Küchenplaner / Küchenverkäufer
Küchenplaner beraten Privatkunden im Möbel- oder Küchenstudio, planen die Küche am CAD-System und verkaufen sie inklusive Geräten, Montage und Finanzierung. Der Beruf verbindet technische Planung mit provisionsgetriebenem Verkauf an Endkunden.
29 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Küchenplaner / Küchenverkäufer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.900 € | 6.500 € | 58.800 € |
Die Werte sind Gesamtgehälter bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; der feste Anteil liegt meist zwischen 60 und 80 Prozent, in einzelnen Studios darunter. Entscheidend sind Provisionsmodell, Standortfrequenz und durchschnittlicher Auftragswert; tarifgebundene Möbelhäuser zahlen nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, viele Küchenstudios sind tariffrei.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Küchenplaner?
Küchenplaner arbeiten stationär im Studio und betreuen ausschließlich Laufkundschaft und Interessenten, die einen Termin vereinbart haben. Der Ablauf ist bei fast jedem Kunden gleich: Bedarf klären, Raummaße und Anschlüsse aufnehmen, Nutzungsgewohnheiten erfragen, dann am Planungsprogramm eine erste Variante entwerfen. Danach folgen Geräteauswahl, Arbeitsplattenmaterial, Fronten, Griffe und Beleuchtung, jeweils mit Preisfolge. Zwischen erstem Kontakt und Auftrag liegen häufig zwei bis vier Termine über mehrere Wochen.
Verkauft wird an Privatkunden, also an Menschen, die eine Anschaffung im vier- bis fünfstelligen Bereich abwägen. Dazu gehören Preisverhandlung, Finanzierungsangebote, Absprachen mit Bauherren oder Handwerkern und die Aufmaßkontrolle vor Produktionsfreigabe. Nach dem Auftrag begleiten Küchenplaner die Abwicklung: Liefertermine, Montagekoordination, Reklamationen wegen falscher Maße, beschädigter Fronten oder defekter Geräte. Dieser Teil wird unterschätzt und kostet regelmäßig Verkaufszeit.
Wie wird man Küchenplaner?
Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Der häufigste Weg führt über die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer, meist in einem Möbelhaus, danach Einarbeitung in Planung und Küchentechnik. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus dem Tischlerhandwerk, aus der Sanitär- oder Elektrobranche sowie aus anderen Bereichen des beratungsintensiven Einzelhandels. Wer Möbelmontage oder Innenausbau kennt, versteht Anschlussmaße und Einbausituationen schneller.
Die Hersteller und Küchenverbände bieten Schulungen zu Planungssoftware, Gerätetechnik und Verkaufsgesprächen an; große Filialisten haben eigene Trainingsprogramme mit mehrmonatiger Einarbeitung. Wer aufsteigen will, kann den Handelsfachwirt anschließen oder eine Weiterbildung im Bereich Innenarchitektur beziehungsweise Raumausstattung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten folgen den Öffnungszeiten. Samstag ist der stärkste Verkaufstag und in der Regel Pflicht, dafür gibt es einen Wochentag frei. Abendtermine bis 19 oder 20 Uhr sind üblich, im Frühjahr und Herbst ist der Andrang am höchsten. Der Zieldruck ist unmittelbar spürbar: Umsatz pro Monat, Abschlussquote je Beratung und durchschnittlicher Auftragswert werden ausgewertet, oft wöchentlich. Wer schwache Monate hat, merkt das direkt am Einkommen, weil ein erheblicher Teil provisionsabhängig ist.
Dazu kommt die Belastung durch Reklamationen. Eine Küche mit falschem Maß oder falscher Gerätehöhe ist ein Problem, das der Planer selbst verursacht hat und selbst lösen muss, meist im Gespräch mit einem verärgerten Kunden. Genauigkeit ist deshalb keine Nebensache. Körperlich ist der Beruf überwiegend Stehen und Sitzen im Studio, mit gelegentlichen Aufmaßterminen auf Baustellen.
Aussichten
Die Nachfrage nach Küchenplanern ist seit Jahren stabil hoch, weil ausgebildete Kräfte fehlen und die Fluktuation im Segment beträchtlich ist. Küchenstudios, Möbelfilialisten, Fachmärkte und Onlinehändler mit Ausstellungsflächen suchen laufend. Wer verlässlich verkauft und wenig Reklamationen produziert, ist gesucht und kann den Arbeitgeber vergleichsweise leicht wechseln.
Entwicklungswege führen zur Studioleitung, zur Verkaufsleitung mehrerer Standorte, in den Außendienst eines Küchen- oder Geräteherstellers oder in die Objektplanung für Bauträger und Wohnungsgesellschaften. Ein Teil macht sich mit einem eigenen Studio selbstständig, was Kapital und Herstellerbindung voraussetzt. Wer im Verkauf bleibt, verdient mit einem Stammkundenstamm und Empfehlungsgeschäft nach einigen Jahren deutlich mehr als am Anfang.
Aufgaben
- Beratungsgespräche mit Privatkunden im Studio führen
- Räume aufmessen und Anschlusssituationen prüfen
- Küchen mit CAD-Planungssoftware entwerfen und variieren
- Angebote kalkulieren, Preise und Finanzierung verhandeln
- Elektrogeräte, Arbeitsplatten und Zubehör auswählen
- Aufträge zur Produktion freigeben und Liefertermine abstimmen
- Montage koordinieren und Reklamationen bearbeiten
- Ausstellungsfläche pflegen und Aktionen umsetzen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische oder handwerkliche Ausbildung, häufig Einzelhandel oder Tischler
- Sicherer Umgang mit Planungssoftware, etwa Carat, KPS oder Winner
- Räumliches Vorstellungsvermögen und sorgfältiges Arbeiten mit Maßen
- Verkaufsstärke bei hochpreisigen Anschaffungen von Privatkunden
- Bereitschaft zu Samstagsarbeit und Abendterminen
- Führerschein Klasse B für Aufmaßtermine
Wo man arbeitet
- Küchenstudios und Küchenfachmärkte
- Möbelhäuser und Möbelfilialisten
- Einrichtungshäuser mit Küchenabteilung
- Tischlereien mit Ausstellung
- Baumärkte mit Küchenplanung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder eine zweijährige zum Verkäufer, danach eine mehrmonatige Einarbeitung in Planungssoftware und Küchentechnik im Betrieb. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg mit handwerklicher Ausbildung, etwa als Tischler, ergänzt durch Herstellerschulungen. Ein eigener Ausbildungsberuf Küchenplaner existiert nicht.
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