Verkaufsberater / Verkäufer Telekommunikation
Verkaufsberater für Telekommunikation beraten in Fachmärkten, Shops der Netzbetreiber oder im Fachhandel zu Mobilfunkverträgen, Endgeräten und Zubehör. Sie arbeiten im Laden, betreuen Laufkundschaft und Bestandskunden und verkaufen unter Stückzahl- und Umsatzzielen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkaufsberater / Verkäufer Telekommunikation verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.900 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.400 € | 43.200 € |
Angegeben ist das Gesamtgehalt bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; der feste Anteil liegt in Shops meist bei 75 bis 85 Prozent, der Rest ist eine Provision auf Vertragsabschlüsse und Zusatzprodukte. Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, Franchisenehmer und kleinere Fachhändler oft darunter mit höherem variablen Anteil; die oberen Werte erreichen in der Regel nur Shopleitungen an umsatzstarken Standorten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkaufsberater Telekommunikation?
Die Arbeit findet in der Fläche statt: im Shop eines Netzbetreibers, in der Telekommunikationsabteilung eines Elektronikmarkts oder im inhabergeführten Fachhandel. Kunden kommen mit einer konkreten Frage herein - ein Vertrag läuft aus, das Handy ist defekt, das Datenvolumen reicht nicht - und die Beratung übersetzt diesen Anlass in ein Angebot. Dazu gehört, den bestehenden Tarif zu prüfen, Verbrauch und Nutzungsverhalten zu erfragen, Geräte zu zeigen und die Kombination aus Tarif, Hardware und Zusatzleistungen wie Versicherung, Router, Streaming oder Festnetzanschluss zu kalkulieren.
Ein großer Teil des Tages besteht aus Systemarbeit: Verträge im Portal des Anbieters anlegen, Bonitätsprüfungen durchführen, Portierungen anstoßen, SIM-Karten tauschen, Störungen aufnehmen, Rechnungen erklären. Reklamationen und Kunden, die sich über Kosten ärgern, gehören zum Alltag. Dazu kommen Warenpflege, Preisauszeichnung, Inventur, Kassenabschluss und das Aufbauen von Aktionsflächen. Die Rolle betreut überwiegend Bestandskunden und Laufkundschaft, gewinnt aber über Neuverträge auch neue - Führungsaufgaben gibt es erst als Shopleitung.
Wie wird man Verkaufsberater Telekommunikation?
Der klassische Weg ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer mit zwei Jahren, teils auch zum Informationselektroniker oder Kaufmann für Digitalisierungsmanagement. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg: Viele Betreiber und Fachhändler stellen Bewerber aus Gastronomie, Handwerk, Pflege oder anderen Verkaufsberufen ein und schulen Produkte, Tarife und Systeme intern nach. Verlangt wird dann Verkaufserfahrung im direkten Kundenkontakt und die Bereitschaft, laufend Zertifizierungen der Hersteller und Netzbetreiber zu absolvieren. Ein technisches Grundverständnis hilft, ist aber lernbar.
Was der Beruf verlangt
Die Öffnungszeiten bestimmen den Dienstplan. Samstagsarbeit ist die Regel, Spätschichten in Einkaufszentren ebenso, an verkaufsoffenen Sonntagen und im Weihnachtsgeschäft wird es voll. Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, oft acht Stunden am Stück, mit wenig Rückzugsmöglichkeit.
Der Zieldruck ist deutlich spürbar. Gemessen wird in Vertragsabschlüssen, Hardwareumsatz, Anteil der Zusatzprodukte und Kundenzufriedenheitswerten, häufig auf Tages- oder Wochenbasis und im Vergleich der Shops untereinander. Wer schwache Wochen hat, merkt das im Gespräch mit der Bezirksleitung und im Geldbeutel. Belastend ist außerdem der Widerspruch, den viele empfinden: beraten zu wollen und gleichzeitig verkaufen zu müssen, auch wenn der Kunde eigentlich nur eine Auskunft braucht. Die Fluktuation in Shops ist entsprechend hoch. Wer bleibt, kann mit Ablehnung umgehen, hält Freundlichkeit über den ganzen Tag durch und lernt Tarifänderungen schnell.
Aussichten
Die Zahl der stationären Shops sinkt langsam, weil Verträge zunehmend online abgeschlossen werden. Gleichzeitig bleibt Beratungsbedarf bestehen, gerade bei Festnetz, Glasfaser, Geräteumzug und älteren Kunden. Offene Stellen gibt es durchgehend, vor allem wegen der Fluktuation. Entwicklungswege führen zur stellvertretenden Shopleitung und Shopleitung, weiter zur Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Standorten. Alternativen sind der Wechsel in den Geschäftskundenvertrieb desselben Anbieters, in den Außendienst für Gewerbekunden oder in Trainings- und Qualitätsfunktionen der Vertriebsorganisation. Wer Zusatzqualifikationen wie den Handelsfachwirt anhängt, verbessert die Chancen auf Führungspositionen deutlich.
Aufgaben
- Kunden zu Mobilfunk-, Festnetz- und Internettarifen beraten
- Bedarf ermitteln und passende Vertrags-Geräte-Kombinationen kalkulieren
- Verträge im Anbietersystem anlegen, Bonität prüfen, Rufnummern portieren
- Zusatzprodukte wie Versicherung, Zubehör oder Streaming anbieten
- Reklamationen, Rechnungsfragen und Störungsmeldungen bearbeiten
- Geräte einrichten, Datenübertragung und SIM-Tausch durchführen
- Ware präsentieren, Preise auszeichnen, Aktionsflächen aufbauen
- Kasse führen, Tagesabschluss erstellen und Verkaufszahlen dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel oder einschlägige Verkaufserfahrung
- Sicheres Deutsch in Wort und Schrift, Grundkenntnisse in Englisch von Vorteil
- Technisches Interesse an Smartphones, Netzen und Tarifstrukturen
- Bereitschaft zu Samstags-, Spät- und Feiertagsdiensten
- Belastbarkeit bei Kundenandrang, Beschwerden und laufender Zielmessung
- Körperliche Eignung für langes Stehen
- Einwandfreie Auskunft nach Bonitäts- und Zuverlässigkeitsprüfung des Arbeitgebers
Wo man arbeitet
- Shops der Netzbetreiber
- Elektronikfachmärkte
- Inhabergeführte Telekommunikationsfachgeschäfte
- Shop-in-Shop-Flächen in Einkaufszentren
- Franchisebetriebe von Mobilfunkanbietern
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die duale Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel über drei Jahre oder zum Verkäufer über zwei Jahre, jeweils mit IHK-Abschluss. Quereinsteiger mit Verkaufserfahrung werden häufig direkt eingestellt und in mehrwöchigen internen Schulungen auf Tarife, Systeme und Geräte zertifiziert. Aufbauend lässt sich der Handelsfachwirt IHK berufsbegleitend erwerben.
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