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Vertrieb & Verkauf allgemein

Vertriebsdisponent / Personaldisponent

Vertriebsdisponenten, meist Personaldisponenten in der Zeitarbeit, verbinden Kundenvertrieb und Personalauswahl in einer Rolle: Sie gewinnen Aufträge bei Unternehmen und besetzen sie mit eigenen Mitarbeitern. Die Arbeit ist zieldruckgetrieben und findet zwischen Telefon, Kundenbesuch und Bewerbergespräch statt.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsdisponent / Personaldisponent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.500 € 60.000 €

Der feste Anteil liegt in dieser Rolle meist bei 80 bis 90 Prozent, die Provision hängt in der Regel am Deckungsbeitrag der eigenen Mitarbeiter und wird monatlich oder quartalsweise ausgezahlt. Die Werte gelten bei üblicher Zielerreichung; entscheidend für die Höhe sind Segment (gewerblich deutlich unter Fachvermittlung in IT, Medizin oder Engineering), Größe des Dienstleisters und ob ein bestehender Kundenstamm übernommen wird. Für die eigene Vergütung gilt kein Tarifvertrag, wohl aber für die überlassenen Mitarbeiter (Tarifwerke iGZ-DGB bzw. BAP-DGB).

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsdisponent?

Der Beruf wird in Personaldienstleistung und Zeitarbeit meist als 360-Grad-Rolle geführt. Auf der Vertriebsseite werden Unternehmen im zugeteilten Gebiet oder Segment angesprochen, Bedarfe an Personal aufgenommen, Stundensätze kalkuliert, Rahmenverträge verhandelt und Bestandskunden regelmäßig besucht. Auf der Personalseite werden Stellenanzeigen geschaltet, Bewerber telefonisch vorqualifiziert, Gespräche geführt, Arbeitsverträge geschlossen und Einsätze disponiert. Dazwischen liegt die eigentliche Kernaufgabe: das Zusammenbringen von offenen Einsätzen und verfügbaren Mitarbeitern, oft am selben Tag.

Hinzu kommt Verwaltung, die viele unterschätzen. Arbeitszeitnachweise prüfen, Abrechnung vorbereiten, Krankmeldungen auffangen, Ersatz organisieren, Abmahnungen und Kündigungen vorbereiten, Einsätze nach Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und Equal-Pay-Fristen im Blick behalten. Wer externe Mitarbeiter führt, ist deren Ansprechpartner in allen Fragen vom Sicherheitsschuh bis zum Lohnzettel.

Wie wird man Vertriebsdisponent?

Es gibt keine geschützte Ausbildung. Häufigste Wege sind eine kaufmännische Ausbildung, etwa Personaldienstleistungskaufmann, Industriekaufmann oder Kaufmann für Büromanagement, oder ein Studium in Betriebswirtschaft, Personalmanagement oder Wirtschaftspsychologie. Der Quereinstieg ist in dieser Branche verbreitet und ausdrücklich gewollt: Viele Disponenten kommen aus dem Einzelhandel, der Gastronomie, aus Handwerksberufen oder der Pflege. Branchenkenntnis aus dem gewerblichen Bereich ist ein echter Vorteil, weil sie hilft, Anforderungen von Kunden richtig einzuschätzen und mit Bewerbern auf Augenhöhe zu sprechen. Die Einarbeitung erfolgt am Arbeitsplatz, meist begleitet von internen Schulungen zu Vertriebstechnik und Arbeitsrecht.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle steht unter doppeltem Druck. Es gibt Vertriebsziele, meist Deckungsbeitrag, Anzahl aktiver Mitarbeiter oder Neukunden, und gleichzeitig die operative Pflicht, jeden Einsatz besetzt zu halten. Der Tag lässt sich selten planen: Ein Mitarbeiter erscheint nicht, ein Kunde meldet kurzfristigen Bedarf, ein Einsatz wird abgebrochen. Erreichbarkeit über die reguläre Arbeitszeit hinaus ist üblich, in Schichtbranchen auch am frühen Morgen oder am Wochenende über eine Rufbereitschaft.

Schwer fällt vielen die Nähe zu unangenehmen Entscheidungen: Absagen an Bewerber, Beendigung von Einsätzen, Konflikte zwischen Kunde und Mitarbeiter. Der Ton ist direkt, Kaltakquise per Telefon gehört in den meisten Häusern zum Alltag. Die Fluktuation in der Branche ist hoch, gerade in den ersten zwei Jahren. Wer bleibt, hat meist gelernt, mit Absagen umzugehen, ohne sie persönlich zu nehmen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, schwankt aber deutlich mit der Konjunktur, weil Zeitarbeit als erste auf Auftragsrückgänge reagiert. Wer im gewerblich-technischen Segment oder in der Fachvermittlung von Pflege, Medizin oder IT arbeitet, spürt konjunkturelle Einbrüche weniger. Entwicklungswege führen zur Niederlassungsleitung mit Ergebnis- und Personalverantwortung, in den Key-Account-Vertrieb mit Fokus auf Großkunden und Rahmenverträge, in die Personalvermittlung ohne Überlassung oder in interne Recruiting-Abteilungen von Unternehmen. Die erworbene Mischung aus Vertriebspraxis und Arbeitsrechtskenntnis ist auch außerhalb der Branche gut verwertbar.

Aufgaben

  • Neukunden telefonisch und im Gebiet ansprechen, Personalbedarfe aufnehmen
  • Stundensätze kalkulieren und Rahmenverträge verhandeln
  • Bestandskunden regelmäßig besuchen und Einsätze nachbetreuen
  • Stellenanzeigen schalten und Bewerber vorqualifizieren
  • Bewerbungsgespräche führen und Arbeitsverträge abschließen
  • Einsätze disponieren und bei Ausfällen kurzfristig Ersatz organisieren
  • Arbeitszeitnachweise prüfen und Lohnabrechnung vorbereiten
  • Überlassungsdauer, Equal Pay und Tarifzuordnung überwachen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung, Studium oder belastbare Berufserfahrung, auch aus anderen Feldern
  • Bereitschaft zur telefonischen Kaltakquise und zum Umgang mit Absagen
  • Belastbarkeit bei parallel laufenden, kurzfristig wechselnden Vorgängen
  • Grundkenntnisse im Arbeitsrecht, insbesondere Arbeitnehmerüberlassung, oder die Bereitschaft, sie zu erwerben
  • Führerschein Klasse B für Kundenbesuche
  • Sicheres Auftreten gegenüber Einkäufern und Produktionsleitern ebenso wie gegenüber Bewerbern

Wo man arbeitet

  • Niederlassungen von Personaldienstleistern und Zeitarbeitsunternehmen
  • Spezialisierte Personalvermittlungen für Fachkräfte
  • Interne Personalabteilungen größerer Unternehmen
  • Onsite-Büros direkt beim Großkunden

Der Weg in den Beruf

Übliche Grundlage ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Personaldienstleistungskaufmann, oder ein betriebswirtschaftliches Studium. Ebenso häufig ist der Quereinstieg mit Berufserfahrung aus Handel, Handwerk, Gastronomie oder Pflege, verbunden mit einer mehrmonatigen Einarbeitung im Betrieb. Ergänzend werden interne Schulungen zu Vertrieb und Arbeitsrecht angeboten.

Offene Stellen als Vertriebsdisponent / Personaldisponent

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