Was macht ein Referent Vertriebsmanagement?
Die Rolle sitzt zwischen Vertriebsleitung und Außendienst. Referenten im Vertriebsmanagement bereiten die Grundlagen auf, nach denen im Vertrieb gesteuert wird: Umsatz- und Absatzauswertungen nach Gebiet, Kunde und Produkt, Abweichungsanalysen zum Plan, Deckungsbeiträge, Pipeline-Berichte aus dem CRM. Daraus entstehen Monatsberichte, Präsentationen für Vertriebsmeetings und Vorlagen für die Geschäftsführung.
Dazu kommt Projektarbeit. Wenn Gebiete neu geschnitten, Zielsysteme geändert, Preislisten überarbeitet oder ein neues CRM eingeführt wird, liegt die Vorbereitung häufig hier. Referenten schreiben Prozessbeschreibungen, kalkulieren Provisionsmodelle durch, pflegen Stammdaten und Konditionen, koordinieren Vertriebsaktionen mit Marketing und schulen Außendienstmitarbeiter auf neue Systeme. Wer aus dem Verkauf kommt, wird oft für die Verbindung zur Praxis eingesetzt: Er prüft, ob eine Vorgabe im Gebiet überhaupt funktioniert.
Die Rolle gewinnt keine Kunden und trägt in der Regel keine eigene Umsatzverantwortung. Sie führt meist auch nicht, sondern wirkt fachlich - über Argumente, Zahlen und Vorlagen. Genau das ist für manche der Reiz und für andere die Enttäuschung.
Wie wird man Referent Vertriebsmanagement?
Der gängige Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik, oft mit Schwerpunkt Marketing, Vertrieb oder Controlling. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus dem Betrieb: kaufmännische Ausbildung, einige Jahre im Vertriebsinnendienst oder im Außendienst, danach eine Weiterbildung zum Fachwirt, Betriebswirt oder Vertriebsfachwirt. Quereinsteiger aus dem Verkauf haben gute Chancen, wenn sie Zahlen sicher aufbereiten und mit Excel und CRM-Auswertungen umgehen können. Viele Unternehmen besetzen die Stelle bewusst mit jemandem, der die Kundenseite kennt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist bildschirmintensiv und stark von Terminen fremdbestimmt. Monats-, Quartals- und Jahresabschluss bringen wiederkehrende Spitzen, in denen Berichte kurzfristig und fehlerfrei stehen müssen. Datenqualität ist selten so gut wie erhofft; ein erheblicher Teil der Zeit geht in Nachfragen, Korrekturen und Abstimmungen zwischen Systemen.
Hinzu kommt eine politische Komponente. Wer Gebiete neu zuschneidet oder Ziele erhöht, greift in Einkommen ein und stößt auf Widerstand aus dem Außendienst. Der Beruf verlangt, Kritik auszuhalten und Entscheidungen zu vertreten, die man selbst nicht getroffen hat. Reisen fallen an, aber deutlich weniger als im Außendienst - meist zu Vertriebstagungen, Regionalmeetings oder Schulungen. Die Arbeitszeiten sind regelmäßiger als im Verkauf, Wochenendarbeit ist unüblich, Homeoffice in Teilen möglich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst dort, wo Vertriebe datengetrieben arbeiten und CRM-Systeme professionell nutzen. Gesucht werden vor allem Leute, die beides können: auswerten und dem Außendienst erklären, was die Auswertung bedeutet.
Aus der Rolle heraus führen mehrere Wege weiter. Innerhalb der Steuerung sind Positionen als Leiter Vertriebsmanagement, Sales Operations Manager oder Vertriebscontroller erreichbar. Wer wieder nach draußen will, hat mit dem Wissen über Kunden, Konditionen und Deckungsbeiträge eine ungewöhnlich gute Ausgangslage für Key-Account- oder Vertriebsleitungsaufgaben. Ein Wechsel in Marketing, Business Intelligence oder Projektmanagement ist ebenfalls üblich.