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Einzelhandel & Filiale

Verkäufer Frischetheke

Verkäufer an der Frischetheke bedienen Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheken im Lebensmitteleinzelhandel. Sie beraten, schneiden und portionieren, halten Kühlketten und Hygienevorgaben ein und richten die Auslage her.

293 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer Frischetheke verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.150 € 2.400 € 2.650 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.450 € 2.750 € 3.100 € 33.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 3.800 € 38.400 €

Das Gehalt ist fast vollständig fest; Provision gibt es in diesem Beruf nicht, allenfalls Prämien auf Abteilungsergebnisse. Ausschlaggebend sind der Gehaltstarifvertrag Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, die Einstufung mit oder ohne Fachabschluss sowie Zuschläge für Früh-, Spät- und Samstagsarbeit; nicht tarifgebundene Märkte zahlen häufig am unteren Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer an der Frischetheke?

Die Arbeit findet direkt am Kunden statt, im Einzelhandel also nach außen gerichtet, aber ortsgebunden: Es kommt niemand ins Gebiet, die Kunden kommen an die Theke. Bedient wird, was frisch und offen verkauft wird - Wurst und Schinken, Käse, Fleisch, Hackfleisch, Salate, in vielen Märkten auch Fisch und heiße Snacks. Dazu gehört das Aufschneiden und Portionieren an der Maschine, das Abwiegen, Auspreisen und Verpacken sowie die Beratung, welches Stück sich für welches Gericht eignet.

Ein großer Teil des Tages besteht aus Vorbereitung und Nacharbeit. Vor der Öffnung wird die Theke aufgebaut, die Ware aus dem Kühlhaus geholt, dekoriert und ausgepreist. Über den Tag wird nachgefüllt, umgeräumt, auf Mindesthaltbarkeit und Aussehen geprüft. Nach Feierabend folgen Abbau, Reinigung der Maschinen und Vitrinen und die Dokumentation der Temperaturen. Wer länger dabei ist, bestellt selbst, kalkuliert Bedarfsmengen für Wochenenden und Feiertage, kontrolliert Abschriften und schult neue Kollegen.

Wie wird man Verkäufer an der Frischetheke?

Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, jeweils dual in Betrieb und Berufsschule. Für Fleisch- und Wursttheken ist die Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei die passendere Grundlage, für Backtheken der Schwerpunkt Bäckerei. Diese Abschlüsse werden in der Branche deutlich höher bewertet als ein reiner Verkäuferabschluss.

Der Quereinstieg ist üblich und wird von vielen Märkten aktiv betrieben. Wer aus Gastronomie, Fleischerei oder Küche kommt, bringt Warenkenntnis und Umgang mit Messer und Maschine mit und wird oft ohne branchenspezifischen Abschluss eingestellt. Pflicht ist eine Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz vor dem ersten Arbeitstag; Hygieneschulungen nach HACCP wiederholt der Betrieb regelmäßig. Angelernt wird in Wochen, nicht in Monaten - Warenkunde und Schnittführung dauern länger.

Was der Beruf verlangt

Der Dienst beginnt früh, häufig vor sechs Uhr, und Samstage sind Regelarbeitstage. Die Schichten sind körperlich: Stehen über die gesamte Zeit, Heben von Kisten und ganzen Fleischstücken, Arbeit in gekühlter Umgebung, nasse Hände, Zugluft an der offenen Theke. Verletzungen an Aufschnittmaschine und Messer sind das häufigste Unfallrisiko. Wer Fisch bedient, muss Geruch aushalten.

Hinzu kommt Zeitdruck in Spitzen. Freitagnachmittag und vor Feiertagen stehen zehn Kunden an, während gleichzeitig nachgefüllt werden muss. Reklamationen und ungeduldige Kunden treffen die Theke direkt. Auf der Zahlenseite zählen Umsatz je Stunde, Abschriftenquote und Sauberkeitskontrollen; einen Provisionsdruck im Sinne des Außendienstes gibt es nicht, wohl aber Vorgaben zu Zusatzverkäufen und Aktionsware. Die Fluktuation ist hoch, vor allem bei ungelernten Kräften.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Bediente Theken sind für Vollsortimenter und Discounter mit Frischekonzept ein Unterscheidungsmerkmal, und qualifiziertes Thekenpersonal ist in vielen Regionen knapp. Wer bleibt, kann Thekenleitung oder Abteilungsleitung Frische übernehmen, mit Verantwortung für Personaleinsatz, Bestellung und Ergebnis. Darüber liegen stellvertretende Marktleitung und Marktleitung, erreichbar über die Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Alternativ führt der Weg in Fleischerfachgeschäfte, in die Filialbetreuung eines Frischeanbieters oder in den Verkauf beim Fleisch- und Käsegroßhandel, wo Thekenerfahrung als Fachwissen zählt.

Aufgaben

  • Kunden an Fleisch-, Wurst-, Käse- oder Fischtheke bedienen und beraten
  • Ware aufschneiden, portionieren, abwiegen und verpacken
  • Theke vor Öffnung aufbauen, dekorieren und über den Tag nachfüllen
  • Frische, Mindesthaltbarkeit und Kühltemperaturen prüfen und dokumentieren
  • Maschinen, Vitrinen und Arbeitsflächen nach Hygienevorgaben reinigen
  • Bestellmengen erfassen und Abschriften kontrollieren
  • Aktionsware herausstellen und Zusatzverkäufe anbieten

Voraussetzungen

  • Ausbildung im Einzelhandel oder Lebensmittelhandwerk, alternativ Quereinstieg mit Warenkenntnis
  • Erstbelehrung nach Infektionsschutzgesetz und Hygienekenntnisse nach HACCP
  • Körperliche Belastbarkeit: durchgehendes Stehen, Heben, Arbeit in Kühle und Nässe
  • Bereitschaft zu Frühdienst und Samstagsarbeit
  • Sicherer Umgang mit Messer und Aufschnittmaschine
  • Freundlichkeit und Geduld auch bei Kundenandrang
  • Gute Deutschkenntnisse für Beratung und Reklamation

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Verbrauchermärkte
  • Discounter mit Frischekonzept
  • Fleischerfachgeschäfte und Käsefachhandel
  • Markthallen und Wochenmarktstände
  • Selbstständige Lebensmittelhändler

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, bei Fleischtheken die dreijährige Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei. Alle Wege sind dual mit Kammerabschluss. Quereinsteiger werden im Betrieb angelernt und über Hygiene- und Warenkundeschulungen nachqualifiziert.

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