Vertriebsmitarbeiter im Innendienst
Vertriebsmitarbeiter im Innendienst betreuen Kunden vom Schreibtisch aus: Sie erstellen Angebote, erfassen Aufträge, klären Liefertermine und unterstützen den Außendienst. Der Beruf arbeitet nach innen und meist am Bestand, nicht an der Neukundengewinnung.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Vertriebsmitarbeiter im Innendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.500 € | 4.200 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.300 € | 51.600 € |
Der feste Anteil liegt im Innendienst üblicherweise bei 85 bis 100 Prozent; wo es eine Prämie gibt, macht sie selten mehr als ein Monatsgehalt im Jahr aus. Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemieindustrie liegen die Werte deutlich über denen im nicht tarifgebundenen Handel, dazu kommen Betriebsgröße, Exportanteil und technische Produktkenntnis.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?
Der Vertriebsinnendienst ist die Schaltstelle zwischen Kunde, Außendienst, Produktion und Logistik. Anfragen kommen per Telefon, E-Mail oder über Portale herein, werden geprüft, kalkuliert und in Angebote übersetzt. Danach folgt die Nachverfolgung: Wer hat das Angebot noch nicht beantwortet, wo lohnt ein Anruf, welcher Preis muss mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden. Kommt der Auftrag, wird er im ERP-System erfasst, auf Verfügbarkeit geprüft und mit einem Liefertermin bestätigt. Verzögert sich etwas, informiert der Innendienst den Kunden, bevor dieser anruft.
Dazu kommen Reklamationen, Gutschriften, Rücksendungen, Stammdatenpflege und die Vorbereitung von Terminen für den Außendienst. In vielen Betrieben betreut der Innendienst kleinere Kunden eigenständig, macht Nachfassaktionen und verkauft am Telefon mit. Der Beruf arbeitet überwiegend am bestehenden Kundenstamm; Neukundengewinnung gehört nur in Ausnahmen dazu, Personalverantwortung in der Regel nicht.
Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?
Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Büromanagement. Auch Berufserfahrung im Einzelhandel, in der Kundenbetreuung oder in der Sachbearbeitung öffnet die Tür. Quereinstieg ist verbreitet: Wer aus Handwerk, Gastronomie oder Pflege kommt, bringt Kundenkontakt und Belastbarkeit mit und lernt Warenwirtschaft und Produktwissen im Betrieb. Bei technischen Produkten zählt Sachkenntnis oft mehr als der Abschluss, weshalb auch Techniker und Facharbeiter aus der Fertigung wechseln. Ein Studium ist nicht üblich und selten gefordert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark unterbrochen. Telefon, Postfach und Kollegen aus dem Außendienst konkurrieren um Aufmerksamkeit, während parallel Angebote fertig werden müssen. Wer Ordnung im Kopf braucht, um voranzukommen, kämpft damit. Sorgfalt ist Pflicht: Ein falscher Preis oder eine vertauschte Artikelnummer kostet Geld und Vertrauen. Reklamationen bedeuten, unangenehme Nachrichten selbst zu überbringen, auch wenn der Fehler in der Logistik lag.
Die Arbeitszeiten sind vergleichsweise planbar, meist Geschäftszeiten mit Kernzeitabdeckung, Wochenendarbeit ist unüblich. Zum Monats- und Quartalsende wird es enger. Der Innendienst hat oft Umsatzziele, seltener eine hohe Provisionsquote, sodass der Zieldruck geringer ausfällt als im Außendienst. Frustrierend ist für manche die Rolle im Hintergrund: Der Abschluss wird häufig dem Außendienst zugeschrieben, während die Arbeit dahinter im Innendienst geleistet wurde. Sicherer Umgang mit ERP- und CRM-Systemen wird erwartet, Homeoffice ist teilweise möglich.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und breit über alle Branchen verteilt, besonders in Industrie, Großhandel und im technischen B2B-Geschäft. Der Innendienst ist häufig der Einstieg in den Vertrieb überhaupt: Von dort wechseln viele nach zwei bis vier Jahren in den Außendienst, ins Key-Account-Management oder in die Auftragsabwicklung mit Exportbezug. Wer bleibt, kann Teamleitung im Innendienst, Angebotskalkulation, Preismanagement oder eine Spezialisierung auf Zoll und Exportabwicklung übernehmen. Routineaufgaben wie Auftragserfassung werden zunehmend automatisiert, was den Beratungs- und Klärungsanteil der Stelle vergrößert statt sie abzuschaffen.
Aufgaben
- Angebote kalkulieren, erstellen und nachverfolgen
- Aufträge im ERP-System erfassen und Liefertermine bestätigen
- Kundenanfragen per Telefon und E-Mail beantworten
- Reklamationen bearbeiten und Gutschriften veranlassen
- Außendienst mit Terminvorbereitung und Auswertungen unterstützen
- Kunden- und Artikelstammdaten pflegen
- kleinere Bestandskunden eigenständig betreuen und telefonisch nachverkaufen
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
- sicherer Umgang mit ERP- und CRM-Systemen sowie Excel
- gutes Ausdrucksvermögen am Telefon und in schriftlicher Form
- Sorgfalt bei Preisen, Mengen und Terminen
- Belastbarkeit bei häufigen Unterbrechungen und paralleler Arbeit
- Englischkenntnisse bei Exportbezug
- Grundverständnis für die vertriebenen Produkte, bei technischen Gütern auch technisches Interesse
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen mit eigener Fertigung
- technischer Groß- und Fachhandel
- Handelsunternehmen und Importeure
- Dienstleister mit B2B-Geschäft
- Vertriebsniederlassungen internationaler Hersteller
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa als Industriekaufmann oder Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Der Einstieg gelingt ebenso mit Erfahrung aus Einzelhandel, Kundenservice oder Sachbearbeitung; Produktwissen wird im Betrieb aufgebaut. Weiterbildungen zum Fachwirt für Vertrieb oder eine Weiterbildung im Außenhandel sind die häufigsten Aufstiegsqualifikationen.
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