Was macht ein Business Development & Sales Manager?
Die Rolle beginnt vor dem Verkaufsgespräch. Business Development & Sales Manager prüfen, welche Märkte, Branchen oder Kundengruppen für das eigene Angebot infrage kommen, wie groß das Potenzial ist und über welchen Weg es erreichbar ist: direkt, über Partner, über Ausschreibungen. Daraus entsteht eine Zielkundenliste, und danach beginnt die eigentliche Vertriebsarbeit. Ansprechpartner recherchieren, kalt ansprechen, Erstgespräche führen, Bedarf aufnehmen, Angebote und Business Cases rechnen, Verhandlungen führen, abschließen.
Der Unterschied zum reinen Neukundenvertrieb liegt im strategischen Anteil. Wer Business Development betreibt, verkauft häufig ein Angebot, das am Markt noch nicht etabliert ist, oder erschließt ein Land, eine Branche oder ein Segment zum ersten Mal. Es gibt keinen Bestand, keine Referenzen aus dem Zielsegment und oft auch keine erprobten Argumente. Vieles muss selbst entwickelt werden: Preislogik, Nutzenargumentation, Vertriebsunterlagen. Rückmeldungen aus dem Markt gehen an Produktmanagement und Geschäftsführung zurück, und das ist ein ernsthafter Teil der Aufgabe, nicht nur ein Nebenprodukt.
Die Arbeit ist überwiegend nach außen gerichtet, findet aber heute stark in Videoterminen statt. Reisen kommen dazu, je nach Branche einige Tage im Monat bis zur überwiegenden Woche unterwegs. Personalverantwortung gehört meist nicht dazu, wohl aber die fachliche Führung von Projekten und die Zusammenarbeit mit Marketing, Technik und Recht.
Wie wird man Business Development & Sales Manager?
Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder ein technisches oder naturwissenschaftliches Fach mit anschließender Vertriebspraxis. Ein direkter Einstieg auf diese Position ist selten; die meisten kommen aus zwei bis fünf Jahren im Account Management, Inside Sales oder Consulting. Quereinstieg funktioniert vor allem über Branchenkenntnis: Wer eine Branche technisch versteht und ihre Entscheidungswege kennt, kann Vertriebsmethodik nachlernen. Der umgekehrte Weg ist schwieriger, weil die Gespräche auf Fach- und Geschäftsführungsebene stattfinden. Kaufmännische Ausbildung plus mehrjähriger Erfolg im Neukundengeschäft öffnet die Tür ebenfalls, meist in kleineren Unternehmen.
Was der Beruf verlangt
Die Trefferquote ist niedrig. Von zehn ernsthaft angegangenen Zielkunden wird selten mehr als einer Kunde, und Verkaufszyklen von sechs bis achtzehn Monaten sind normal. Wer schnelle Bestätigung braucht, hält das schlecht durch. Dazu kommt Zieldruck ohne Bestandssicherheit: Der Umsatz muss jedes Quartal neu entstehen. Ziele werden häufig auf Märkte gesetzt, die noch niemand vermessen hat, und werden entsprechend oft verfehlt.
Die Arbeitszeit ist unregelmäßig, Abendtermine und Messen an Wochenenden kommen vor, bei internationalen Gebieten auch Telefonate über Zeitzonen. Reisetätigkeit belastet das Privatleben. Die Fluktuation ist hoch, weil Unternehmen neue Segmente nach zwei erfolglosen Jahren wieder schließen. Verlässlich ist an dieser Rolle vor allem der eigene Antrieb.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und im Technologie-, Industrie- und Dienstleistungsumfeld hoch, weil Wachstum aus neuen Segmenten kommen muss. Entwicklungswege führen zum Head of Business Development, zur Vertriebsleitung mit Personalverantwortung, ins Key Account Management großer Bestandskunden oder in die Geschäftsführung kleinerer Einheiten. Auch der Wechsel in Produktmanagement oder Strategie ist möglich, weil die Marktkenntnis dort gebraucht wird. Wer Erfolge belegen kann, ist am Arbeitsmarkt gut aufgestellt.