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Technischer Vertrieb

Technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Innendienst

Technische Vertriebsmitarbeiter für Gebäudeautomation im Innendienst kalkulieren Angebote für Heizungs-, Lüftungs- und Regelungstechnik, klären Anforderungen mit Planern und Installateuren und unterstützen den Außendienst fachlich. Der Beruf arbeitet vom Schreibtisch aus, betreut überwiegend bestehende Kunden und führt nicht.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Innendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 4.900 € 6.000 € 58.800 €

Im Innendienst der Gebäudeautomation liegt der feste Anteil üblicherweise bei 85 bis 100 Prozent; variabel sind meist nur eine Team- oder Unternehmensprämie von wenigen Hundert Euro im Monat. Ausschlaggebend sind Betriebsgröße und Tarifbindung: Herstellerbetriebe zahlen häufig nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem TV-V-Umfeld deutlich über dem freien Fachhandel, und technische Zusatzqualifikationen wie Techniker oder Meister schlagen sich klar nieder.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Innendienst?

Die Arbeit beginnt meist mit einer Anfrage: Ein Elektroinstallateur braucht eine Regelung für eine Lüftungsanlage, ein Planungsbüro schickt ein Leistungsverzeichnis für ein Bürogebäude, ein Facility-Dienstleister sucht Ersatz für eine abgekündigte Steuerung. Aus diesen Unterlagen wird ein Angebot: Feldgeräte, Regler, Ventile, Antriebe, Busmodule und Software werden ausgelegt, Stücklisten aufgebaut, Preise nach Rabattstaffel oder Projektpreisliste kalkuliert. Vieles davon läuft über ein Konfigurations- oder Auslegungstool, der Rest über Rückfragen beim Kunden und beim Produktmanagement.

Dazu kommt die laufende Betreuung. Der Innendienst nimmt Aufträge auf, prüft Liefertermine, klärt Reklamationen zu Geräten, die auf der Baustelle nicht wie erwartet kommunizieren, und pflegt Projekte im CRM. Er arbeitet dem Außendienst vor, bereitet Besuchsunterlagen und Nachverfolgungslisten auf und übernimmt kleinere Kunden vollständig selbst, meist telefonisch und per Mail. Neukundengewinnung gehört nur am Rand dazu, häufiger geht es um Ausschreibungen, an denen man ohnehin beteiligt ist.

Wie wird man Technischer Vertriebsmitarbeiter Gebäudeautomation im Innendienst?

Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung mit anschließendem Wechsel in den Vertrieb: Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme, Mechatroniker für Kältetechnik, Anlagenmechaniker SHK oder Elektroniker für Automatisierungstechnik. Wer aus der Montage oder dem Service kommt, kennt die Anlagen aus der Praxis und braucht vor allem kaufmännisches Handwerk. Der zweite Weg ist der Techniker oder Meister der Elektro- oder Versorgungstechnik, der dritte ein Studium der Gebäudetechnik, Elektrotechnik oder Versorgungstechnik. Quereinsteiger aus dem kaufmännischen Innendienst kommen ebenfalls unter, brauchen dann aber ein bis zwei Jahre, um MSR-Technik, BACnet, KNX und Modbus sicher einordnen zu können. Die Einarbeitung erfolgt fast immer im Betrieb, ergänzt durch Herstellerschulungen.

Was der Beruf verlangt

Gebäudeautomation ist detaillastig. Ein falsch ausgelegter Antrieb oder ein vergessenes Netzteil fällt erst auf der Baustelle auf, und dann unter Zeitdruck. Sorgfalt zählt mehr als Tempo, beides wird trotzdem verlangt. Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit mit hohem Telefonanteil und vielen parallelen Projekten, deren Termine sich am Bauablauf orientieren und selten ruhig verlaufen. Vor Quartalsenden und bei Ausschreibungsfristen entstehen Spitzen. Zieldruck ist geringer als im Außendienst, aber vorhanden: Angebotsdurchlaufzeiten, Trefferquoten und Deckungsbeiträge werden gemessen. Wer Anerkennung über Abschlüsse und Kundenbesuche sucht, wird den Innendienst als undankbar empfinden, weil der Erfolg im Namen des Außendienstes verbucht wird. Reisen fallen kaum an, Wochenendarbeit ist unüblich, Homeoffice an einzelnen Tagen inzwischen verbreitet.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in den vergangenen Jahren gestiegen. Energetische Sanierung, Anforderungen an den Gebäudebetrieb und die Nachrüstung alter Regelungen sorgen für Projektvolumen, während technisch belastbares Vertriebspersonal knapp ist. Entwicklungswege führen in den Außendienst mit eigenem Gebiet, in die Projektierung und Anlagenplanung, in den technischen Support oder ins Produktmanagement. Mit einigen Jahren Erfahrung ist auch die Teamleitung im Innendienst oder eine Spezialisierung auf Großprojekte und Rahmenverträge möglich.

Aufgaben

  • Anfragen und Leistungsverzeichnisse technisch bewerten
  • Regelungs- und Feldgeräte auslegen und Stücklisten erstellen
  • Angebote kalkulieren und nachverfolgen
  • Aufträge erfassen, Liefertermine und Rückstände klären
  • Planer, Installateure und Facility-Dienstleister telefonisch beraten
  • Außendienst mit Unterlagen, Kalkulationen und Projektlisten unterstützen
  • Reklamationen und technische Rückfragen bearbeiten
  • Projekte und Kundendaten im CRM pflegen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene technische Ausbildung in Elektro-, Versorgungs- oder Automatisierungstechnik, alternativ Techniker, Meister oder Studium
  • Grundverständnis von MSR- und Regelungstechnik sowie Bussystemen wie KNX, BACnet oder Modbus
  • Sicherer Umgang mit ERP, CRM und Auslegungstools
  • Sorgfalt bei Stücklisten, Preisen und Terminen
  • Verständliche Ausdrucksweise am Telefon und in Angebotsschreiben
  • Belastbarkeit bei parallelen Projekten und kurzen Fristen
  • Englisch für Herstellerunterlagen ist häufig gewünscht

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Gebäudeautomations- und Regelungstechnik
  • Technischer Groß- und Fachhandel für Elektro- und SHK-Technik
  • Systemhäuser und Errichter für MSR-Technik
  • Anlagenbauer und Gebäudetechnik-Unternehmen
  • Vertriebsniederlassungen internationaler Hersteller

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme oder Anlagenmechaniker SHK, und danach der Wechsel in den Innendienst. Alternativ führen eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder ein Bachelor in Gebäude-, Elektro- oder Versorgungstechnik in die Rolle. Die vertriebliche und produktbezogene Einarbeitung dauert im Betrieb meist sechs bis zwölf Monate.

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