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Vertriebsleitung

Vertriebsleiter

Vertriebsleiter führen ein Vertriebsteam, verantworten Umsatz- und Ertragsziele eines Gebiets, einer Region oder eines Landes und übersetzen die Unternehmensstrategie in konkrete Vertriebsarbeit. Die Rolle führt disziplinarisch und ist zugleich selbst noch bei Schlüsselkunden im Einsatz.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 5.000 € 6.200 € 7.500 € 74.400 €
Mit Berufserfahrung 6.500 € 8.000 € 10.000 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.500 € 15.000 € 126.000 €

Die Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus; der feste Anteil liegt bei Vertriebsleitern meist bei 70 bis 85 Prozent, der variable Teil hängt an Team- statt an Einzelzielen. Am stärksten wirken Unternehmensgröße, Branche und Umfang der Verantwortung: Ein Vertriebsleiter im regionalen Mittelstand liegt deutlich unter einem Bereichsleiter mit internationaler Verantwortung in Pharma, Medizintechnik oder Software. Firmenwagen zur privaten Nutzung ist üblich, ein Tarifvertrag greift für diese Position in der Regel nicht.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsleiter?

Ein Vertriebsleiter verantwortet den Umsatz eines definierten Bereichs und die Menschen, die ihn erwirtschaften. Der Alltag besteht aus drei Blöcken, die miteinander konkurrieren: Führung, Steuerung und eigenes Kundengeschäft. Führung bedeutet Einzelgespräche mit Außendienstmitarbeitern, Mitfahrten im Gebiet, Zielvereinbarungen, Einarbeitung neuer Kollegen und das Trennen von Mitarbeitern, die die Ziele dauerhaft nicht erreichen. Steuerung heißt Forecast an die Geschäftsführung, Pipeline-Reviews im CRM, Gebietszuschnitte, Preisfreigaben, Rabattgrenzen, Budget- und Provisionsplanung. Dazu kommt das eigene Geschäft: Jahresgespräche mit den größten Kunden, Verhandlungen mit Zentraleinkäufen, Eskalationen, Messen und Schlüsseltermine, die der Außendienst nicht allein abschließt.

Je nach Zuschnitt führt die Rolle nur Außendienst, nur Innendienst oder beides einschließlich Key Account Management. In größeren Häusern liegt darüber ein Vertriebsdirektor oder ein Chief Sales Officer, in Mittelständlern berichtet der Vertriebsleiter direkt an die Geschäftsführung und sitzt in der Regel in deren Sitzungen.

Wie wird man Vertriebsleiter?

Es gibt keinen Ausbildungsweg, der direkt in diese Position führt. Üblich sind fünf bis zehn Jahre im aktiven Verkauf, meist als Außendienstmitarbeiter oder Key Account Manager mit nachweisbaren Zahlen, danach ein Zwischenschritt als Regional- oder Teamleiter. Ein betriebswirtschaftliches, technisches oder naturwissenschaftliches Studium ist in Industrie, Pharma und IT verbreitet, im Handel, Handwerk und im Baustoffbereich zählt Vertriebserfolg mehr als der Abschluss. Wer aus einer kaufmännischen Ausbildung kommt, ergänzt oft eine Weiterbildung zum Betriebswirt oder Fachwirt. Entscheidend für den Sprung ist der Nachweis, dass man Ergebnisse über andere Menschen erzielen kann und nicht nur selbst gut verkauft.

Was der Beruf verlangt

Die Zielverantwortung ist nicht delegierbar. Verfehlt das Team den Plan, steht der Vertriebsleiter dafür ein, auch wenn die Ursachen im Produkt, im Preis oder im Markt liegen. Reisetätigkeit von zwei bis drei Tagen pro Woche ist normal, in international zugeschnittenen Gebieten mehr. Abende gehen für Kundenessen, Messen und Teamveranstaltungen weg, Wochenenden gelegentlich für Reporting und Planungsrunden. Unangenehm sind vor allem die Personalthemen: Leistungsgespräche, Abmahnungen, Kündigungen, dazu Konflikte zwischen Innen- und Außendienst und der Dauerstreit mit Produktion, Controlling und Marketing um Kapazitäten und Preise. Die Fluktuation in der Position ist hoch, zwei bis drei schwache Quartale kosten in manchen Häusern den Posten. Wer Konflikte meidet oder ohne Zahlenverständnis arbeitet, hält die Rolle nicht lange.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in erklärungsbedürftigen Branchen hoch, weil Unternehmen Führungskräfte suchen, die datengestützt steuern und gleichzeitig operativ verkaufen können. Gefragt sind Erfahrung mit CRM-basierter Steuerung, mit hybriden Vertriebsmodellen aus Außendienst, Inside Sales und digitalen Kanälen sowie mit dem Aufbau von Teams in neuen Märkten. Entwicklungswege führen zum Vertriebsdirektor, zur Geschäftsführung Vertrieb, in die Leitung mehrerer Länder oder in die selbstständige Beratung. Ein Wechsel in die Handelsvertretung oder in eine Interimsrolle ist ebenfalls verbreitet.

Aufgaben

  • Umsatz-, Absatz- und Ertragsziele für Gebiet oder Region verantworten
  • Außen- und Innendienstmitarbeiter führen, einarbeiten und beurteilen
  • Forecast, Pipeline-Reviews und Berichte für die Geschäftsführung erstellen
  • Jahresgespräche und Preisverhandlungen mit Schlüsselkunden führen
  • Gebiete zuschneiden, Besuchsfrequenzen und Ressourcen festlegen
  • Vertriebsbudget, Provisionsmodelle und Zielvereinbarungen planen
  • Bei Eskalationen, Reklamationen und Sonderkonditionen entscheiden
  • Neue Mitarbeiter rekrutieren und im Markt einführen

Voraussetzungen

  • Mehrjährige Erfahrung im aktiven Verkauf mit belegbaren Ergebnissen
  • Erste Führungserfahrung, etwa als Team- oder Regionalleiter
  • Kaufmännische Ausbildung oder Studium, je nach Branche auch technische Grundlagen
  • Sicherer Umgang mit CRM-Systemen, Kennzahlen und Kalkulation
  • Bereitschaft zu regelmäßiger Reisetätigkeit und Abendterminen
  • Konfliktfähigkeit für Leistungs- und Trennungsgespräche
  • Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Produktionsunternehmen
  • Groß- und Fachhandel
  • Hersteller von Konsumgütern mit Handelsvertrieb
  • IT-, Software- und Telekommunikationsunternehmen
  • Medizintechnik- und Pharmaunternehmen
  • Dienstleistungs- und Finanzunternehmen

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt in der Regel über fünf bis zehn Jahre im Außendienst oder Key Account Management und eine erste Führungsstation als Team- oder Regionalleiter. Ein betriebswirtschaftliches oder technisches Studium ist in vielen Branchen üblich, ersetzbar durch eine kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Betriebswirt oder Fachwirt. Ergänzend werden Führungs-, Verhandlungs- und Controlling-Seminare belegt.

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