Verkäufer mit Stellvertretung
Verkäufer mit Stellvertretung arbeiten im Verkauf auf der Fläche und übernehmen zusätzlich die Vertretung der Filialleitung bei Abwesenheit. Die Rolle verbindet direkten Kundenkontakt mit Verantwortung für Personal, Ware und Tagesabschluss.
220 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer mit Stellvertretung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.350 € | 2.650 € | 2.950 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.050 € | 3.450 € | 36.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € |
In tarifgebundenen Unternehmen richtet sich das Gehalt nach dem regionalen Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel, wobei die Stellvertretung meist eine Gehaltsgruppe über der reinen Verkaufstätigkeit eingruppiert oder mit einer Funktionszulage vergütet wird. Das Einkommen ist nahezu vollständig fest; variable Anteile sind selten und liegen, wenn vorhanden, bei wenigen Prozent als Filialprämie. Discounter zahlen deutlich über Branchenmitte, Bäckerei- und Modefilialen häufig darunter, und Zuschläge für Spät-, Samstags- und Sonntagsarbeit kommen zusätzlich hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer mit Stellvertretung?
Der größte Teil der Arbeitszeit liegt auf der Fläche: Kunden beraten, kassieren, Ware verräumen, Regale und Preise pflegen, Reklamationen aufnehmen. Dazu kommt der zweite Teil der Rolle, der sich nicht im Titel erschöpft, sondern im Alltag ständig auftaucht. Der Stellvertreter öffnet und schließt die Filiale, macht Kassenabschluss und Tresorabrechnung, kontrolliert Lieferungen gegen Lieferschein, kümmert sich um Retouren und Bruch, überwacht Mindesthaltbarkeitsdaten oder Restbestände und meldet Bestellbedarf. Bei Abwesenheit der Filialleitung, also im Urlaub, an freien Tagen und im Krankheitsfall, führt er die Schicht: Aufgaben verteilen, Pausen einteilen, Aushilfen einweisen, Entscheidungen an der Kasse abzeichnen, Umsatz und Kennzahlen an die Bezirks- oder Gebietsleitung berichten.
Die Rolle arbeitet nach innen in Richtung Team und nach außen in Richtung Kunde, gewinnt aber keine Kunden im klassischen Sinn. Verkauft wird über Beratung, Zusatzverkauf und Warenpräsentation. Führungsverantwortung besteht, ist aber geteilt und meist nicht disziplinarisch: Einstellungen, Abmahnungen und Personalplanung bleiben in der Regel bei der Filialleitung.
Wie wird man Verkäufer mit Stellvertretung?
Der übliche Weg führt über die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel. Die Stellvertretung wird nicht ausgebildet, sondern übertragen, meist nach ein bis drei Jahren auf der Fläche, wenn Zuverlässigkeit, Kassenverantwortung und Belastbarkeit sichtbar geworden sind. Viele Handelsketten haben dafür interne Programme mit wenigen Schulungstagen zu Arbeitsrecht, Personaleinsatzplanung, Warenwirtschaft und Kennzahlen.
Quereinstieg ist in diesem Beruf verbreitet und realistisch. Aus Gastronomie, Handwerk oder Pflege kommen Bewerber mit Schichterfahrung, Kundenkontakt und Stressfestigkeit; Discounter, Drogerie- und Bäckereiketten stellen ohne Handelsabschluss ein und übertragen die Stellvertretung nach einer Einarbeitung von einigen Monaten. Wer den Abschluss nachholen will, kann die Externenprüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich. Stehen über die gesamte Schicht, Ware heben, Rollcontainer schieben, im Lebensmittelhandel auch Arbeit im Kühlbereich. Die Arbeitszeiten liegen in Schichten zwischen Ladenöffnung und Ladenschluss, Samstagsarbeit ist die Regel, in Bahnhofs- und Flughafenlagen auch Sonntagsarbeit. Frühdienste beginnen häufig vor sechs Uhr.
Belastend ist vor allem die Lücke zwischen Verantwortung und Ausstattung. Die Stellvertretung übernimmt Aufgaben der Leitung, hat aber meist keine eigene Bürozeit und muss Kassenabschluss, Inventurvorbereitung und Personalthemen neben dem Verkauf erledigen. Personalausfall trifft die Rolle zuerst. Die Fluktuation im Einzelhandel ist hoch, die Einarbeitung neuer Kollegen fällt oft an dieser Position an.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot, weil Filialen ohne besetzte Stellvertretung nicht durchgehend führbar sind. Der übliche nächste Schritt ist die eigene Filialleitung, danach Bezirks- oder Gebietsleitung mit mehreren Standorten. Wer die Fläche verlassen will, findet Wege in den Außendienst von Konsumgüterherstellern, in die Vertriebsinnendienst-Organisation des Handels oder über einen Handelsfachwirt in Einkauf und Category Management. Auch der Wechsel in die Personaleinsatzplanung einer Region ist möglich.
Aufgaben
- Kunden beraten, kassieren und Reklamationen bearbeiten
- Filiale öffnen und schließen, Kassenabschluss und Tresorabrechnung erledigen
- Wareneingang prüfen, Retouren und Bruch abwickeln
- Regale bestücken, Preise und Warenpräsentation pflegen
- Bestellbedarf ermitteln und Bestände kontrollieren
- Schicht führen, Aufgaben verteilen und Pausen einteilen
- Aushilfen und neue Kollegen einarbeiten
- Umsatzzahlen und Filialkennzahlen an die Bezirksleitung melden
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel, alternativ mehrjährige Verkaufspraxis
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, Samstagsarbeit und Frühdiensten
- Körperliche Belastbarkeit: Stehen über die volle Schicht, Heben und Tragen
- Sicherer Umgang mit Kasse, Bargeld und Warenwirtschaftssystem
- Zuverlässigkeit und Schlüsselverantwortung für die Filiale
- Erste Erfahrung in der Anleitung von Kollegen
- Im Lebensmittelhandel Gesundheitsbelehrung nach Infektionsschutzgesetz
Wo man arbeitet
- Filialen von Supermarkt- und Discountketten
- Drogerie- und Fachmärkte
- Bäckerei- und Metzgereifilialen
- Bekleidungs- und Schuhfilialen
- Convenience-Stores an Bahnhöfen, Flughäfen und Tankstellen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Die Stellvertretung wird anschließend im Betrieb übertragen, meist nach ein bis drei Jahren Flächenerfahrung und einer internen Schulung zu Personaleinsatz, Kasse und Kennzahlen. Quereinsteiger ohne Handelsabschluss werden eingearbeitet und können die Prüfung später als Externe nachholen.
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