Verkäuferin bzw. Modeberaterin
Verkäuferinnen und Modeberater beraten Kundinnen und Kunden auf der Verkaufsfläche, verkaufen Bekleidung und Accessoires und halten die Fläche in Ordnung. Die Arbeit ist Verkauf am Kunden im direkten Kontakt, mit festen Öffnungszeiten und Samstagsdienst.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäuferin bzw. Modeberaterin verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.050 € | 2.250 € | 2.500 € | 27.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.300 € | 2.600 € | 2.950 € | 31.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.700 € | 37.200 € |
Maßgeblich ist meist der Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes; nicht tarifgebundene Filialisten und Boutiquen zahlen oft am unteren Rand. Der feste Anteil liegt bei rund 90 bis 100 Prozent, Provisionen oder Flächenprämien machen selten mehr als einen kleinen Zuschlag aus. Da viele Verträge Teilzeit sind, liegt das tatsächliche Monatseinkommen häufig deutlich unter diesen Vollzeitwerten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Modeberaterin?
Die Arbeit findet auf der Verkaufsfläche statt. Kundinnen und Kunden werden angesprochen, nach Anlass, Größe und Vorstellung gefragt und mit passenden Teilen versorgt. Dazu gehört, Kombinationen zusammenzustellen, Größen aus dem Lager zu holen, Alternativen anzubieten, wenn ein Artikel nicht vorhanden ist, und Zusatzverkäufe anzustoßen - Gürtel zur Hose, Schal zur Jacke. Am Ende steht der Kassiervorgang, oft mit Kundenkarte, Gutschein oder Rückgabe.
Zwischen den Kundengesprächen läuft die Flächenarbeit: Ware annehmen, auspacken, sichern, auf Bügel bringen, nach Größe sortieren, Umkleidekabinen leeren, Tische neu stapeln, Reduzierungen auszeichnen. Bei Saisonwechseln und Sale-Starts wird die halbe Fläche umgebaut. Inventuren, Warenverluste, Retourenbearbeitung und Reklamationen kommen dazu. Der Beruf betreut Laufkundschaft, gewinnt also keine Kunden im klassischen Sinn, arbeitet aber vollständig nach außen zum Kunden hin und trägt bei vielen Arbeitgebern messbare Flächen- oder Persönliche Ziele mit.
Wie wird man Modeberaterin?
Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin oder die dreijährige zur Kauffrau im Einzelhandel, beide dual im Betrieb und in der Berufsschule. Ein mittlerer Schulabschluss ist üblich, Hauptschulabschluss reicht in vielen Betrieben. Der Quereinstieg ist im Modehandel weit verbreitet: Wer aus Gastronomie, Friseurhandwerk oder anderen Verkaufsbereichen kommt, wird häufig ohne Fachabschluss eingestellt und intern eingearbeitet. Filialisten schulen Sortiment, Kassensystem und Serviceablauf selbst. Fremdsprachen helfen in Innenstadt- und Touristenlagen, Erfahrung mit gehobenen Marken oder Maßkonfektion öffnet den Weg in den höherpreisigen Bereich.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst wird überwiegend im Stehen und Gehen geleistet, acht Stunden auf hartem Boden, mit Heben von Warenkartons und Arbeit auf Leitern. Rücken und Füße merken das. Die Arbeitszeiten folgen den Öffnungszeiten: Spätdienste bis 20 Uhr, Samstage fast immer, in Einkaufszentren teils bis in den Abend, dazu verkaufsoffene Sonntage und die volle Belastung im Weihnachtsgeschäft und zu Sale-Zeiten. Schichtpläne stehen oft nur wenige Wochen im Voraus.
Hinzu kommt Zieldruck. Umsatz pro Stunde, Bonrate, Zusatzverkaufsquote und Kundenkartenabschlüsse werden in vielen Ketten personenbezogen ausgewertet. Unfreundliche Kunden, Reklamationen und Diebstahlversuche gehören zum Alltag. Teilzeit ist die Regel, viele Verträge liegen unter 30 Stunden, echte Vollzeitstellen sind vergleichsweise knapp. Die Fluktuation im Modehandel ist hoch.
Aussichten
Fachkräfte werden gesucht, besonders solche mit Beratungsstärke und Bereitschaft zu Spätdiensten. Gleichzeitig baut der stationäre Modehandel durch Onlinehandel und Filialschließungen Flächen ab, was Standortsicherheit einschränkt - Innenstadtlagen mittlerer Größe sind stärker betroffen als Einkaufszentren und Fachmärkte.
Entwicklungswege führen über die Erstverkäuferin oder Schichtverantwortliche zur Substitutin und Filialleitung, damit auch in Personalverantwortung und Personaleinsatzplanung. Wer bleiben will, kann sich auf Visual Merchandising, Warenpräsentation, Personal Shopping oder ein Segment wie Herrenmaßkonfektion spezialisieren. Über eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder Handelsassistenten öffnen sich Bezirksleitung und Zentralfunktionen wie Einkauf und Category Management. Ein Wechsel in den Außendienst einer Modemarke ist möglich, wenn Flächenkenntnis und Zahlenverständnis vorhanden sind.
Aufgaben
- Kundinnen und Kunden auf der Fläche ansprechen und beraten
- Outfits zusammenstellen und Zusatzartikel anbieten
- Größen und Alternativen aus dem Lager holen
- Kasse bedienen, Umtausch und Reklamationen abwickeln
- Ware annehmen, auszeichnen, sichern und einsortieren
- Fläche, Tische und Umkleiden ordnen und nachfüllen
- Warenpräsentation bei Saisonwechsel und Sale umbauen
- Bei Inventur und Bestandskontrollen mitarbeiten
Voraussetzungen
- Ausbildung im Einzelhandel oder einschlägige Verkaufserfahrung, Quereinstieg möglich
- Sicheres Auftreten und Freude am direkten Kundenkontakt
- Belastbarkeit für langes Stehen, Gehen und Heben von Kartons
- Bereitschaft zu Spätdiensten, Samstagsarbeit und Einsatz im Weihnachtsgeschäft
- Gespür für Mode, Passform und Kombinationen
- Grundkenntnisse in Kassen- und Warenwirtschaftssystemen
- Deutsch sicher, Englisch in Innenstadtlagen von Vorteil
Wo man arbeitet
- Filialen von Modeketten und Filialisten
- Kauf- und Warenhäuser
- Inhabergeführte Modeboutiquen
- Outlet-Center und Fachmärkte
- Flagship Stores von Marken
- Sportartikel- und Schuhfachgeschäfte
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die duale Ausbildung zur Verkäuferin in zwei Jahren oder zur Kauffrau im Einzelhandel in drei Jahren, jeweils mit IHK-Abschluss. Wer ohne Abschluss einsteigt, wird im Betrieb angelernt und über interne Produkt- und Serviceschulungen weiterqualifiziert. Aufbauend möglich sind Handelsfachwirt oder Handelsassistent im Einzelhandel.
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