit: Veranstaltungen, Kontakte zu Steuerberatern, Notaren und Rechtsanwälten, aus denen Empfehlungen entstehen. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fließt in Aufsichts- und Nachweispflichten, von der Dokumentation der Beratungsgespräche bis zu Geldwäsche- und Geeignetheitsprüfungen.
Wie wird man Filialleiter Private Banking?
Der klassische Weg beginnt mit der Ausbildung zum Bankkaufmann und führt über die Privatkundenberatung in die Individual- oder Vermögensberatung. Darauf folgt meist ein Bankfachwirt, ein berufsbegleitender Bachelor oder ein Studium in Betriebswirtschaft, Finance oder Wirtschaftsrecht. Wer aus dem Studium kommt, startet häufig über ein Traineeprogramm einer Privatbank oder Sparkasse. Vor der ersten Führungsposition liegen üblicherweise fünf bis zehn Jahre in der Beratung mit nachweisbaren Vertriebsergebnissen und einem eigenen Netzwerk. Zertifizierungen wie der CFP oder Weiterbildungen in Vermögens- und Nachfolgeplanung sind verbreitet, teils gefordert. Ein echter Quereinstieg ohne Bankhintergrund ist selten; wer aus der Versicherungs- oder freien Finanzberatung kommt, braucht mindestens einen belastbaren Kundenstamm und die aufsichtsrechtlichen Sachkundenachweise.
Was der Beruf verlangt
Die Doppelrolle ist die größte Belastung: Führungsverantwortung und eigene Vertriebsziele laufen parallel, und beide werden gemessen. Der Zieldruck ist konkret und quartalsweise nachvollziehbar, meist über Nettoneugeld, Depotvolumen, Erträge und Produktabschlüsse. Kunden erwarten Erreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten, Termine finden abends und gelegentlich am Wochenende statt. Wer einen Bestand übernimmt, trägt zugleich das Risiko, dass Kunden dem Vorgänger folgen. Regulatorik nimmt Zeit, die nicht beim Kunden verbracht wird, und Fehler in der Dokumentation haben persönliche Folgen. Verlangt werden Diskretion, ein sicherer Auftritt gegenüber Menschen mit deutlich mehr Vermögen als man selbst hat, und die Bereitschaft, unangenehme Personalgespräche zu führen.
Aussichten
Die Nachfrage nach qualifizierten Führungskräften im Private Banking ist stabil bis steigend, weil Vermögen und Erbfälle zunehmen und der Nachwuchs in der Beratung knapp ist. Gleichzeitig werden Standorte zusammengelegt, was die Zahl der Leitungsstellen begrenzt und den Zuschnitt der Gebiete vergrößert. Entwicklungswege führen in die Leitung mehrerer Standorte, in die Regional- oder Bereichsleitung, in das Wealth Management mit größeren Vermögensklassen oder in die Selbstständigkeit als Vermögensverwalter beziehungsweise Multi Family Office.
Aufgaben
- Führung und Coaching eines Beraterteams am Standort
- Verantwortung für Nettoneugeld, Ertrags- und Volumenziele
- Betreuung eigener Schlüsselkunden und Begleitung von Erstgesprächen
- Vermögensstrukturierung mit Spezialisten für Nachfolge, Immobilien und Finanzierung
- Vorbereitung und Vertretung von Kreditvorlagen gegenüber der Marktfolge
- Netzwerkarbeit mit Steuerberatern, Notaren und Multiplikatoren
- Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Beratungs- und Dokumentationspflichten
- Berichterstattung und Planung gegenüber der Regional- oder Bereichsleitung
Voraussetzungen
- Bankausbildung, ergänzt um Bankfachwirt oder wirtschaftswissenschaftliches Studium
- Mehrjährige Erfahrung in der Vermögens- oder Individualkundenberatung
- Sachkundenachweise nach WpHG-Mitarbeiteranzeigenverordnung
- Fundierte Kenntnisse in Anlage, Finanzierung, Steuern und Nachfolge
- Führungserfahrung oder nachgewiesene Eignung aus Projekt- und Teamverantwortung
- Sicheres Auftreten, Diskretion und Belastbarkeit unter Zieldruck
- Bereitschaft zu Abendterminen und Reisen im Betreuungsgebiet
Wo man arbeitet
- Private Banking Standorte von Sparkassen und Genossenschaftsbanken
- Privatbanken und Bankhäuser
- Vermögensmanagement-Center von Groß- und Regionalbanken
- Unabhängige Vermögensverwaltungen
- Auslandsbanken mit deutschen Standorten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann, gefolgt von mehreren Jahren in der Privatkunden- und Vermögensberatung. Darauf baut eine Qualifikation als Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt beziehungsweise ein berufsbegleitendes Bachelor- oder Masterstudium auf. Die Leitungsfunktion wird in der Regel nach fünf bis zehn Jahren Beratungserfahrung und einer internen Führungsqualifizierung übertragen.
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