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Versicherung & Finanzvertrieb

Finanzberater

Finanzberater beraten Privatpersonen und Selbstständige zu Vorsorge, Geldanlage, Baufinanzierung und Absicherung und vermitteln passende Produkte. Der Beruf ist eine Vertriebsrolle mit hohem Anteil an Neukundengewinnung und meist provisionsabhängiger Vergütung.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Finanzberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.000 € 2.900 € 3.800 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 4.400 € 6.000 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 6.500 € 11.000 € 78.000 €

Die Werte gelten bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung. Angestellte Berater in Banken und Sparkassen arbeiten nach Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder TVöD-S mit 80 bis 100 Prozent festem Anteil und entsprechend enger Spanne; in Ausschließlichkeitsagenturen liegt der Fixanteil oft bei 40 bis 70 Prozent, im freien Finanzvertrieb und bei Handelsvertretern nach Paragraf 84 HGB besteht das Einkommen praktisch vollständig aus Abschluss- und Bestandsprovision. Entscheidend für die Höhe sind die Größe des übernommenen Bestands und die Frage, ob Termine zugeteilt werden oder selbst akquiriert werden müssen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Finanzberater?

Finanzberater analysieren die finanzielle Situation von Privatkunden, kleinen Gewerbetreibenden oder Freiberuflern und leiten daraus Empfehlungen ab: Altersvorsorge, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung, Geldanlage in Fonds oder ETFs, Baufinanzierung, Ratenkredite. Der Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus Terminen - beim Kunden zu Hause, im Beratungsbüro, zunehmend per Video. Dazwischen liegen Bedarfsanalysen, Angebotsvergleiche, Antragsaufnahme, Rückfragen an Versicherer und Banken sowie die Dokumentation, die aufsichtsrechtlich vorgeschrieben ist.

Entscheidend für den Charakter der Stelle ist, woher die Termine kommen. In der Bank oder Sparkasse arbeitet ein Berater überwiegend mit einem zugeteilten Kundenbestand und erhält Termine aus dem System. Im freien Finanzvertrieb oder in einer Ausschließlichkeitsagentur muss ein erheblicher Teil der Kontakte selbst erzeugt werden - über Empfehlungen, Netzwerke, Veranstaltungen, Onlineanfragen. Wer neu anfängt, verbringt die erste Zeit hauptsächlich mit Akquise und nicht mit Beratung.

Wie wird man Finanzberater?

Der klassische Weg führt über eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, oft gefolgt von Weiterbildungen zum Fachwirt oder Fachberater für Finanzdienstleistungen. Ein Studium in Betriebswirtschaft oder Finanzwirtschaft ist verbreitet, aber keine Bedingung. Der Quereinstieg ist möglich und im freien Vertrieb üblich: Voraussetzung ist die Sachkundeprüfung nach Gewerbeordnung - Paragraf 34d für Versicherungsvermittlung, 34f für Finanzanlagen, 34i für Immobiliardarlehen - je nachdem, was vermittelt werden soll. Viele Gesellschaften qualifizieren Einsteiger intern und begleiten die Prüfung. Wer aus Handwerk, Pflege oder Gastronomie kommt, bringt häufig genau das mit, was zählt: Gesprächsroutine mit fremden Menschen und Belastbarkeit.

Was der Beruf verlangt

Die Vergütung ist in großen Teilen des Marktes provisionsabhängig, teils vollständig. Das bedeutet schwankende Einnahmen, besonders in den ersten zwei Jahren, und Druck, Termine zu machen, auch wenn der Kalender leer ist. Kundentermine liegen häufig abends, Informationsveranstaltungen am Wochenende. Wer selbstständig als Handelsvertreter arbeitet, trägt zusätzlich unternehmerisches Risiko und muss Storno-Haftungszeiten einkalkulieren.

Die Fluktuation im Einstieg ist hoch; ein großer Teil der Neustarter ist nach zwei Jahren nicht mehr im Beruf. Dazu kommt regulatorischer Aufwand: Beratungsprotokolle, Geeignetheitsprüfungen, Weiterbildungsnachweise von mindestens 15 Stunden im Jahr. Fachlich muss man Produkte, Steuerregeln und Marktentwicklungen laufend nachhalten. Und man braucht die Bereitschaft, in Gesprächen abzuraten - Vertrauen ist in diesem Beruf das eigentliche Betriebskapital, und ein einmal verbrannter Kunde erzählt es weiter.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend, weil die Zahl der Vermittler seit Jahren sinkt und die Altersstruktur ungünstig ist. Wer einen Bestand aufgebaut hat, verdient über Bestandsprovisionen und Folgegeschäft planbar. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung - Baufinanzierung, betriebliche Altersvorsorge, Honorarberatung -, in die Leitung einer Agentur oder Geschäftsstelle mit eigenen Beratern oder in eine angestellte Rolle bei Bank, Versicherer oder Maklerhaus. Die Übernahme eines bestehenden Bestands ist der schnellste Weg zu stabilem Einkommen und entsprechend gesucht.

Aufgaben

  • Bedarfsanalysen zu Vorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau durchführen
  • Beratungstermine bei Privatkunden, im Büro oder per Video führen
  • Angebote von Versicherern und Banken vergleichen und kalkulieren
  • Anträge aufnehmen, Unterlagen prüfen und Abschlüsse begleiten
  • Bestandskunden bei Veränderungen im Lebenslauf nachbetreuen
  • Neue Kunden über Empfehlungen, Netzwerke und Veranstaltungen gewinnen
  • Beratungsprotokolle und Geeignetheitsdokumentation erstellen
  • Eigene Weiterbildung zu Produkten, Steuer- und Rechtsänderungen nachhalten

Voraussetzungen

  • Sachkundenachweis nach Paragraf 34d, 34f oder 34i GewO je nach Tätigkeit
  • Kaufmännische Ausbildung, Studium oder nachgewiesene Sachkunde als Quereinsteiger
  • Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse für die Gewerbeerlaubnis
  • Sicheres Auftreten und Gesprächsführung mit fremden Menschen
  • Bereitschaft zu Abendterminen und schwankendem Einkommen
  • Führerschein Klasse B und eigener Pkw im Außendienst
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Fristen

Wo man arbeitet

  • Banken und Sparkassen
  • Versicherungsagenturen im Ausschließlichkeitsvertrieb
  • Freie Finanzvertriebe und Strukturvertriebe
  • Versicherungs- und Finanzmaklerbüros
  • Selbstständige Tätigkeit als Handelsvertreter
  • Beim Kunden zu Hause und im Homeoffice

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, häufig ergänzt durch eine Weiterbildung zum Fachwirt. Quereinsteiger absolvieren die IHK-Sachkundeprüfung nach Paragraf 34d, 34f oder 34i, die je nach Vorbereitung in wenigen Monaten machbar ist und oft von der Gesellschaft finanziert wird. Danach folgt eine begleitete Einarbeitungsphase von sechs bis achtzehn Monaten mit Produktschulungen und Trainings im Kundengespräch.

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