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Einzelhandel & Filiale

Verkaufsberater für Neu- und Gebrauchtwagen

Verkaufsberater für Neu- und Gebrauchtwagen betreuen Kunden im Autohaus von der ersten Anfrage bis zur Fahrzeugübergabe. Sie verkaufen im Ausstellungsraum, arbeiten mit Bestandskunden und Laufkundschaft und rechnen Finanzierung, Leasing sowie Eintauschfahrzeuge mit ein.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkaufsberater für Neu- und Gebrauchtwagen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.700 € 3.200 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.600 € 4.600 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.800 € 6.500 € 57.600 €

Die Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus; der feste Anteil liegt im Fahrzeugverkauf meist nur bei etwa 50 bis 70 Prozent, in einzelnen Häusern noch niedriger. Entscheidend sind Marke, Provisionsmodell, Anteil an Finanzierungs- und Zusatzprodukten sowie die Frage, ob ein Kundenbestand übernommen wird; tarifgebundene Betriebe richten sich nach den regionalen Tarifverträgen des Kraftfahrzeuggewerbes, viele Verkäuferverträge sind aber außertariflich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkaufsberater für Neu- und Gebrauchtwagen?

Der Arbeitsplatz ist der Schauraum und der Hof des Autohauses. Kunden kommen herein, rufen an oder schreiben über Fahrzeugbörsen und die Herstellerseite, und der Verkaufsberater führt sie durch den gesamten Kaufprozess. Dazu gehört das Bedarfsgespräch, die Konfiguration eines Neuwagens mit Ausstattungslinien und Lieferzeiten, die Vorführfahrt, die Bewertung des Eintauschfahrzeugs und die Kalkulation von Finanzierung, Leasing, Garantieverlängerung und Versicherungsprodukten. Beim Gebrauchtwagen kommt die Beurteilung des Fahrzeugzustands hinzu, dazu Preisrecherche in den Marktdatenbanken und die Aufbereitung des Standplatzes.

Ein großer Teil der Arbeit ist Nachfassen. Kaufentscheidungen dieser Größe fallen selten beim ersten Besuch, also werden Angebote nachverfolgt, Termine vereinbart und alte Kunden vor Vertragsende oder Leasingrückläufer wieder angesprochen. Die Rolle verbindet Neukundengewinnung mit Bestandsbetreuung, arbeitet aber überwiegend am Standort und nicht im Außendienst. Zur Übergabe gehört die Einweisung in das Fahrzeug, zunehmend mit Erklärung von Assistenzsystemen, Ladetechnik und Fahrzeug-Apps.

Wie wird man Verkaufsberater für Neu- und Gebrauchtwagen?

Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Automobilkaufmann oder eine kaufmännische Ausbildung im Handel, gefolgt von der Herstellerzertifizierung zum Automobilverkäufer. Diese Zertifizierung, oft als geprüfter Automobilverkäufer über die Berufsbildungsstätten des Kfz-Gewerbes oder über die Akademien der Marken, ist bei vielen Häusern Voraussetzung für den Verkauf von Neuwagen. Der Quereinstieg ist im Gebrauchtwagenbereich verbreitet: Kfz-Mechatroniker, Serviceberater, Einzelhandelsverkäufer und Menschen aus dem Direktvertrieb wechseln regelmäßig in den Fahrzeugverkauf und werden intern eingearbeitet. Führerschein und ein gutes technisches Verständnis sind in jedem Fall nötig.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten folgen den Öffnungszeiten. Späte Nachmittage und Abende sind die stärksten Verkaufszeiten, Samstagsdienst ist die Regel, dazu kommen Verkaufsevents und Messewochenenden. Die Bezahlung ist meist zu einem erheblichen Teil provisionsabhängig, und die Zielvorgaben werden monatlich oder quartalsweise gemessen. Schwache Monate spürt man im Geldbeutel, und in Häusern mit hohen Herstellerzielen ist der Druck spürbar.

Dazu kommen Belastungen, die von außen kommen: Lieferzeiten, die man nicht beeinflussen kann, Preisänderungen, Kundenunmut bei Verzögerungen oder Mängeln nach der Übergabe. Der Beruf verlangt Ausdauer bei langen Verkaufszyklen und die Bereitschaft, sich immer wieder in neue Modelle, Antriebstechnik und Förderregeln einzuarbeiten. Die Fluktuation in der Branche ist merklich, besonders bei Einsteigern, die die Provisionsschwankungen unterschätzen.

Aussichten

Fahrzeuge werden weiter beraten verkauft, auch wenn Onlinekonfiguratoren und Agenturmodelle einzelner Hersteller die Rolle verändern. Wer Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und Flottenthemen beherrscht, ist gesucht. Entwicklungswege führen zum Verkaufsleiter, zur Leitung des Gebrauchtwagenbereichs, in den Großkunden- und Flottenverkauf mit festeren Gehaltsstrukturen oder in den Vertrieb auf Herstellerseite. Auch der Schritt zum Betriebswirt im Kfz-Gewerbe oder in die Geschäftsleitung eines Autohauses ist üblich.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche mit Interessenten im Schauraum und am Telefon führen
  • Neuwagen konfigurieren und Angebote mit Lieferzeiten kalkulieren
  • Vorführfahrten durchführen und Fahrzeugtechnik erklären
  • Eintauschfahrzeuge bewerten und Gebrauchtwagen bepreisen
  • Finanzierung, Leasing und Zusatzprodukte vermitteln
  • Angebote nachverfolgen und Bestandskunden vor Vertragsende ansprechen
  • Kaufverträge abschließen und Fahrzeuge übergeben
  • Standplatz und Onlineinserate pflegen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung, häufig als Automobilkaufmann, oder einschlägige Berufserfahrung
  • Herstellerzertifizierung als Automobilverkäufer, oft nachträglich erworben
  • Führerschein Klasse B
  • Technisches Verständnis für Antriebe, Ausstattung und Assistenzsysteme
  • Sicheres Auftreten und Ausdauer in langen Verkaufsprozessen
  • Bereitschaft zu Samstagsdienst und Abendterminen
  • Zahlenverständnis für Kalkulation, Leasingraten und Restwerte

Wo man arbeitet

  • Markengebundene Autohäuser
  • Freie Gebrauchtwagenhändler
  • Filialbetriebe großer Handelsgruppen
  • Niederlassungen der Hersteller
  • Online-Autohändler mit Abholstandorten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Automobilkaufmann im Autohaus, danach der Einstieg in den Verkauf mit anschließender Zertifizierung zum geprüften Automobilverkäufer. Quereinsteiger aus Handel, Werkstatt oder Service werden häufig direkt eingestellt und durchlaufen die Herstellerschulungen berufsbegleitend innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre.

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