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Einzelhandel & Filiale

Verkäufer / Einzelhandelskaufmann Getränke

Verkäufer und Einzelhandelskaufleute im Getränkefachhandel beraten Kunden zu Bier, Wein, Wasser und Spirituosen, verkaufen an der Kasse und halten Regale, Lager und Leergutannahme in Ordnung. Die Arbeit findet in der Filiale statt und dreht sich um Bestandskunden aus der Umgebung.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer / Einzelhandelskaufmann Getränke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.050 € 2.250 € 2.500 € 27.000 €
Mit Berufserfahrung 2.300 € 2.600 € 3.000 € 31.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.900 € 3.400 € 4.300 € 40.800 €

Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes; viele Getränkefachmärkte und Ketten sind jedoch nicht tarifgebunden und zahlen darunter oder knapp darüber. Das Einkommen ist nahezu vollständig fest, Provision spielt keine Rolle - Zuschläge für Spätdienste sowie Marktleitungsverantwortung machen den größten Unterschied, die Senior-Werte betreffen überwiegend Markt- und Bezirksleitung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer im Getränkefachhandel?

Der Arbeitstag beginnt meist mit der Ware. Getränke kommen palettenweise, werden ausgezeichnet, eingelagert und in die Regale und Gänge verteilt. Danach wechseln sich Kundenkontakt und Warenpflege ab: Kunden fragen nach einem Wein zum Essen, nach einem alkoholfreien Bier, nach Fassbier und Zapfanlage für ein Fest, nach der Pfandhöhe einer fremden Kiste. Verkauft wird an bestehende Laufkundschaft aus dem Umfeld, Neukundengewinnung im klassischen Sinn gibt es nicht - wohl aber Zusatzverkauf: Wer eine Kiste Bier holt, nimmt oft Knabbergebäck, Wasser oder Gläser mit, wenn danach gefragt wird.

Ein großer Teil der Arbeit ist Leergut. Kisten und Flaschen werden angenommen, sortiert, gestapelt und für die Rückführung an die Abfüller bereitgestellt. Dazu kommen Kassieren, Kassenabschluss, Inventurvorbereitung, Bestellungen nach Abverkauf und Saison sowie Aktionsaufbauten. Im Getränkefachhandel gehört auch die Vermietung von Zapfanlagen, Stehtischen und Gläsern zum Geschäft, samt Ausgabe, Rücknahme und Reinigung.

Wie wird man Verkäufer im Getränkefachhandel?

Üblich sind zwei Wege. Die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer führt schnell in den Verkauf; wer danach ein drittes Jahr anschließt, wird Kaufmann im Einzelhandel und lernt zusätzlich Warenwirtschaft, Kalkulation und Personaleinsatz. Beide Ausbildungen sind dual, im Betrieb und in der Berufsschule, und mit einem Hauptschulabschluss zugänglich.

Quereinstieg ist in diesem Segment die Regel. Getränkemärkte suchen laufend Personal und stellen Menschen aus Gastronomie, Lager, Logistik und Handwerk ein. Warenkunde zu Bier, Wein und Spirituosen lässt sich im Betrieb, über Lieferantenschulungen und Verbandsseminare aufbauen. Für Kassentätigkeit und Alkoholabgabe zählen Zuverlässigkeit und Volljährigkeit mehr als Zeugnisse.

Was der Beruf verlangt

Die körperliche Belastung ist höher als in fast jedem anderen Einzelhandelsberuf. Ein Kasten Wasser wiegt rund zwölf Kilo, und an einem Tag werden viele davon bewegt - beim Einräumen, beim Leergut, beim Beladen von Kundenfahrzeugen. Rücken und Knie bekommen das mit. Hubwagen und Ameise helfen, nehmen aber nicht alles ab. Verkaufsräume sind oft hallenartig, im Winter kalt, Zugluft an der Leergutannahme ist normal.

Die Arbeitszeiten liegen im Ladenöffnungsrahmen, mit Spätdiensten und Samstagen. Vor Feiertagen, im Sommer und in der Grillsaison ist der Andrang hoch, Urlaub ist dann schwer zu bekommen. Die Bezahlung liegt am unteren Rand des Handels, die Fluktuation ist entsprechend deutlich. Wer Beratung mag und gern körperlich arbeitet, kommt gut zurecht; wer ruhige, sitzende Tätigkeit sucht, nicht.

Aussichten

Personal wird in Getränkemärkten dauerhaft gesucht, besonders für Spät- und Samstagsdienste. Wer bleibt, übernimmt schnell Verantwortung: Warenbereich, Schichtverantwortung, stellvertretende Marktleitung, Marktleitung. Von dort führen Wege in den Außendienst von Getränkegroßhändlern und Brauereien, in den Gastronomievertrieb oder in die Bezirksleitung einer Filialkette. Fachwissen zu Wein oder Craft-Bier erhöht den Wert im Beratungsgespräch und öffnet Türen zu Fachgeschäften mit höherem Preisniveau. Die Verlagerung von Getränkeeinkäufen in Supermärkte und Discounter setzt kleine Märkte unter Druck, große Fachmarktketten wachsen dagegen weiter.

Aufgaben

  • Kunden zu Bier, Wein, Wasser und Spirituosen beraten
  • Ware annehmen, auszeichnen und Regale sowie Gänge auffüllen
  • Leergut annehmen, sortieren und zur Rückführung stapeln
  • Kassieren, Kassenabschluss und Altersnachweis bei Alkoholabgabe prüfen
  • Zapfanlagen, Gläser und Stehtische vermieten, ausgeben und zurücknehmen
  • Bestellungen nach Abverkauf, Saison und Aktionen vorbereiten
  • Aktionsflächen aufbauen und Preisauszeichnung pflegen
  • Bei Inventur und Bestandskontrolle mitarbeiten

Voraussetzungen

  • Ausbildung im Einzelhandel oder Quereinstieg mit Einarbeitung
  • Körperliche Belastbarkeit, tägliches Heben von Kisten und Kästen
  • Freundlicher, direkter Umgang mit Laufkundschaft
  • Bereitschaft zu Spätdiensten und Samstagsarbeit
  • Volljährigkeit für den Verkauf von Alkohol und Tabak
  • Grundrechnen und Sorgfalt bei Kasse und Pfandabrechnung
  • Führerschein und Staplerschein von Vorteil

Wo man arbeitet

  • Getränkefachmärkte und Filialen von Getränkemarktketten
  • Getränkeabteilungen von Verbrauchermärkten
  • Getränkegroßhandel mit Abholmarkt
  • Wein- und Spirituosenfachgeschäfte
  • Brauereigasthöfe und Werksverkäufe

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Verkäufer über zwei Jahre oder zum Kaufmann im Einzelhandel über drei Jahre, jeweils mit IHK-Abschluss. Nach der Verkäuferprüfung kann das dritte Jahr angeschlossen werden. Quereinsteiger werden häufig direkt eingestellt und im Betrieb sowie über Lieferantenschulungen zur Warenkunde eingearbeitet.

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