Verkäufer als Quereinsteiger Frischetheke
Verkäufer an der Frischetheke bedienen Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheken im Lebensmitteleinzelhandel. Der Einstieg ist ohne Ausbildung möglich, die Einarbeitung erfolgt im Markt.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer als Quereinsteiger Frischetheke verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.400 € | 2.700 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.800 € | 3.100 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.700 € | 38.400 € |
Maßgeblich ist meist der Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes; ungelernte Thekenkräfte werden dort niedriger eingruppiert als ausgebildete Fachverkäufer, was nach einer Nachqualifizierung mehrere Hundert Euro monatlich ausmacht. Das Entgelt ist praktisch vollständig fest, hinzu kommen Zuschläge für Früh-, Spät- und Sonntagsarbeit sowie in tarifgebundenen Betrieben Urlaubs- und Weihnachtsgeld; nicht tarifgebundene Betriebe zahlen häufig am unteren Rand der Spanne.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer an der Frischetheke?
Die Frischetheke ist der Teil des Supermarkts, an dem noch persönlich verkauft wird. Kunden treten heran, nennen ihren Wunsch, und die Verkäuferin schneidet, wiegt, portioniert und packt ab. Dazu kommt Beratung: Welcher Käse passt zum Wein, wie lange braucht der Braten im Ofen, welches Stück Fleisch eignet sich zum Kurzbraten. Der Beruf arbeitet nach innen im Sinne des Ladens, aber im direkten Kundenkontakt, und er lebt vom Zusatzverkauf – ein Vorschlag mehr pro Kunde entscheidet über den Thekenumsatz.
Neben dem Verkauf steht die Warenarbeit. Vor Ladenöffnung wird die Theke aufgebaut und dekoriert, Ware aus dem Kühlhaus geholt, angeschnitten und ausgelegt. Über den Tag werden Preise und Auszeichnungen geprüft, Mindesthaltbarkeiten kontrolliert, Reste zu Aktionen verarbeitet. Nach Ladenschluss folgt die Reinigung: Schneidemaschinen zerlegen und desinfizieren, Vitrinen auswischen, Böden schrubben. Bestellungen für den nächsten Tag werden anhand von Abverkaufszahlen und Wochentag geschätzt – zu viel bedeutet Abschrift, zu wenig eine leere Theke am Samstagmittag.
Wie wird man Verkäufer an der Frischetheke?
Für den Quereinstieg gibt es keine formale Hürde. Lebensmittelketten und selbstständige Kaufleute suchen laufend Thekenkräfte und stellen Bewerber ohne Branchenerfahrung ein, häufig aus Gastronomie, Küche, Pflege oder Handwerk. Nötig sind eine Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt oder einen Arzt sowie eine Hygieneschulung im Betrieb. Die Einarbeitung dauert einige Wochen und läuft an der Theke selbst: Warenkunde, Schnittführung, Maschinen, Kasse, HACCP-Dokumentation.
Wer bleiben will, kann nachqualifizieren. Möglich sind die Externenprüfung zum Verkäufer oder zum Kaufmann im Einzelhandel, die Fachverkäuferausbildung im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei, Bäckerei oder Konditorei, außerdem interne Programme der Handelsketten für Thekenleitung. Viele Betriebe übernehmen die Kosten und rechnen Berufsjahre an.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Acht Stunden Stehen auf harten Böden, Kisten und Fleischteile heben, kalte Zugluft an der Vitrine, Wechsel zwischen Verkaufsraum und Kühlhaus. Schnittverletzungen und Belastungen von Rücken, Handgelenken und Schultern sind typisch. Wer eine Nickel- oder Latexallergie hat oder Kälte schlecht verträgt, sollte das vorher prüfen.
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten. Frühdienste beginnen häufig gegen sechs Uhr, Samstage sind Regelarbeitstage, vor Feiertagen wird es voll und laut. Zugleich gilt Freundlichkeit auch beim zwölften Kunden in der Warteschlange, und Reklamationen kommen unmittelbar. Der Bereich hat eine spürbare Fluktuation, vor allem in den ersten Monaten. Wer sie übersteht, wird schnell gebraucht.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und stabil. Frischetheken sind für Supermärkte ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber Discountern, gleichzeitig fehlt in fast jeder Region qualifiziertes Thekenpersonal – Fleischereifachverkäufer stehen seit Jahren auf den Mangellisten. Das verschafft Quereinsteigern gute Chancen und Verhandlungsspielraum bei Schichtwünschen.
Entwicklungswege führen zur stellvertretenden und dann zur verantwortlichen Thekenleitung mit Bestell-, Kalkulations- und Personalverantwortung, weiter zur Marktleitung oder zum Bereichsverantwortlichen Frische in mehreren Filialen. Auch ein Wechsel in Fachgeschäfte, in Hofläden oder in den Außendienst von Fleisch- und Käselieferanten ist üblich, weil die Warenkenntnis dort gesucht ist.
Aufgaben
- Kunden an der Bedientheke beraten und bedienen
- Fleisch, Wurst, Käse oder Fisch zuschneiden, wiegen und abpacken
- Theke aufbauen, dekorieren und über den Tag nachfüllen
- Bestellmengen anhand von Abverkauf und Wochentag festlegen
- Mindesthaltbarkeit, Kühlketten und Hygienevorgaben dokumentieren
- Maschinen, Vitrinen und Arbeitsflächen reinigen und desinfizieren
- Zusatzverkäufe und Aktionsware aktiv anbieten
- Reklamationen am Kunden klären
Voraussetzungen
- Kein bestimmter Schulabschluss erforderlich, Deutsch in Wort verständlich
- Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz und Hygieneschulung
- Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben, Arbeit in Kälte
- Bereitschaft zu Frühdienst und Samstagsarbeit
- Freundlichkeit und Geduld im Umgang mit Kunden
- Sauberkeit und Sorgfalt bei Umgang mit Lebensmitteln
- Keine Allergien gegen Kälte, Reinigungsmittel oder Handschuhmaterialien
Wo man arbeitet
- Supermärkte und Verbrauchermärkte
- SB-Warenhäuser
- Fleischereien und Metzgereifilialen
- Käse- und Fischfachgeschäfte
- Hofläden und Marktstände
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg ist als Quereinstieg ohne Ausbildung möglich; die Einarbeitung im Markt dauert je nach Theke vier bis zwölf Wochen. Wer sich qualifizieren will, kann in zwei bis drei Jahren die Ausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk oder zum Verkäufer beziehungsweise Kaufmann im Einzelhandel nachholen, auch über die Externenprüfung bei der Kammer.
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