Verkäufer / Quereinsteiger Bäckerei
Verkäufer in Bäckereifilialen bedienen Kunden an der Theke, verkaufen Backwaren, Snacks und Kaffee und halten den Laden in Ordnung. Der Beruf steht Quereinsteigern offen, verlangt aber frühe Arbeitszeiten und Arbeit an Samstagen und Sonntagen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer / Quereinsteiger Bäckerei verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.050 € | 2.250 € | 2.500 € | 27.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.300 € | 2.550 € | 2.900 € | 30.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.800 € | 37.200 € |
Maßgeblich sind die regionalen Tarifverträge des Bäckerhandwerks, teils auch der Einzelhandelstarif; tarifgebundene Betriebe zahlen spürbar mehr als nicht gebundene, die häufig knapp über dem Mindestlohn liegen. Das Einkommen ist fast vollständig fest, Prämien auf Bon-Durchschnitt oder Filialumsatz machen selten mehr als fünf bis zehn Prozent aus, dazu kommen Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer in der Bäckerei?
Die Arbeit findet hinter der Theke statt, im direkten Kontakt mit Laufkundschaft und Stammkunden. Verkauft werden Brot, Brötchen, Kuchen, belegte Snacks und Heißgetränke. Der Tag beginnt mit dem Bestücken der Auslage, dem Aufbacken vorgegarter Ware und dem Vorbereiten der Kaffeemaschine, oft zwischen fünf und sechs Uhr morgens. Danach folgt die Stoßzeit: Frühstücksgeschäft, später der Mittagsansturm auf belegte Brötchen.
Verkauft wird bestehenden Kunden, nicht neu akquiriert. Trotzdem ist der Zusatzverkauf ein fester Teil der Rolle. Viele Betriebe messen den Bon-Durchschnitt und erwarten, dass zum Kaffee ein Gebäck angeboten wird. Dazu kommen Kassieren, Abrechnung, Warenbestellung für den Folgetag, Reinigung der Theke und des Verkaufsraums sowie die Dokumentation nach Hygienevorschriften. Wer länger dabei ist, übernimmt Schichtverantwortung, weist neue Kollegen ein und bestellt eigenständig, was oft über die Retourenquote bewertet wird.
Wie wird man Verkäufer in der Bäckerei?
Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei, dual in Betrieb und Berufsschule. Sie vermittelt Warenkunde, Hygienerecht, Kassenführung und Verkaufsgespräch. Eine zweijährige Variante gibt es ebenfalls.
e Praxis sieht anders aus: Ein großer Teil der Belegschaft sind Quereinsteiger. Filialbetriebe und Handwerksbäckereien stellen ohne einschlägigen Abschluss ein und schulen intern, meist innerhalb weniger Wochen an der Seite erfahrener Kollegen. Erfahrung aus Gastronomie, Einzelhandel oder Pflege wird angerechnet, weil Tempo, Kundenkontakt und Schichtarbeit vertraut sind. Vorgeschrieben ist eine Belehrung nach Infektionsschutzgesetz vor dem ersten Arbeitstag. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Ausbildung nachholen, die Prüfung als Externer ablegen oder über interne Programme zur Filialleitung aufsteigen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind die größte Hürde. Frühschichten beginnen häufig vor sechs Uhr, Samstage sind Regelarbeitstage, viele Filialen öffnen sonntags. Freie Wochenenden sind selten und müssen geplant werden. Gearbeitet wird fast durchgehend im Stehen, in Stoßzeiten unter Zeitdruck und mit Warteschlange im Rücken.
Dazu kommt die Doppelbelastung aus Freundlichkeit und Tempo: Kunden erwarten ein Gespräch, die Zahlen erwarten Durchsatz. Der Umgang mit Beschwerden, ausverkaufter Ware und der Abrechnungsdifferenz am Abend gehört dazu. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des Einzelhandels, die Fluktuation ist entsprechend hoch, besonders in Filialketten. Wer den Rhythmus verträgt und feste Frühschichten dem Spätdienst vorzieht, findet dagegen einen planbaren Alltag mit freien Nachmittagen.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und wird es bleiben. Bäckereien besetzen Thekenstellen dauerhaft schwer, Quereinsteiger werden aktiv gesucht, Bewerbungen führen oft innerhalb weniger Tage zu einem Probearbeitstag. Ein Arbeitsplatzrisiko besteht weniger persönlich als strukturell: Kleine Handwerksbetriebe schließen, Filialen werden zusammengelegt, Ketten und Backstationen im Supermarkt gewinnen Anteile.
Entwicklungswege führen zur stellvertretenden Filialleitung und zur Filialleitung mit Personal-, Umsatz- und Bestellverantwortung, in größeren Unternehmen weiter zur Bezirks- oder Gebietsleitung mit mehreren Filialen. Möglich ist auch der Wechsel in die Backstube, in den Verkauf von Backzutaten oder in den Außendienst eines Lebensmittelherstellers, wo Thekenerfahrung als Produktkenntnis zählt.
Aufgaben
- Kunden an der Theke beraten und bedienen
- Backwaren aufbacken und die Auslage bestücken
- Kaffee und Snacks zubereiten und ausgeben
- Kassieren und Tagesabrechnung erstellen
- Zusatzverkauf anbieten und den Bon-Durchschnitt steigern
- Ware für den Folgetag bestellen und Retouren erfassen
- Verkaufsraum, Theke und Geräte reinigen
- Hygienevorgaben dokumentieren und einhalten
Voraussetzungen
- Kein bestimmter Schulabschluss zwingend, Quereinstieg üblich
- Belehrung nach Infektionsschutzgesetz vor Arbeitsbeginn
- Bereitschaft zu Frühschichten sowie Samstags- und teils Sonntagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit, ganztägiges Stehen
- Freundliches Auftreten und Tempo im Kundenkontakt
- Sicherer Umgang mit Kasse und Zahlen, Deutschkenntnisse für das Verkaufsgespräch
Wo man arbeitet
- Handwerksbäckereien mit eigener Backstube
- Filialen von Bäckereiketten
- Backshops in Supermärkten und Einkaufszentren
- Bahnhofs- und Flughafenfilialen
- Cafés mit angeschlossenem Verkauf
Der Weg in den Beruf
Der reguläre Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei, mit Abschluss vor der Handwerkskammer; eine zweijährige Variante ist möglich. Quereinsteiger werden ohne Abschluss eingestellt und in wenigen Wochen im Betrieb eingearbeitet. Aufstiegswege führen über die stellvertretende Filialleitung zur Filialleitung, in Ketten weiter zur Bezirksleitung.
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Bewerbung und Einstieg
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