Verkäufer bzw. Bäckereifachverkäufer
Bäckereifachverkäufer verkaufen Brot, Brötchen, Kuchen und Snacks im direkten Kundenkontakt, bedienen die Theke und den Kaffeeausschank und führen die Kasse. Die Arbeit findet in der Filiale statt, beginnt früh und umfasst regelmäßig Samstage und Sonntage.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer bzw. Bäckereifachverkäufer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.050 € | 2.250 € | 2.500 € | 27.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.300 € | 2.550 € | 2.850 € | 30.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.700 € | 37.200 € |
Das Gehalt ist überwiegend fest; Provision spielt kaum eine Rolle, hinzu kommen meist Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Frühdienst. Maßgeblich sind der Tarifvertrag für das Bäckerhandwerk oder der Einzelhandelstarif des jeweiligen Bundeslandes, dazu Region und Betriebsgröße; die Senior-Werte gelten für Filialleitungen mit Personal- und Umsatzverantwortung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bäckereifachverkäufer?
Die Arbeit beginnt vor den Kunden: Ware annehmen, Theke und Auslage aufbauen, Snacks belegen, Backautomaten und Kaffeemaschine in Betrieb nehmen. Ab dem Öffnen steht der Verkauf im Mittelpunkt. Kunden werden beraten, welches Brot sich für welchen Zweck eignet, welche Torte für zwölf Personen reicht, was ohne Weizen gebacken ist. Bestellungen für Feiertage, Geburtstage oder Firmenkunden werden aufgenommen und für die Backstube weitergegeben.
Der Beruf ist eine reine Innendienstrolle mit Laufkundschaft. Neukunden werden nicht aktiv gewonnen, aber Stammkunden entstehen über Wiedererkennung und Verlässlichkeit. Ein spürbarer Teil des Umsatzes hängt am Zusatzverkauf: der Kaffee zum Brötchen, das belegte Brot zum Kaffee, das Stück Kuchen am Nachmittag. Filialen messen Bon-Durchschnitt und Snackanteil, in vielen Ketten wird darüber gesprochen. Dazu kommen Kassenabschluss, Retourenerfassung, Reinigung und Hygienedokumentation nach HACCP.
Wie wird man Bäckereifachverkäufer?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei, verkürzbar auf zweieinhalb oder zwei Jahre. Ein Hauptschulabschluss genügt in der Regel, viele Betriebe bilden auch ohne Abschluss aus. Der Quereinstieg ist in diesem Beruf besonders üblich: Wer aus Gastronomie, Einzelhandel oder einem anderen Servicefeld kommt, wird häufig als angelernte Verkaufskraft eingestellt und in wenigen Wochen in Ware, Kasse und Hygiene eingearbeitet. Eine Erstunterweisung nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht. Wer bleiben will, kann die Ausbildung nachholen oder über Filialleitung und Bezirksleitung weiterkommen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind der härteste Punkt. Frühdienste starten oft zwischen fünf und sechs Uhr, Spätdienste enden nach Ladenschluss mit Reinigung. Samstage sind Regelarbeitstage, sonntägliche Öffnung ist im Bäckereihandwerk erlaubt und wird von vielen Betrieben genutzt. Geteilte Dienste kommen vor. Die Tätigkeit ist überwiegend Stehen, dazu Heben von Kisten und Blechen, Zugluft an der Tür und Hitze am Ofen.
Im Umgang mit Kunden gehört Geduld dazu: morgens bilden sich Schlangen, in der Spitze müssen Bedienung, Kaffee und Kasse gleichzeitig laufen. Rechnen, Sauberkeit und ein freundlicher Ton auch in der zehnten Stunde sind gefragt. Die Fluktuation ist hoch, viele Filialen arbeiten dauerhaft knapp besetzt, kurzfristiges Einspringen wird oft erwartet. Teilzeit und Minijobs machen einen großen Teil der Stellen aus.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und der Personalmangel in Bäckereifilialen ausgeprägt, Einstiegschancen bestehen praktisch überall und meist ohne lange Bewerbungsverfahren. Gleichzeitig schließen kleine Handwerksbäckereien, während Filialisten und Backshops im Lebensmitteleinzelhandel wachsen. Wer Verantwortung übernehmen will, wird häufig schon nach zwei bis drei Jahren als stellvertretende Filialleitung angesprochen; dann kommen Dienstplan, Bestellung, Inventur und Einarbeitung neuer Kräfte hinzu. Weiter führen der Weg zur Bezirksleitung mit mehreren Filialen, die Fortbildung zum Fachverkäufer mit Spezialisierung auf Konditorei oder Snack sowie der Wechsel in den Verkaufsinnendienst eines Backwarenherstellers.
Aufgaben
- Kunden an der Theke beraten und bedienen
- Auslage aufbauen, nachfüllen und ansprechend halten
- Snacks belegen, Kaffee und Heißgetränke zubereiten
- Kasse führen und Tagesabschluss erstellen
- Bestellungen für Torten, Platten und Feiertage aufnehmen
- Warenannahme, Retouren und Bestellvorschläge bearbeiten
- Hygienevorgaben einhalten und dokumentieren
- Zusatzverkauf aktiv anbieten
Voraussetzungen
- Ausbildung im Lebensmittelhandwerk oder Bereitschaft zum Anlernen
- Erstunterweisung nach Infektionsschutzgesetz
- Bereitschaft zu Frühdienst, Samstags- und Sonntagsarbeit
- Freundlichkeit und Geduld auch bei hohem Kundenaufkommen
- Sicheres Kopfrechnen und Umgang mit dem Kassensystem
- Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben von Kisten und Blechen
Wo man arbeitet
- Handwerksbäckereien mit eigenen Filialen
- Filialen großer Backwarenketten
- Backshops im Lebensmitteleinzelhandel
- Cafés und Stehcafés mit Backwarenverkauf
- Verkaufsstellen an Bahnhöfen, Flughäfen und Tankstellen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei, mit Abschluss vor der Handwerkskammer. Bei guten Leistungen oder vorheriger Berufserfahrung ist eine Verkürzung auf zwei bis zweieinhalb Jahre möglich. Der Einstieg als angelernte Verkaufskraft mit betrieblicher Einarbeitung ist weit verbreitet.
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