Verkäufer im Einzelhandel Bereich Trachten
Verkäufer im Trachtenbereich beraten Kundinnen und Kunden beim Kauf von Dirndln, Lederhosen, Trachtenhemden und Zubehör. Die Arbeit findet auf der Fläche statt, mit starkem Saisongeschäft rund um Volksfeste und Hochzeiten.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer im Einzelhandel Bereich Trachten verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.100 € | 2.350 € | 2.600 € | 28.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.700 € | 37.200 € |
Maßgeblich ist meist der Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, in Bayern und Baden-Württemberg liegen die Sätze am obersten Rand. Das Gehalt ist nahezu vollständig fest, Provision oder Umsatzprämien machen selten mehr als fünf bis zehn Prozent aus; Zuschläge für Spätöffnung und Saisonmehrarbeit kommen hinzu, nicht tarifgebundene Kleinbetriebe zahlen häufig unter Tarif.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer im Einzelhandel Bereich Trachten?
Die Tätigkeit ist Verkauf am Kunden, nach außen gerichtet, aber ortsgebunden: Kunden kommen in das Geschäft, die Aufgabe besteht darin, sie anzusprechen, den Anlass zu klären und passende Stücke vorzulegen. Trachten sind ein beratungsintensives Segment. Ein Dirndl muss in der Länge, in der Weite am Brustkorb und in der Passform des Mieders sitzen, eine Lederhose fällt anders aus als eine Stoffhose und wird bewusst enger gekauft, weil sie sich ausdehnt. Dazu kommt die Kombination: Bluse, Schürze, Strickjacke, Charivari, Haferlschuhe, Trachtenhemd, Strümpfe. Ein großer Teil des Umsatzes entsteht über Zusatzverkauf, und der gelingt nur, wenn die Beratung stimmt.
Neben dem Verkauf gehören Kassieren, Warenannahme, Auffüllen der Fläche, Umkleidenbetreuung, Änderungsaufträge an die Schneiderei und Warenpräsentation dazu. In kleineren Häusern übernehmen Verkäufer außerdem Inventur, Reklamationen und Onlinebestellungen für Kunden.
Wie wird man Verkäufer im Einzelhandel Bereich Trachten?
Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer, oft in einem Modehaus oder direkt in einem Trachtenhaus. Viele kommen aber als Quereinsteiger, etwa aus Gastronomie, Handwerk oder anderen Handelsbereichen. Trachtenhäuser stellen regelmäßig ohne Handelsabschluss ein, wenn Auftreten, Warenkenntnis und Verlässlichkeit passen. Wer selbst Tracht trägt, aus einem Verein kommt oder die regionalen Unterschiede zwischen bayerischer, Salzburger und Trachtenmode im weiteren Sinn kennt, hat einen deutlichen Vorteil, weil dieses Wissen im Verkaufsgespräch sofort zählt. Kenntnisse in Änderungsschneiderei oder Textilhandwerk sind ein Plus, aber keine Bedingung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Stehen und Gehen statt, über den ganzen Tag, mit Tragen von Kartons und Ware. Samstage sind Regelarbeitstage, Öffnungszeiten bestimmen den Dienstplan, und in der Saison kommen längere Tage dazu. Das Trachtengeschäft ist extrem saisonal: Vor dem Oktoberfest, vor Volksfesten, in der Hochzeitssaison und im Weihnachtsgeschäft ist der Laden voll, dazwischen gibt es ruhige Wochen mit Lagerarbeit. In den Spitzenwochen bedeutet das Beratung unter Zeitdruck, Umkleiden im Dauerbetrieb und Kunden, die alles am selben Tag brauchen.
Umsatzziele und Kennzahlen wie Bon-Höhe oder Zusatzverkaufsquote sind in Filialbetrieben üblich, wenn auch meist auf das Team bezogen und nicht so hart wie im Außendienst. Körperliche Nähe bei der Anprobe, Geduld bei unentschlossenen Kunden und Ruhe bei Reklamationen gehören dazu. Wer feste Arbeitszeiten und einen Schreibtisch will, ist hier falsch.
Aussichten
Der Bedarf an Verkaufspersonal im Einzelhandel bleibt hoch, die Fluktuation ist es ebenfalls. Trachtenhäuser suchen vor allem Saisonkräfte, übernehmen daraus aber regelmäßig unbefristet. Entwicklungswege führen über Erstverkäufer und Substitut zur Filial- oder Abteilungsleitung, alternativ über die Weiterbildung zum Handelsfachwirt in den Einkauf oder ins Category Management. Wer Beratung mag und einen festen Kundenkreis aufbaut, kann sich in gehobenen Häusern oder im Maßsegment spezialisieren, wo Fachkräfte knapp sind. Der Onlinehandel drückt auf das Standardsortiment, die passformkritische Tracht bleibt dagegen ein Geschäft, das stationär funktioniert.
Aufgaben
- Kunden auf der Fläche ansprechen und den Anlass des Kaufs klären
- Dirndl, Lederhosen und Trachtenhemden in Passform und Größe auswählen
- Komplettoutfits mit Bluse, Schürze, Schuhen und Schmuck zusammenstellen
- Änderungswünsche aufnehmen und an die Schneiderei weitergeben
- Kasse bedienen, abrechnen und Reklamationen bearbeiten
- Ware annehmen, auszeichnen und die Fläche auffüllen
- Schaufenster und Warenpräsentation nach Vorgabe umsetzen
- Bei Inventuren und Saisonwechseln mitarbeiten
Voraussetzungen
- Ausbildung im Einzelhandel oder gleichwertige Verkaufserfahrung, Quereinstieg möglich
- Warenkenntnis zu Trachtenmode oder Bereitschaft, sie zügig aufzubauen
- Sicheres, freundliches Auftreten und gepflegtes Erscheinungsbild
- Bereitschaft zu Samstagsarbeit und Mehrarbeit in der Saison
- Körperliche Belastbarkeit für Stehen, Gehen und Tragen
- Gute Deutschkenntnisse, in Touristenlagen zusätzlich Englisch
Wo man arbeitet
- Trachtenhäuser und Trachtenfachgeschäfte
- Modehäuser mit Trachtenabteilung
- Filialen von Trachten- und Landhausmodeketten
- Saisonstände und Pop-up-Flächen bei Volksfesten
- Werksverkauf von Trachtenherstellern
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel, jeweils im dualen System mit IHK-Abschluss. Ein Quereinstieg ohne Abschluss ist im Trachtenhandel verbreitet, oft über eine Saisonstelle mit anschließender Übernahme. Weiterqualifizierung erfolgt über den Handelsfachwirt oder interne Führungsprogramme.
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