Kundenberater Krankenversicherung / Kundenservice
Kundenberater in der Krankenversicherung beantworten Fragen zu Tarifen, Leistungen und Beiträgen – am Telefon, per Mail und im Chat. Sie betreuen überwiegend bestehende Versicherte und verkaufen dabei Zusatzangebote, statt neue Kunden von außen zu gewinnen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberater Krankenversicherung / Kundenservice verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.500 € | 4.000 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € |
Bei privaten Versicherern gilt meist der Manteltarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, bei gesetzlichen Kassen der BAT/AOK-neu, der Tarifvertrag der Ersatzkassen oder der TVöD – dort ist die Spanne eng und die Vergütung fast vollständig fest, mit Sonderzahlung und Zulagen für Schichtzeiten. Variable Anteile aus Zusatzverkäufen liegen üblicherweise nur bei etwa 5 bis 15 Prozent; deutlich höhere variable Anteile finden sich bei externen Servicedienstleistern, dort ist das Grundgehalt aber niedriger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenberater Krankenversicherung?
Der Arbeitsplatz ist der Schreibtisch, der Kontakt läuft über Telefon, E-Mail, Chat und zunehmend über Kundenportale. Wer bei einer gesetzlichen Krankenkasse arbeitet, erklärt Beitragsberechnungen, Familienversicherung, Krankengeldansprüche, Zuzahlungen und Leistungsanträge. Bei einem privaten Krankenversicherer kommen Tarifwechsel, Beitragsanpassungen, Selbstbehalte, Beihilfeergänzung und Gesundheitsprüfungen dazu.
Die Rolle arbeitet nach innen und im Bestand. Vertrieb bedeutet hier nicht Kaltakquise, sondern das Erkennen von Anlässen im laufenden Gespräch: eine Zahnzusatzversicherung nach einer Frage zum Zahnersatz, ein Auslandskrankenschutz vor der Reise, ein Wechsel in einen passenderen Tarif nach einer Beitragsanpassung. Dazu gehören auch Rückgewinnungsgespräche bei Kündigungen und Empfehlungsanfragen. Ein Teil der Stellen ist rein service-orientiert, ein anderer klar mit Abschluss- oder Terminzielen unterlegt – das steht selten deutlich in der Anzeige und sollte im Bewerbungsgespräch geklärt werden.
Jeder Kontakt wird dokumentiert, Anträge werden erfasst, Vorgänge an die Fachabteilungen weitergegeben. Ein erheblicher Teil des Tages besteht aus Sachbearbeitung zwischen den Gesprächen.
Wie wird man Kundenberater Krankenversicherung?
Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder – bei gesetzlichen Kassen – zum Sozialversicherungsfachangestellten mit Fachrichtung Krankenversicherung. Beide Wege qualifizieren unmittelbar für die Beratung.
Der Quereinstieg ist in diesem Beruf gut möglich und wird von Kassen und Versicherern aktiv betrieben. Gesucht werden Menschen mit Erfahrung im telefonischen Kundenkontakt, aus dem Einzelhandel, aus Servicecentern, aus der Gastronomie oder aus Gesundheitsberufen. Medizinisches Grundverständnis aus der Pflege ist hier ein echter Vorteil. Die Einarbeitung erfolgt über mehrwöchige interne Schulungen zu Sozialrecht oder Tarifwerk, danach begleitetes Telefonieren. Wer Zusatzprodukte vermittelt, braucht die Sachkundeprüfung nach § 34d GewO, sofern kein Angestelltenprivileg greift; berufsbegleitend führt der Weg oft zum Versicherungsfachwirt oder zum Krankenversicherungsfachwirt.
Was der Beruf verlangt
Die Gesprächstaktung ist hoch. Servicezeiten reichen häufig von früh bis in den Abend, teils bis 20 Uhr, bei manchen Anbietern auch samstags – Schichtdienst ist die Regel, nicht die Ausnahme. Erreichbarkeitsquoten und durchschnittliche Bearbeitungszeiten werden gemessen und mit den Mitarbeitenden besprochen.
Inhaltlich ist der Stoff anspruchsvoll: Sozialgesetzbuch V, Beitragsrecht und Tarifbedingungen ändern sich laufend. Dazu kommt die emotionale Seite. Anrufer sind krank, warten auf Geld, haben eine abgelehnte Leistung erhalten oder eine deutliche Beitragserhöhung im Brief. Wer solche Gespräche nicht abschließen kann, nimmt sie mit nach Hause. Die Fluktuation in Servicecentern ist entsprechend spürbar, besonders im ersten Jahr.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Krankenversicherer und Kassen brauchen dauerhaft besetzte Serviceeinheiten, und einfache Anfragen wandern zwar in Selbstbedienungsportale und Chatbots, die verbleibenden Gespräche werden dadurch aber komplexer und beratungsintensiver. Wer sich einarbeitet, kann in die Fachberatung wechseln, in die Leistungsprüfung, ins Qualitätsmanagement oder in die Teamleitung eines Serviceteams. Ein weiterer Weg führt nach draußen: in den Außendienst oder in die Firmenkundenbetreuung mit betrieblicher Krankenversicherung. Homeoffice-Anteile sind in diesem Beruf inzwischen weit verbreitet.
Aufgaben
- Anfragen zu Beiträgen, Leistungen und Tarifen telefonisch und schriftlich beantworten
- Versicherte zu Tarifwechseln, Selbstbehalten und Zusatzversicherungen beraten
- Zusatzprodukte wie Zahn-, Auslands- oder Krankentagegeldschutz anbieten
- Anträge, Vertragsänderungen und Kündigungen erfassen und bearbeiten
- Rückgewinnungsgespräche bei Kündigungsabsicht führen
- Beitragsanpassungen erklären und Beschwerden aufnehmen
- Gesprächsergebnisse im Bestandssystem dokumentieren
- Vorgänge an Leistungs- und Antragsprüfung weitergeben
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Berufsausbildung, kaufmännisch oder mit Kundenkontakt
- Sicheres Deutsch in Wort und Schrift, klare Ausdrucksweise am Telefon
- Bereitschaft, Sozialversicherungsrecht oder Tarifwerke gründlich zu lernen
- Belastbarkeit bei hoher Gesprächstaktung und schwierigen Gesprächen
- Bereitschaft zu Schichtdiensten innerhalb der Servicezeiten
- Sachkundeprüfung nach § 34d GewO, wenn eigenständig vermittelt wird
Wo man arbeitet
- Servicecenter gesetzlicher Krankenkassen
- Innendienst privater Krankenversicherer
- Kundencenter und Geschäftsstellen vor Ort
- Dienstleister für Versicherungsservice
- Homeoffice mit angebundener Telefonie
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Sozialversicherungsfachangestellten der Fachrichtung Krankenversicherung. Quereinsteiger mit kaufmännischer Ausbildung oder Erfahrung im telefonischen Kundenkontakt werden über mehrwöchige interne Schulungen und begleitetes Telefonieren eingearbeitet. Weiterqualifizieren kann man sich zum Versicherungsfachwirt oder Krankenversicherungsfachwirt.
Offene Stellen als Kundenberater Krankenversicherung / Kundenservice
In der Suche fortsetzenKundenberater Krankenversicherung / Kundenservice am Standort Kiel (m/w/d)
Kundenberater Krankenversicherung / Kundenservice am Standort Rostock (m/w/d)
Bewerbung und Einstieg
- Rollenspiel, Case und der Stift: das Vorstellungsgespräch im Vertrieb Vertriebsgespräche laufen anders als andere Vorstellungsgespräche. Was Rollenspiel, Fallau...
- Der Lebenslauf im Vertrieb: welche Zahlen hineingehören Vertriebslebensläufe werden nach Größenordnungen gelesen. Welche Zahlen Sie nennen sollten...
- Das Anschreiben auf eine Vertriebsstelle Im Vertrieb ist das Anschreiben zugleich eine Arbeitsprobe: Wer hier nicht auf den Punkt k...