Technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Außendienst
Technische Vertriebsmitarbeiter für Gebäudeautomation verkaufen Regelungs-, Steuerungs- und Leittechnik für Heizung, Lüftung, Klima und Beleuchtung an Planer, Anlagenbauer und Gebäudebetreiber. Sie arbeiten im Außendienst in einem festen Gebiet und betreuen dort sowohl Bestandskunden als auch neue Projekte.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.400 € | 6.500 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 7.000 € | 9.000 € | 84.000 € |
Die Werte gelten für übliche, nicht für volle Zielerreichung. Der feste Anteil liegt in diesem technischen Vertrieb vergleichsweise hoch, meist bei 80 bis 90 Prozent; der variable Teil hängt an Gebietsumsatz und Deckungsbeitrag. Entscheidend sind Arbeitgebertyp und Region: internationale Hersteller zahlen deutlich mehr als regionale Systemintegratoren, tarifgebundene Betriebe orientieren sich am Tarif der Metall- und Elektroindustrie. Ein Firmenwagen zur privaten Nutzung ist Standard und in den Zahlen nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Außendienst?
Der Beruf verbindet Verkauf mit Anlagentechnik. Verkauft werden Regler, Feldgeräte, Aktoren, Sensoren, Schaltschranktechnik, Gebäudeleitsysteme und zunehmend Softwarelizenzen für Energiemonitoring. Die Kunden sind selten Endverbraucher: Es sind Fachplaner, die Anlagen ausschreiben, Anlagenbauer und Systemintegratoren, die sie errichten, Elektrogroßhändler, die sie beziehen, sowie Betreiber großer Liegenschaften wie Kliniken, Kommunen, Industrieunternehmen und Immobiliengesellschaften.
Der Alltag besteht aus Terminen im Gebiet, meist zwei bis vier am Tag, dazwischen Fahrzeit. Beim Planer geht es darum, früh in der Leistungsphase die eigenen Produkte in den Ausschreibungstext zu bekommen. Beim Anlagenbauer geht es um Stücklisten, Preise, Lieferzeiten und Projektpreise. Beim Betreiber geht es um Sanierung, Nachrüstung, Störungen im Bestand und um die Frage, ob sich eine Modernisierung über eingesparte Energie rechnet. Dazu kommen Angebotskalkulation, Projektverfolgung über Ausschreibungsdatenbanken, Abstimmung mit Innendienst und Applikationstechnik sowie Schulungen bei Kunden. Ein spürbarer Teil der Arbeit ist Büroarbeit am Abend oder im Homeoffice: CRM pflegen, Angebote nachfassen, Forecast melden.
Wie wird man technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation?
Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung in Elektrotechnik, Mechatronik, Anlagenmechanik SHK oder Automatisierungstechnik, oft mit anschließender Technikerschule oder Meisterprüfung. Ebenso verbreitet ist ein Studium in Elektrotechnik, Versorgungstechnik, Gebäudetechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen.
Quereinstieg funktioniert vor allem aus der Technik heraus: Servicetechniker, Inbetriebnehmer und Projektleiter aus dem MSR-Bereich wechseln regelmäßig in den Vertrieb, weil sie die Anlagen kennen und bei Planern glaubwürdig auftreten. Der umgekehrte Weg, vom reinen Verkauf in die Gebäudeautomation, ist schwierig, weil BACnet, KNX, Modbus, hydraulische Schaltungen und Regelstrategien nicht nebenbei zu lernen sind. Hersteller bilden neue Außendienstmitarbeiter meist über mehrere Monate im eigenen Haus aus.
Was der Beruf verlangt
Reisezeit ist der größte Faktor. Gebiete umfassen häufig mehrere Regierungsbezirke, Übernachtungen ein- bis zweimal pro Woche sind üblich. Die Verkaufszyklen sind lang: Zwischen dem ersten Planergespräch und dem Auftrag liegen oft ein bis drei Jahre, und der Auftrag geht am Ende an einen Anlagenbauer, den man nicht steuert. Wer schnelle Abschlüsse braucht, wird damit nicht glücklich.
Dazu kommt Zieldruck über Jahresumsatz und Deckungsbeitrag, Preisverhandlungen gegen internationale Wettbewerber und die Erwartung, technisch belastbare Aussagen zu treffen. Fehler in der Auslegung fallen erst bei der Inbetriebnahme auf und werden teuer. Baustellenbesuche gehören dazu, teils mit Sicherheitsschuhen und Helm. Wochenendarbeit ist selten, Abendtermine und Messen kommen vor.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Energieeffizienzvorgaben, das Gebäudeenergiegesetz, Sanierungsstau im öffentlichen Bestand und der Bedarf an Datenpunkten für Monitoring und Fernzugriff sorgen für Projekte, auch wenn der Neubau schwächelt. Fachkräfte, die Technik und Verkauf gleichzeitig können, sind knapp.
Entwicklungswege führen zum Key-Account-Manager für Kettenkunden und Konzernbetreiber, zur Vertriebs- oder Regionalleitung, ins Produktmanagement oder in den Systemvertrieb mit Fokus auf Softwareplattformen. Manche wechseln zu Systemintegratoren oder machen sich als Herstellervertretung selbstständig.
Aufgaben
- Fachplaner und Ingenieurbüros in frühen Leistungsphasen beraten und Ausschreibungstexte platzieren
- Anlagenbauer und Systemintegratoren im Gebiet betreuen und Projektpreise verhandeln
- Anlagen im Bestand aufnehmen und Modernisierungskonzepte für Regelungs- und Leittechnik erarbeiten
- Angebote kalkulieren, Stücklisten prüfen und mit dem Innendienst abstimmen
- Ausschreibungen und Projekte über Datenbanken und CRM verfolgen
- Produktschulungen und Inbetriebnahmeunterstützung bei Kunden durchführen
- Neukunden im Gebiet gewinnen, insbesondere Errichter und Betreiber
- Umsatz- und Deckungsbeitragsziele planen und Forecast melden
Voraussetzungen
- Technische Ausbildung in Elektro-, Automatisierungs- oder Versorgungstechnik, häufig mit Techniker, Meister oder Studium
- Kenntnisse in MSR-Technik, Feldbussystemen wie BACnet, KNX oder Modbus und in HLK-Anlagen
- Sicherer Umgang mit Planern und Handwerkern gleichermaßen, Verhandlungsgeschick bei Projektpreisen
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Reisetätigkeit mit Übernachtungen
- Selbstorganisation, Ausdauer bei Verkaufszyklen über mehrere Jahre
- Baustellentauglichkeit und Bereitschaft, Technikräume und Dachzentralen zu begehen
Wo man arbeitet
- Hersteller von Gebäudeautomations- und Regelungstechnik
- Systemintegratoren und Gebäudetechnikunternehmen
- Elektro- und Haustechnikgroßhandel
- Anlagenbauer im Bereich Heizung, Lüftung, Klima
- Technische Gebäudeausrüster und Facility-Dienstleister
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine drei- bis dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Mechatroniker, mit anschließender Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Meister. Alternativ führt ein Bachelor in Elektrotechnik, Gebäude- oder Versorgungstechnik in den Beruf. Den Vertriebsteil vermitteln die Unternehmen intern über mehrmonatige Einarbeitung mit Produktschulungen und Begleitung durch erfahrene Kollegen.
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