Servicetechniker für Baumaschinen im Außendienst
Servicetechniker für Baumaschinen im Außendienst warten, reparieren und prüfen Bagger, Radlader, Krane und Verdichtungsgeräte direkt auf der Baustelle oder beim Kunden. Sie arbeiten technisch, sind aber das Gesicht des Herstellers oder Händlers beim Kunden und verkaufen Ersatzteile, Serviceverträge und Zusatzleistungen mit.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Servicetechniker für Baumaschinen im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.300 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € |
Das Einkommen besteht überwiegend aus Festgehalt; variable Anteile aus Teileumsatz oder Servicevertragsabschlüssen liegen meist bei fünf bis fünfzehn Prozent, dazu kommen Rufbereitschafts-, Montage- und Überstundenzuschläge sowie Spesen, die hier nicht eingerechnet sind. Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Tarifvertrag des Kfz-Gewerbes oder dem Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie; Hersteller und große Vermieter zahlen deutlich über kleinen Händlerbetrieben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker für Baumaschinen im Außendienst?
Der Arbeitstag beginnt meist am Servicefahrzeug, einem Werkstattwagen mit Werkzeug, Diagnosegerät und einem Grundstock an Ersatzteilen. Von dort geht es zu den Einsätzen des Tages: Ölwechsel und Inspektion an einem Kettenbagger auf einer Autobahnbaustelle, Fehlersuche an einer Hydraulikanlage, Tausch eines Steuergeräts an einem Radlader, UVV-Prüfung an mehreren Maschinen eines Bauunternehmens. Diagnose läuft heute überwiegend über Laptop und herstellereigene Software, die eigentliche Arbeit trotzdem mit Schlüssel, Hebezeug und schmutzigen Händen.
Der vertriebliche Teil wird häufig unterschätzt. Wer die Maschine öffnet, sieht als Erster, welche Bauteile bald fällig sind, wo ein Umbau sinnvoll wäre und wann sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Aus diesen Beobachtungen entstehen Ersatzteilverkäufe, Angebote für größere Instandsetzungen, Verlängerungen von Full-Service-Verträgen und Hinweise an den Maschinenverkauf, dass ein Kunde über Ersatz nachdenkt. Viele Arbeitgeber messen Servicetechniker daher nicht nur an abgerechneten Stunden, sondern auch an Teileumsatz und Vertragsabschlüssen. Die Rolle betreut Bestandskunden, gewinnt selten neue und führt in der Regel nicht, arbeitet aber sehr eigenständig.
Wie wird man Servicetechniker für Baumaschinen im Außendienst?
Der klassische Weg ist die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Ebenso gefragt sind Mechatroniker für Nutzfahrzeuge, Kfz-Mechatroniker mit Nutzfahrzeugschwerpunkt, Industriemechaniker oder Landmaschinenmechaniker. Quereinstieg aus dem Nutzfahrzeug- oder Landtechnikbereich ist üblich und wird von Herstellern über eigene Schulungsprogramme abgesichert. Wer aus einem anderen Handwerk kommt, braucht belastbare Kenntnisse in Hydraulik, Elektrik und Diesel- oder Elektroantrieben; ganz ohne technische Ausbildung führt kaum ein Weg in den Außendienst, weil dort niemand mitläuft, der helfen kann. Führerschein Klasse B ist Pflicht, C oder CE ein deutlicher Vorteil. Herstellerzertifizierungen, Befähigung zur UVV-Prüfung und Schulungen für Hochvolttechnik kommen im Betrieb hinzu.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet draußen statt, bei Regen, Frost und Hitze, in unbequemen Positionen, unter Maschinen, auf schlammigem Untergrund. Heben und Tragen gehören dazu, Rückenbelastung ist real. Die Anfahrten sind lang, Fahrzeiten von zwei bis drei Stunden am Tag keine Ausnahme; bei überregionalen Einsätzen kommen Übernachtungen dazu. Rufbereitschaft am Wochenende ist in vielen Betrieben Teil des Vertrags, weil Maschinenstillstand den Kunden Geld kostet. Der Druck kommt weniger von Verkaufszielen als von der Ungeduld auf der Baustelle: Der Bauleiter will die Maschine noch heute wieder laufen sehen. Dazu gehört eine saubere Dokumentation jedes Einsatzes, denn Berichte, Zeiten und Teile sind die Grundlage der Abrechnung. Wer Papierarbeit im Servicefahrzeug hasst, wird damit unglücklich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird durch die Altersstruktur in den Werkstätten eher steigen. Hersteller, Händler und Vermieter suchen dauerhaft, offene Stellen bleiben oft monatelang unbesetzt. Entwicklungswege führen zum Servicekoordinator oder Disponenten, zur Leitung eines Servicegebiets, in den technischen Innendienst, in die Kundenschulung oder über den Meister und Techniker zur Werkstatt- oder Serviceleitung. Wer den vertrieblichen Teil mag, wechselt häufig in den Ersatzteil- oder Maschinenverkauf, wo technische Glaubwürdigkeit beim Kunden schwer zu ersetzen ist. Elektrifizierung, Telematik und Assistenzsysteme verändern die Inhalte, verringern den Bedarf aber nicht.
Aufgaben
- Wartung, Inspektion und Reparatur von Bau- und Erdbewegungsmaschinen beim Kunden
- Fehlersuche an Hydraulik, Elektrik, Antriebs- und Steuerungstechnik mit Diagnosesoftware
- Sicherheits- und UVV-Prüfungen dokumentieren und Mängel bewerten
- Ersatzteile bedarfsgerecht anbieten und verkaufen
- Serviceverträge und größere Instandsetzungen kalkulieren und dem Kunden vorschlagen
- Verkaufschancen und Ersatzbedarf an den Maschinenvertrieb weitergeben
- Einsatzberichte, Zeiten und Materialverbrauch erfassen
- Bediener beim Kunden in Handhabung und Pflege der Maschinen einweisen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Land- und Baumaschinenmechatroniker, Nutzfahrzeug- oder Kfz-Mechatroniker oder vergleichbare technische Qualifikation
- Kenntnisse in Hydraulik, Pneumatik, Elektrik und Dieselmotorentechnik
- Führerschein Klasse B, häufig C oder CE erwünscht
- Körperliche Belastbarkeit, Arbeit im Freien und in Zwangshaltungen
- Selbstständiges Arbeiten ohne direkte Aufsicht und Bereitschaft zu Rufbereitschaft
- Kundenorientiertes Auftreten und Bereitschaft, Teile und Leistungen aktiv anzubieten
- Sichere Dokumentation und Umgang mit Laptop und Serviceportalen
Wo man arbeitet
- Baumaschinenhändler mit eigenem Serviceaußendienst
- Hersteller von Bau- und Erdbewegungsmaschinen
- Maschinenvermieter und Mietparks
- Bauunternehmen mit eigenem Fuhrpark
- Kommunale Betriebshöfe und Entsorgungsbetriebe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker, alternativ eine Ausbildung in der Nutzfahrzeug- oder Industrietechnik. Nach einigen Jahren in der Werkstatt folgt der Wechsel in den Serviceaußendienst, begleitet von Herstellerschulungen und Zertifizierungen. Weiterqualifizierung zum Servicetechniker mit Meister- oder Technikerabschluss ist der übliche nächste Schritt.
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