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Vertrieb & Verkauf allgemein

Sales Controller

Sales Controller analysieren Umsätze, Margen und Zielerreichung im Vertrieb und liefern der Vertriebsleitung die Zahlen für ihre Entscheidungen. Die Rolle arbeitet nach innen, ohne eigene Kunden und ohne eigenes Umsatzziel.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sales Controller verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.100 € 6.200 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.800 € 7.000 € 9.500 € 84.000 €

Anders als im aktiven Verkauf ist das Gehalt hier fast vollständig fest; ein variabler Anteil von etwa fünf bis fünfzehn Prozent hängt meist am Unternehmensergebnis, nicht an eigenen Verkaufszahlen. Am stärksten wirken Unternehmensgröße und Branche sowie eine Tarifbindung, in der Industrie häufig der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemieindustrie.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sales Controller?

Sales Controller sind die Zahlenseite des Vertriebs. Sie messen, was Außendienst, Innendienst und Key Account tatsächlich verkauft haben, zu welchen Preisen und mit welcher Marge. Aus Warenwirtschaft, CRM und Buchhaltung ziehen sie Daten zusammen und bauen daraus Berichte: Umsatz pro Kunde, Gebiet, Produktgruppe und Vertriebsmitarbeiter, Abweichung zum Plan, Entwicklung der Deckungsbeiträge, Auftragseingang und Pipeline.

Ein großer Teil der Arbeit ist Planung. Sales Controller rechnen die Jahresziele auf Gebiete und Mitarbeiter herunter, prüfen, ob die Annahmen zu Menge und Preis realistisch sind, und pflegen Forecasts über das Jahr. Sie berechnen Provisionen und Boni, prüfen Rabatte und Konditionen gegen die Freigaberegeln und rechnen durch, was ein geforderter Nachlass oder eine Jahresbonusvereinbarung am Ende kostet. Bei Ausschreibungen und Preisrunden liefern sie die Kalkulationsgrundlage.

Dazu kommt Erklärungsarbeit. Zahlen ohne Kommentar helfen niemandem, deshalb sitzen Sales Controller in Vertriebsmeetings, begründen Abweichungen und werden gefragt, warum ein Gebiet unter Plan liegt. Das führt regelmäßig zu Reibung mit Kollegen, die andere Erklärungen bevorzugen.

Wie wird man Sales Controller?

Der übliche Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Controlling, Finanzen oder Vertrieb. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel, mit anschließender Weiterbildung zum Controller oder Fachwirt.

Quereinstieg gelingt am häufigsten aus dem Vertriebsinnendienst oder der Auftragsabwicklung. Wer dort Angebote kalkuliert, Konditionen gepflegt und Auswertungen erstellt hat, kennt die Datenlage besser als ein reiner Zahlenmensch. Entscheidend sind dann nachweisbare Kenntnisse in Excel, in einem ERP-System wie SAP und in einem Analysewerkzeug wie Power BI oder Tableau.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist stark durch Termine getaktet. Monatsabschluss, Quartalsberichte und die Budgetrunde im Herbst bringen Phasen mit deutlich längeren Tagen, dazwischen ist es ruhiger. Reisen fallen kaum an, dafür sitzt man den ganzen Tag am Bildschirm.

Schwer fällt vielen die Doppelrolle: Sales Controller sollen dem Vertrieb dienen und ihn gleichzeitig kontrollieren. Wer Abweichungen benennt, macht sich nicht immer beliebt, und wer aus Bequemlichkeit glättet, verliert seinen Wert. Genauigkeit ist Pflicht, weil an den Zahlen Provisionen und Preisentscheidungen hängen. Ein falscher Filter im Bericht wird bemerkt.

Außerdem gehört Datenpflege zum Alltag, und die ist oft mühsam: uneinheitliche Kundenstämme, doppelte Artikelnummern, Excel-Listen aus drei Abteilungen. Wer nur analysieren und nicht aufräumen will, wird unzufrieden.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst dort, wo Unternehmen ihre Vertriebssteuerung professionalisieren. Kenntnisse in Datenmodellierung und BI-Werkzeugen verschieben das Profil deutlich Richtung Analytics und erhöhen den Marktwert.

Entwicklungswege führen zum Senior Controller mit Verantwortung für eine Division, zur Leitung Vertriebscontrolling oder ins allgemeine Unternehmenscontrolling. Ein Wechsel in die Vertriebsleitung oder ins Pricing ist möglich, ebenso in Projektrollen bei der Einführung von CRM- und ERP-Systemen. Wer den Schritt in eine Vertriebsrolle mit eigenem Ziel wagt, bringt einen Vorteil mit: Er weiß, wie die Zahlen entstehen, an denen er gemessen wird.

Aufgaben

  • Umsatz-, Margen- und Zielerreichungsberichte für Vertriebsleitung und Geschäftsführung erstellen
  • Jahresziele auf Gebiete, Kundengruppen und Mitarbeiter herunterbrechen
  • Forecasts pflegen und Planabweichungen analysieren und kommentieren
  • Provisionen und Boni des Vertriebsteams berechnen und prüfen
  • Rabatte, Konditionen und Jahresbonusvereinbarungen kalkulieren und gegen Freigaberegeln prüfen
  • Kunden- und Artikeldaten in CRM und ERP bereinigen und Kennzahlendefinitionen festlegen
  • Dashboards und Auswertungen in BI-Werkzeugen aufbauen und weiterentwickeln
  • In Vertriebsmeetings Zahlen vorstellen und Entscheidungsvorlagen liefern

Voraussetzungen

  • Kaufmännisches Studium oder kaufmännische Ausbildung mit Controlling-Weiterbildung
  • Sehr gute Excel-Kenntnisse, Erfahrung mit ERP-Systemen wie SAP
  • Kenntnisse in einem BI-Werkzeug wie Power BI, Tableau oder Qlik
  • Verständnis für Deckungsbeitragsrechnung, Preis- und Konditionslogik
  • Genauigkeit und die Bereitschaft, unsaubere Daten aufzuarbeiten
  • Fähigkeit, Zahlen verständlich zu erklären und Abweichungen auch gegen Widerstand zu benennen
  • Englisch in international tätigen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen mit eigenem Außendienst
  • Groß- und Außenhandelsunternehmen
  • Konsumgüterhersteller mit Handelskunden
  • Zentralen von Handelsketten
  • Software- und Dienstleistungsunternehmen
  • Shared-Service-Center und Konzernzentralen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Controlling, meist drei bis fünf Jahre. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Controller oder Fachwirt in den Beruf. Häufig ist auch der interne Aufstieg aus dem Vertriebsinnendienst oder der Auftragsabwicklung nach mehreren Jahren Praxis.

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