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Versicherung & Finanzvertrieb

Bachelor of Arts BWL

Ein betriebswirtschaftlicher Bachelor of Arts ist der übliche akademische Einstieg in den Versicherungs- und Finanzvertrieb. Absolventen beraten Privat- oder Firmenkunden, steuern Vertriebspartner oder arbeiten im Vertriebsinnendienst und Produktmanagement.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bachelor of Arts BWL verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.700 € 6.000 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.600 € 9.500 € 79.200 €

Die Werte gelten für übliche, nicht für volle Zielerreichung. Im angestellten Vertrieb der Versicherer liegt der feste Anteil meist bei siebzig bis neunzig Prozent, geregelt über den Tarifvertrag für die private Versicherungswirtschaft, im Bankvertrieb über den Tarifvertrag für das private Bankgewerbe. In der Ausschließlichkeit und im Finanzvertrieb besteht das Einkommen dagegen überwiegend oder vollständig aus Abschluss- und Bestandsprovision, weshalb ein übernommener Kundenbestand der stärkste Einzelfaktor ist.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bachelor of Arts BWL im Versicherungs- und Finanzvertrieb?

Der Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre ist kein Beruf, sondern ein Abschluss, der in mehrere Vertriebsrollen führt. Im Versicherungs- und Finanzvertrieb landen Absolventen typischerweise in drei Richtungen. Die erste ist die direkte Kundenberatung: Privatkunden zu Altersvorsorge, Kranken-, Sach- und Lebensversicherung beraten, Bedarfsanalysen erstellen, Angebote rechnen und Abschlüsse dokumentieren. Die zweite ist der gewerbliche Bereich, also Firmenkunden mit Betriebshaftpflicht, Flotten, betrieblicher Altersversorgung oder Finanzierungsfragen. Die dritte ist die Vertriebsunterstützung im Innendienst: Angebote für Vermittler kalkulieren, Kampagnen aufsetzen, Bestände auswerten, Provisionsabrechnungen prüfen, Agenturen und Makler fachlich betreuen.

Wer in der Beratung arbeitet, ist überwiegend nach außen orientiert und wird an Abschlüssen gemessen. Wer in der Vertriebssteuerung oder im Maklerservice sitzt, arbeitet nach innen, hat aber Umsatzverantwortung für ein Gebiet oder eine Partnergruppe. Führungsaufgaben kommen meist erst nach mehreren Jahren, etwa als Bezirksdirektor oder Teamleitung im Innendienst.

Wie wird man Bachelor of Arts BWL?

Das Studium dauert sechs bis sieben Semester und endet mit dem Bachelor of Arts. Es wird an Hochschulen, Fachhochschulen und in dualer Form angeboten. Für den Versicherungs- und Finanzvertrieb ist das duale Studium der klarste Weg: Versicherer und Banken bilden im Wechsel von Theoriephasen und Praxiseinsätzen aus, häufig verbunden mit der Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Wer klassisch studiert hat, steigt über Traineeprogramme ein, die zwölf bis vierundzwanzig Monate laufen und mehrere Ressorts durchlaufen. Vorausgesetzt wird Abitur oder Fachhochschulreife, für die Beratung zusätzlich die Sachkundeprüfung nach Gewerbeordnung, je nach Produktpalette auch die Qualifikation für Finanzanlagen- oder Immobiliardarlehensvermittlung. Quereinsteiger aus dem Handel oder der Ausbildung können den Bachelor berufsbegleitend nachholen, was etwa acht Semester dauert.

Was der Beruf verlangt

Der Abschluss allein verkauft nichts. In der Beratung entscheidet, ob jemand Termine bekommt und Gespräche zu Ende bringt. Zielvorgaben sind in dieser Branche üblich und werden monatlich oder quartalsweise nachgehalten, in der Ausschließlichkeitsorganisation und im Strukturvertrieb enger als im angestellten Innendienst. Kundentermine liegen häufig am späten Nachmittag und Abend, gelegentlich am Samstag. Der regulatorische Aufwand ist erheblich: Beratungsprotokolle, Dokumentationspflichten, IDD-Weiterbildungsstunden, Nachweise gegenüber der Aufsicht. Wer das für Bürokratie hält, wird unzufrieden. Dazu kommt die Vertrauensfrage, weil Vorsorge- und Anlageentscheidungen über Jahrzehnte wirken und Fehlberatung nachwirkt. Die Fluktuation ist im ersten und zweiten Jahr hoch, besonders dort, wo das Einkommen fast nur aus Provision besteht.

Aussichten

Die Nachfrage nach betriebswirtschaftlich ausgebildeten Vertriebskräften ist stabil, weil Versicherer und Banken über eine ungewöhnlich alte Altersstruktur in ihren Außendienstorganisationen verfügen und Nachfolgen für bestehende Kundenbestände suchen. Ein übernommener Bestand verändert die Einkommenslage deutlich, weil laufende Bestandsprovisionen die Abhängigkeit vom Neugeschäft senken. Entwicklungswege führen in die Firmenkundenberatung, in die Spezialisierung auf betriebliche Altersversorgung oder gewerbliche Sachsparten, in die Vertriebsleitung oder in die Steuerung von Maklerpools. Ein Master, der Versicherungsfachwirt oder eine Weiterbildung zum Financial Consultant sind übliche Aufsätze. Wer bei einem Konzern bleibt, hat tariflich abgesicherte Bedingungen; wer in den freien Vertrieb geht, hat mehr Verdienstspielraum und weniger Sicherheit.

Aufgaben

  • Bedarfsanalysen für Privat- oder Firmenkunden erstellen
  • Vorsorge-, Kranken- und Sachversicherungslösungen beraten und anbieten
  • Angebote kalkulieren und Anträge risikogerecht aufbereiten
  • Beratungsgespräche regulatorisch korrekt dokumentieren
  • Bestandskunden nachbetreuen und Verträge anpassen
  • Vermittler, Agenturen und Makler fachlich unterstützen
  • Vertriebszahlen auswerten und Kampagnen im Gebiet umsetzen

Voraussetzungen

  • Abitur oder Fachhochschulreife für den Studienzugang
  • Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre, gern mit Schwerpunkt Versicherung, Finanzdienstleistung oder Vertrieb
  • Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung für beratende Tätigkeiten
  • Sicherer Umgang mit Zahlen, Tarifwerken und Kalkulationslogik
  • Bereitschaft zu Zielvorgaben und regelmäßiger Ergebniskontrolle
  • Führerschein und Reisebereitschaft im Außendienst
  • Belastbarkeit bei Abendterminen und Ablehnungsquoten

Wo man arbeitet

  • Versicherungsgesellschaften und deren Vertriebsdirektionen
  • Banken und Sparkassen mit Vorsorge- und Anlagegeschäft
  • Versicherungsmakler und Maklerpools
  • Finanzvertriebe und Strukturvertriebsorganisationen
  • Selbstständige Agenturen der Ausschließlichkeitsorganisation

Der Weg in den Beruf

Das Bachelorstudium BWL dauert sechs bis sieben Semester und schließt mit dem Bachelor of Arts ab. Im Versicherungs- und Finanzvertrieb ist die duale Variante verbreitet, oft kombiniert mit der Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Wer klassisch studiert hat, steigt über ein Traineeprogramm von zwölf bis vierundzwanzig Monaten ein und legt parallel die erforderlichen Sachkundenachweise ab.

Offene Stellen als Bachelor of Arts BWL

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Offene Stellen
7
Monatsbrutto
2.000 – 11.000 €

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