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Vertrieb & Verkauf allgemein

Sales Manager Rind/Kalb

Sales Manager Rind/Kalb verkaufen Rind- und Kalbfleisch sowie daraus gefertigte Teilstücke an Handel, Großverbraucher, Fleischindustrie und Exportkunden. Die Rolle verbindet Kundenbetreuung mit täglicher Preis- und Mengenkalkulation im Rahmen eines schwankenden Rohstoffmarkts.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sales Manager Rind/Kalb verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.800 € 5.800 € 57.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.500 € 8.500 € 78.000 €

Die angegebenen Werte entsprechen dem Gesamtgehalt bei üblicher Zielerreichung; der feste Anteil liegt in diesem Segment meist bei 80 bis 90 Prozent, variable Bestandteile hängen häufiger an Rohertrag und Marge als am Umsatz. Entscheidend sind Betriebsgröße, Exportanteil und ob ein bestehender Kundenstamm übernommen wird; einige Betriebe orientieren sich am Tarifvertrag der Fleischwirtschaft, viele verhandeln frei.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sales Manager Rind/Kalb?

Rind- und Kalbfleisch ist ein Rohstoff mit täglich wechselnden Notierungen, begrenzter Haltbarkeit und einem festen Anfall an Teilstücken: Wer ein Tier schlachtet, muss alles verkaufen, nicht nur das Roastbeef. Genau darin liegt die Arbeit. Sales Manager Rind/Kalb betreuen Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dem Fleischgroßhandel, der Gastronomiebelieferung, der Weiterverarbeitung und im Export. Sie führen Preisgespräche, oft wöchentlich, teils täglich, und stimmen sich eng mit Einkauf, Disposition und Produktion ab, weil jede Zusage eine verfügbare Menge voraussetzt.

Ein Teil der Rolle betreut Bestandskunden mit Rahmenverträgen und Jahresvereinbarungen, ein anderer sucht neue Abnehmer für Teilstücke, die im Inland schwer verkäuflich sind. Dazu kommen Spezifikationen, Qualitätsprogramme, Herkunfts- und Tierwohlnachweise sowie Reklamationen, die im Frischebereich schnell bearbeitet werden müssen. Führungsverantwortung gibt es je nach Betrieb: In größeren Häusern führt ein Sales Manager ein Team im Innendienst, in mittelständischen Betrieben arbeitet er allein am Segment.

Wie wird man Sales Manager Rind/Kalb?

Es gibt keinen festgelegten Weg. Häufig sind kaufmännische Ausbildungen im Groß- und Außenhandel, eine Ausbildung als Fleischer oder Fachkraft für Lebensmitteltechnik mit anschließender kaufmännischer Weiterbildung, oder ein Studium in Agrarwirtschaft, Lebensmitteltechnologie oder Betriebswirtschaft. Der Quereinstieg gelingt vor allem über Produktkenntnis: Wer aus der Zerlegung, der Qualitätssicherung, dem Einkauf oder der Fleischerei kommt und Teilstücke, Ausbeuten und Qualitätsstufen beurteilen kann, wird in dieser Branche gern eingestellt. Wer aus dem Vertrieb ohne Warenkenntnis kommt, braucht ein bis zwei Jahre, um im Preisgespräch bestehen zu können. Englisch ist für Exportkunden Voraussetzung, weitere Sprachen sind ein deutlicher Vorteil.

Was der Beruf verlangt

Der Markt bewegt sich schnell. Notierungen, Schlachtzahlen, Wechselkurse und Nachfragespitzen vor Feiertagen verändern die Kalkulation innerhalb weniger Tage. Fehler kosten unmittelbar Geld, weil Ware nicht wochenlang liegen kann. Der Tag beginnt früh, Telefonate mit Handel und Großhandel finden häufig vor sieben Uhr statt, und in Wochen mit hohem Anfall wird bis zum letzten Abnehmer verkauft. Reisetätigkeit fällt an, aber weniger als im klassischen Außendienst: Kundenbesuche, Werksbesichtigungen und Fachmessen wechseln mit Tagen am Telefon.

Hinzu kommt die Marge. In diesem Segment sind einstellige Prozentwerte normal, der Druck aus dem Zentraleinkauf des Handels ist hoch, und Verhandlungen werden hart geführt. Wer Konflikte scheut oder Preise nicht verteidigen kann, hält das nicht lange durch. Betriebe liegen oft in ländlichen Regionen, ein Wohnortwechsel ist manchmal Teil des Einstiegs. Der Aufenthalt in Kühl- und Zerlegebereichen gehört dazu, in geringem Umfang.

Aussichten

Der Rindfleischverbrauch in Deutschland geht zurück, die Zahl der Schlachtbetriebe ebenso, während die verbliebenen Unternehmen größer werden und stärker exportieren. Fachleute, die Ware, Kalkulation und Kunden gleichzeitig beherrschen, sind knapp, weil der Nachwuchs fehlt. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Produktbereichs, in die Vertriebsleitung, in den Einkauf oder in den Export mit Zuständigkeit für Drittländer. Ein Wechsel in andere Frischesortimente, etwa Geflügel, Schwein oder Convenience, ist mit dieser Erfahrung gut möglich.

Aufgaben

  • Betreuung von Bestandskunden im Handel, Großhandel und in der Weiterverarbeitung
  • Tägliche Preisbildung auf Basis von Notierungen, Anfall und Lagerbestand
  • Verhandlung von Wochenpreisen, Rahmenverträgen und Jahresvereinbarungen
  • Absatzplanung für einzelne Teilstücke in Abstimmung mit Disposition und Produktion
  • Gewinnung neuer Abnehmer, auch für schwer verkäufliche Zuschnitte im Export
  • Abstimmung von Spezifikationen, Qualitätsprogrammen und Herkunftsnachweisen
  • Bearbeitung von Reklamationen und Qualitätsabweichungen
  • Beobachtung von Markt, Wettbewerb und Rohstoffentwicklung

Voraussetzungen

  • Kaufmännische oder fleischwirtschaftliche Ausbildung, alternativ Studium im Agrar- oder Lebensmittelbereich
  • Warenkenntnis zu Teilstücken, Qualitätsstufen und Ausbeuten oder die Bereitschaft, sie schnell aufzubauen
  • Sicherheit im Umgang mit Zahlen, Kalkulation und Margen
  • Verhandlungsstärke und Belastbarkeit im Preisgespräch
  • Englisch für Exportkunden, weitere Sprachen von Vorteil
  • Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn und Reisetätigkeit
  • Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Schlacht- und Zerlegebetriebe
  • Fleischverarbeitende Industrie
  • Fleischgroßhandel und Importeure
  • Erzeugergemeinschaften und Vermarktungsorganisationen
  • Handelsunternehmen mit eigener Fleischbeschaffung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine zwei- bis dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, oder eine Ausbildung als Fleischer mit kaufmännischer Zusatzqualifikation. Ein Bachelorstudium in Agrarwirtschaft, Lebensmitteltechnologie oder Betriebswirtschaft ist ein zweiter Weg. Der Einstieg erfolgt meist über den Innendienst oder eine Assistenzstelle im Verkauf, die Eigenverantwortung für Kunden und Preise kommt nach ein bis drei Jahren.

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