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Einzelhandel & Filiale

Mitarbeiter/Verkäufer für die Bedientheke

Verkäufer an der Bedientheke beraten Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheken im Lebensmitteleinzelhandel, schneiden und portionieren Ware und halten die Theke sauber und vollständig bestückt. Der Beruf ist reiner Direktverkauf am Kunden, an sechs Tagen die Woche und meist im Stehen.

84 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter/Verkäufer für die Bedientheke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.150 € 2.350 € 2.550 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.650 € 2.950 € 31.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Das Gehalt ist in tarifgebundenen Häusern nahezu vollständig fest und richtet sich nach dem Tarifvertrag Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, meist Gehaltsgruppe II je nach Ausbildung und Berufsjahren; Provision gibt es an der Theke nicht, allenfalls Prämien auf Umsatz- oder Aktionsziele. Nicht tarifgebundene Märkte und Fachgeschäfte zahlen häufig darunter, Zuschläge für Spätdienst und Sonderöffnungszeiten kommen hinzu, die Senior-Werte gelten für Thekenleitungen mit Bestell- und Personalverantwortung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter an der Bedientheke?

Die Bedientheke ist der Teil des Lebensmittelmarkts, an dem noch persönlich verkauft wird. Kunden nennen ihren Wunsch, der Mitarbeiter schneidet, wiegt, packt ein und berät dabei: welches Stück sich zum Schmoren eignet, wie lange der Käse noch reift, wie viel Fisch pro Person zu rechnen ist. Verkauft wird an bestehende Laufkundschaft, Neukundengewinnung im klassischen Sinn gibt es nicht - wohl aber Zusatzverkauf, denn die Spanne an der Theke ist höher als im Selbstbedienungsregal, und die Verkaufsleistung pro Schicht wird in vielen Märkten ausgewertet.

Der Tag beginnt vor der Öffnung mit dem Aufbau: Ware aus dem Kühlhaus holen, Fleisch und Wurst anschneiden, Käse dekorieren, Preisschilder und Auslobungen setzen. Über den Tag kommen Bedienung, Nachlegen, Temperaturkontrollen und Dokumentation nach dem Hygienekonzept dazu. Zum Feierabend wird abgeräumt, gereinigt, Ware bewertet und Abschriften erfasst. In vielen Häusern gehört auch die Bestellung dazu, oft mit Blick auf Wochentag, Wetter und Aktionen.

Wie wird man Mitarbeiter an der Bedientheke?

Es gibt mehrere Wege. Klassisch ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, jeweils mit Schwerpunkt Lebensmittel. Wer an der Fleischtheke arbeitet, kann auch aus dem Fleischerhandwerk kommen, für die Fischtheke gibt es die Fachkraft für Lebensmitteltechnik oder eine Anlernung im Betrieb. Ein großer Teil der Beschäftigten sind Quereinsteiger aus Gastronomie, Küche, Bäckerei oder Pflege. Verlangt wird dann eine Einarbeitung am Gerät, ein Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz und regelmäßige Hygieneschulungen. Wer Messer und Aufschnittmaschine sicher bedient und keine Scheu vor Kundenkontakt hat, wird in vielen Märkten auch ohne einschlägigen Abschluss eingestellt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet im Stehen statt, im Zugluftbereich zwischen gekühlter Theke und warmem Marktraum, oft acht Stunden mit kurzen Pausen. Frühschichten beginnen zwischen fünf und sieben Uhr, Spätschichten enden nach Ladenschluss. Samstag ist der umsatzstärkste Tag und damit Regelarbeitstag, vor Feiertagen und in der Weihnachtszeit ist die Belastung deutlich höher. Kälte, Nässe, Gerüche und das Heben von Kisten gehören dazu, ebenso Schnittverletzungsrisiko.

Dazu kommt der Kundendruck: Schlangen an der Theke bauen sich schnell auf, und Tempo und Freundlichkeit müssen gleichzeitig stimmen. Reklamationen, unfreundliche Kunden und Personalengpässe im Team sind Alltag. Die Fluktuation im Lebensmitteleinzelhandel ist hoch, viele Stellen sind in Teilzeit ausgeschrieben.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Bedientheken gelten als Unterscheidungsmerkmal gegenüber Discountern, gleichzeitig finden Märkte kaum Personal dafür - wer zuverlässig ist und bleibt, hat eine sichere Position und gute Chancen auf einen unbefristeten Vertrag. Entwicklungswege führen über die Thekenleitung, die Verantwortung für Bestellung, Dienstplan und Abschriften trägt, weiter zur Abteilungs- oder Marktleitung. Wer sich in Richtung Handwerk entwickeln will, kann eine Fleischerausbildung oder die Meisterprüfung anschließen. Ein Wechsel in den Außendienst eines Lebensmittelherstellers oder in den Großhandel ist mit Produktwissen aus der Theke ebenfalls möglich.

Aufgaben

  • Kunden an der Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheke bedienen und beraten
  • Ware zuschneiden, portionieren, wiegen und verpacken
  • Theke vor Ladenöffnung aufbauen und über den Tag nachbestücken
  • Zusatzverkauf und Aktionsware aktiv anbieten
  • Temperaturen kontrollieren und Hygienedokumentation führen
  • Maschinen, Theke und Arbeitsbereich reinigen
  • Ware bestellen, Bestände prüfen und Abschriften erfassen
  • Reklamationen aufnehmen und im Rahmen der Vorgaben regeln

Voraussetzungen

  • Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz und Bereitschaft zu Hygieneschulungen
  • Sicherer Umgang mit Messer, Aufschnitt- und Verpackungsmaschine, wird meist angelernt
  • Deutschkenntnisse für die Beratung am Kunden
  • Körperliche Belastbarkeit: Stehen, Kälte, Heben von Kisten
  • Bereitschaft zu Früh- und Spätschichten sowie Samstagsarbeit
  • Freundlichkeit und Tempo auch bei langer Schlange
  • Kaufmännische Ausbildung im Einzelhandel oder Erfahrung aus Lebensmittelhandwerk von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte
  • SB-Warenhäuser und Hypermärkte
  • Selbstständige Lebensmitteleinzelhändler
  • Fleischereien und Fischfachgeschäfte mit Ladenverkauf
  • Feinkost- und Käsefachgeschäfte
  • Markthallen und Wochenmarktstände

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, im dualen System mit IHK-Abschluss. Für die Fleischtheke ist auch die dreijährige Ausbildung im Fleischerhandwerk ein Weg. Quereinsteiger werden häufig direkt im Markt angelernt und benötigen vor allem Gesundheitszeugnis und Hygieneschulung.

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