Immobilienmakler
Immobilienmakler vermitteln Wohnungen, Häuser und Gewerbeflächen zwischen Verkäufern und Käufern oder zwischen Vermietern und Mietern. Sie arbeiten nach außen, gewinnen Objekte aktiv ein und leben in der Regel überwiegend von Provision.
35 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Immobilienmakler verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.000 € | 2.700 € | 3.600 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 4.300 € | 6.000 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 6.500 € | 11.000 € | 78.000 € |
Die Werte entsprechen dem Gesamteinkommen bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung. Ein Tarifvertrag existiert nicht: Angestellte Makler haben oft nur 40 bis 60 Prozent Festgehalt, selbstständige Makler und Handelsvertreter arbeiten fast vollständig auf Provision, meist 20 bis 50 Prozent der Courtage. Entscheidend sind Objektpreise im Gebiet, Auftragsvolumen und die Frage, ob ein Kontaktbestand übernommen wird.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Immobilienmakler?
Der Beruf besteht aus zwei Vertriebsaufgaben, die oft unterschätzt werden, weil nur eine davon sichtbar ist. Sichtbar ist die Vermittlung: Besichtigungen mit Interessenten, Verhandlungen über den Preis, Begleitung zum Notartermin. Der eigentliche Wettbewerb findet aber davor statt, bei der Akquise der Objekte. Wer keine Aufträge einwirbt, hat nichts zu verkaufen. Dazu gehören Eigentümeransprache, Empfehlungsarbeit, Netzwerkpflege zu Banken, Hausverwaltungen und Erbengemeinschaften sowie die Auswertung von Marktdaten im eigenen Gebiet.
Zum Alltag zählen Wertermittlungen und Preisgespräche mit Eigentümern, die ihre Immobilie meist höher einschätzen als der Markt. Dazu kommen Exposés, Fotos, Grundrisse, Energieausweise, Unterlagen vom Grundbuchamt, Terminorganisation und die Nachverfolgung von Anfragen. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation und Abstimmung, kein Verkaufsgespräch.
Wie wird man Immobilienmakler?
Ein geschützter Ausbildungsweg existiert nicht. Erforderlich ist die Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung, für die ein Führungszeugnis, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts und der Nachweis geordneter Vermögensverhältnisse verlangt werden. Seit 2018 gilt zudem eine Weiterbildungspflicht von zwanzig Stunden in drei Jahren. Fachlich führen mehrere Wege hinein: die Ausbildung zum Immobilienkaufmann, eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt, ein Studium der Immobilienwirtschaft oder der Quereinstieg als Angestellter in einem Maklerbüro. Viele Unternehmen und Franchisesysteme stellen Bewerber ohne Branchenerfahrung ein, wenn Verkaufserfahrung und Sicherheit im Umgang mit Menschen vorhanden sind. Die Einarbeitung erfolgt dann über Tandems und interne Schulungen.
Was der Beruf verlangt
Der wesentliche Punkt ist das Einkommensrisiko. Ein erheblicher Teil der Makler arbeitet selbstständig oder als Handelsvertreter mit geringem oder ohne Festgehalt. Zwischen dem ersten Kontakt zu einem Eigentümer und der Provisionszahlung liegen oft mehrere Monate, und viele Aufträge platzen. Die ersten zwei Jahre sind für Einsteiger finanziell heikel, die Fluktuation ist hoch.
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Kunden. Besichtigungen finden abends und am Samstag statt, Anrufe kommen außerhalb der Bürozeiten. Wer im Wohnimmobiliengeschäft arbeitet, hat es mit Trennungen, Erbfällen und Zwangslagen zu tun und muss dabei sachlich bleiben. Rechtlich lastet Verantwortung auf der Beratung, Fehler bei Angaben zu Fläche, Zustand oder Energieausweis können Haftung auslösen.
Aussichten
Der Markt hat sich verändert. Nach den Zinssteigerungen ab 2022 sind die Transaktionszahlen gesunken, und das seit Ende 2020 geltende Bestellerprinzip beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher teilt die Provision zwischen den Parteien. Beides hat die Zahl der Nebenerwerbsmakler verringert und den Wettbewerb um Aufträge verschärft. Wer ein Gebiet, einen Bestand an Empfehlungsgebern und eine erkennbare Spezialisierung aufbaut, arbeitet dagegen stabil.
Entwicklungswege führen in die Gewerbe- und Investmentvermittlung, in die Bewertung, in die Teamleitung eines Büros oder in die eigene Selbstständigkeit mit angestellten Beratern. Kenntnisse in Bewertung, Steuer- und Mietrecht sowie ein sauber gepflegtes CRM sind die Grundlage dafür.
Aufgaben
- Eigentümer ansprechen und Vermittlungsaufträge einwerben
- Immobilien bewerten und Preisstrategie mit dem Eigentümer abstimmen
- Exposés, Fotos und Objektunterlagen erstellen und Anzeigen schalten
- Besichtigungen durchführen, auch abends und am Wochenende
- Kaufinteressenten qualifizieren und Finanzierungsstand prüfen
- Preisverhandlungen führen und Kaufvertragsentwürfe mit dem Notar abstimmen
- Beurkundung und Übergabe begleiten
- Kontakte zu Banken, Verwaltungen und Empfehlungsgebern pflegen
Voraussetzungen
- Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung, dafür Führungszeugnis und geordnete Vermögensverhältnisse
- Weiterbildungsnachweis von 20 Stunden in drei Jahren
- Führerschein und eigener Pkw, da täglich Objekte angefahren werden
- Sicheres Auftreten in Preis- und Konfliktgesprächen
- Grundkenntnisse in Bau-, Miet- und Grundstücksrecht sowie in der Wertermittlung
- Belastbarkeit gegenüber schwankendem Einkommen und langen Verkaufszyklen
Wo man arbeitet
- Maklerbüros und Immobilienagenturen
- Franchisesysteme der Immobilienvermittlung
- Maklerabteilungen von Banken und Sparkassen
- Bauträger und Projektentwickler mit eigenem Vertrieb
- Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen
- Selbstständige Tätigkeit im eigenen Gebiet
Der Weg in den Beruf
Der häufigste Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt bei der IHK. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus anderen Verkaufsberufen mit interner Einarbeitung im Maklerbüro. Für die eigenständige Tätigkeit ist in jedem Fall die Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO erforderlich.
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