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Technischer Vertrieb

Technischer Vertriebsmanager

Technische Vertriebsmanager verkaufen erklärungsbedürftige Produkte und Anlagen an Industriekunden und steuern dabei Projekte, Kalkulationen und oft ein eigenes Vertriebsteam oder Gebiet. Die Rolle verbindet technisches Verständnis mit Verantwortung für Umsatz und Marge.

2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Technischer Vertriebsmanager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.500 € 5.400 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.000 € 7.200 € 72.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €

Die Werte entsprechen dem Gesamtgehalt bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; der feste Anteil liegt im technischen Vertrieb meist bei 75 bis 90 Prozent, bei Führungsrollen oft niedriger. Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße: In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) liegt das Niveau samt Sonderzahlungen deutlich über dem von kleineren Handelshäusern, hinzu kommen Firmenwagen und Reisekostenregelungen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Technischer Vertriebsmanager?

Technische Vertriebsmanager verantworten den Verkauf technischer Produkte, Komponenten oder kompletter Anlagen an gewerbliche Kunden. Der Arbeitsalltag besteht aus Kundenterminen im Werk oder auf der Baustelle, technischen Klärungsgesprächen mit Konstruktion und Einkauf, der Kalkulation von Angeboten und der Verhandlung von Rahmenverträgen. Anders als ein Außendienstmitarbeiter, der ein Gebiet abarbeitet, trägt der Vertriebsmanager meist Verantwortung für ein Produktsegment, eine Kundengruppe oder eine Region insgesamt: Er legt Preisstrategien fest, entscheidet über Nachlässe, priorisiert Projekte und führt in vielen Unternehmen ein kleines Team aus Außendienst und Innendienst.

Die Arbeit ist gemischt aus Bestandsbetreuung und Neugeschäft. Der größere Teil des Umsatzes kommt in der Regel aus laufenden Kundenbeziehungen mit langen Projektzyklen; parallel läuft die Erschließung neuer Anwendungen und neuer Kunden. Zwischen Erstkontakt und Auftrag liegen bei Investitionsgütern häufig sechs bis achtzehn Monate, in denen Lastenhefte abgestimmt, Muster geliefert und Wirtschaftlichkeitsrechnungen aufgestellt werden. Ein erheblicher Teil der Zeit geht für interne Abstimmung mit Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Werkscontrolling drauf.

Wie wird man Technischer Vertriebsmanager?

Der häufigste Weg führt über ein technisches Studium, meist Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen, gefolgt von einigen Jahren im technischen Vertrieb, in der Anwendungstechnik oder im Projektmanagement. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus dem Betrieb: Facharbeiter mit Weiterbildung zum Techniker oder Industriemeister, die zunächst in den Service oder die Anwendungstechnik gehen und von dort in den Vertrieb wechseln. Wer aus dem Handwerk kommt und eine Anlage im Detail kennt, hat beim Kunden einen Vorsprung, der sich durch kein Studium ersetzen lässt. Kaufmännisch Ausgebildete gelangen über den technischen Innendienst hinein, brauchen dann aber echtes Produktwissen. Die Rolle als Manager, also mit Budget- oder Führungsverantwortung, wird selten direkt vergeben, sondern nach nachgewiesenen Vertriebsergebnissen.

Was der Beruf verlangt

Reisetätigkeit prägt den Beruf. Je nach Gebiet sind zwei bis vier Tage pro Woche außer Haus üblich, bei internationaler Zuständigkeit kommen mehrtägige Auslandsreisen und Messen an Wochenenden dazu. Der Zieldruck ist real: Umsatz-, Auftragseingangs- und Margenziele werden quartalsweise gemessen, und in Projektgeschäften kann ein verschobener Kundenentscheid ein Jahresziel kippen, ohne dass eigenes Verschulden vorliegt. Schwer fällt vielen die Doppelrolle zwischen Kunde und eigenem Werk: Liefertermine verteidigen, Reklamationen aufnehmen, technische Zusagen begrenzen. Wer nur verkaufen oder nur konstruieren will, ist hier falsch. Verhandlungssicheres Englisch ist in der Industrie Standard.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in Bereichen wie Automatisierung, Antriebstechnik, Energie- und Umwelttechnik hoch, weil Kandidaten mit technischer Tiefe und Verhandlungserfahrung knapp sind. Entwicklungswege führen zum Key Account Management für Großkunden, zur Leitung eines Vertriebsgebiets oder Geschäftsbereichs bis zur Vertriebsleitung. Alternativen liegen im Produktmanagement oder in der Geschäftsentwicklung. Konjunkturelle Schwankungen im Maschinenbau wirken sich unmittelbar auf variable Bestandteile und Personalplanung aus.

Aufgaben

  • Industriekunden technisch beraten und Anwendungen gemeinsam auslegen
  • Angebote kalkulieren und Preise mit Einkauf und Zentraleinkauf verhandeln
  • Rahmen- und Jahresverträge abschließen und Konditionen nachverhandeln
  • Projekte über lange Entscheidungszyklen begleiten und Wettbewerbssituation bewerten
  • Umsatz-, Margen- und Auftragseingangsziele für Segment oder Gebiet steuern
  • Außendienst und technischen Innendienst fachlich führen
  • Reklamationen und Lieferthemen zwischen Kunde und Werk klären
  • Markt- und Wettbewerbsinformationen für Produktmanagement aufbereiten

Voraussetzungen

  • Technisches Studium oder Techniker- bzw. Meisterabschluss mit einschlägiger Praxis
  • Mehrere Jahre Erfahrung im technischen Vertrieb, Service oder Projektgeschäft
  • Sicheres Lesen technischer Zeichnungen, Lastenhefte und Spezifikationen
  • Verhandlungserfahrung bei Preisen, Konditionen und Vertragsklauseln
  • Verhandlungssicheres Englisch, je nach Markt weitere Sprachen
  • Führerschein und Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit
  • Belastbarkeit unter Quartalsdruck und langen Verkaufszyklen

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
  • Hersteller elektrotechnischer und elektronischer Komponenten
  • Zulieferer der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie
  • Technische Handelshäuser und Systemanbieter
  • Unternehmen der Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren, anschließend drei bis sieben Jahre Praxis im technischen Vertrieb oder in der Anwendungstechnik. Der zweite Weg führt über eine gewerblich-technische Ausbildung von dreieinhalb Jahren und eine Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister mit späterem Wechsel in den Vertrieb. Fachfremde Quereinsteiger benötigen belegbares Produktwissen und werden meist zunächst im Innendienst eingesetzt.

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