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Account Executive

Account Executives verkaufen erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen an Geschäftskunden, meist Software oder Services im B2B-Umfeld. Sie übernehmen qualifizierte Leads, führen Verkaufsgespräche bis zum Vertragsabschluss und tragen ein persönliches Umsatzziel.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Account Executive verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.300 € 8.000 € 75.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.500 € 12.000 € 102.000 €

Die Werte enthalten den variablen Anteil bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; der feste Anteil liegt in dieser Rolle meist zwischen 60 und 75 Prozent. Einen Tarifvertrag gibt es nicht. Entscheidend sind Segment und Vertragsvolumen: Enterprise-Rollen mit langen Zyklen liegen deutlich über dem Mittelstands- oder Small-Business-Geschäft, US-geführte Softwareanbieter zahlen in der Regel mehr als deutsche Mittelständler.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Account Executive?

Der Account Executive ist die abschlussverantwortliche Rolle im B2B-Vertrieb. Er übernimmt Kontakte, die vorher meist von einem Sales Development Representative oder aus dem Marketing qualifiziert wurden, und führt sie durch den gesamten Verkaufsprozess: Erstgespräch, Bedarfsanalyse, Produktdemonstration, Angebot, Verhandlung, Abschluss. Bei größeren Deals arbeitet er mit Presales-Beratern, Legal und dem Produktmanagement zusammen, weil Sicherheitsfragen, Datenschutzanhänge und Schnittstellenthemen früh geklärt werden müssen.

Die Arbeit ist überwiegend gebietsunabhängig und läuft heute zu einem großen Teil über Videokonferenzen, Telefon und Mail. Bei Enterprise-Kunden kommen Vor-Ort-Termine, Workshops und Messebesuche dazu. Ein Account Executive betreut je nach Segment zwischen zehn und mehreren Dutzend offenen Verkaufschancen gleichzeitig und pflegt sie im CRM. Ein erheblicher Teil des Tages besteht aus Nachfassen, Terminkoordination und interner Abstimmung, nicht aus Verkaufsgesprächen. Neukundengewinnung steht im Mittelpunkt; die Betreuung nach dem Abschluss geht meist an Customer Success oder Account Management über. Führungsverantwortung gehört nicht zur Rolle.

Wie wird man Account Executive?

Es gibt keinen geregelten Ausbildungsweg. Üblich ist ein Studium in Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder einem fachlich passenden Feld, alternativ eine kaufmännische Ausbildung mit Vertriebserfahrung. Der häufigste Weg führt über die Vorstufe: zwei bis drei Jahre als Sales Development Representative oder im Innendienst, dann der Wechsel auf eine abschlussverantwortliche Position. Quereinsteiger aus dem Einzelhandel, aus der Gastronomie oder aus technischen Berufen kommen regelmäßig hinein, wenn sie Gesprächssicherheit und Belastbarkeit nachweisen können. Softwareanbieter schulen Produkt und Methodik intern, oft nach festen Verkaufsmodellen wie MEDDIC oder Challenger. Englisch ist in international aufgestellten Unternehmen Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Die Zielerreichung wird monatlich oder quartalsweise gemessen und ist transparent für alle sichtbar. Wer zwei oder drei Quartale hintereinander deutlich unter Plan liegt, gerät unter Druck; die Fluktuation in dieser Rolle ist hoch, in schnell wachsenden Softwareunternehmen besonders. Das Quartalsende bringt regelmäßig lange Tage, weil Abschlüsse in die Periode gezogen werden. Absagen gehören zum Alltag, oft nach Monaten Arbeit an einem Vorgang und ohne erkennbaren Fehler auf der eigenen Seite. Dazu kommt hohe Dokumentationsdisziplin: Was nicht im CRM steht, zählt in der Forecast-Runde nicht.

Wer strukturiert arbeitet, Rückschläge nicht persönlich nimmt und sich in fremde Organisationen hineindenken kann, kommt gut zurecht. Wer feste Aufgaben und planbare Ergebnisse braucht, wird die Rolle als anstrengend erleben.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und konzentriert sich auf Software, IT-Dienstleistungen, Industriedienstleistungen und Finanzprodukte. Nach mehreren erfolgreichen Jahren führen die Wege in das Enterprise-Segment mit längeren Zyklen und größeren Vertragswerten, in das Key Account Management mit Bestandsverantwortung, in die Teamleitung oder in Sales Enablement. Der Wechsel zwischen Branchen ist möglich, solange die Verkaufsmethodik übertragbar bleibt. Reine Neukundenjäger werden auch in wirtschaftlich schwächeren Phasen gesucht, weil Bestandsumsatz dann nicht ausreicht.

Aufgaben

  • qualifizierte Leads übernehmen und den Bedarf im Erstgespräch klären
  • Produktdemonstrationen und Workshops mit Fachbereich und IT durchführen
  • Angebote kalkulieren und Preisstrukturen mit dem Kunden verhandeln
  • Entscheiderstrukturen im Kundenunternehmen aufnehmen und bearbeiten
  • Verkaufschancen im CRM pflegen und den Forecast melden
  • mit Presales, Legal und Customer Success am Abschluss arbeiten
  • eigene Zielvorgaben pro Quartal verfolgen und nachsteuern
  • Messen und Branchenveranstaltungen für Kontaktaufbau nutzen

Voraussetzungen

  • kaufmännische Ausbildung oder Studium, entscheidend ist nachweisbare Vertriebserfahrung
  • Sicherheit in Gesprächen mit Fach- und Führungsebene
  • Verständnis für erklärungsbedürftige Produkte und technische Zusammenhänge
  • Belastbarkeit gegenüber Zieldruck und häufigen Absagen
  • strukturierte Arbeitsweise und Disziplin in der CRM-Dokumentation
  • Englisch in international arbeitenden Unternehmen
  • Reisebereitschaft im Enterprise-Segment

Wo man arbeitet

  • Softwareanbieter und SaaS-Unternehmen
  • IT-Dienstleister und Systemhäuser
  • Anbieter von Industrie- und Beratungsdienstleistungen
  • Finanz- und Versicherungsunternehmen im Geschäftskundenbereich
  • Agenturen und Medienunternehmen

Der Weg in den Beruf

Ein festgelegter Ausbildungsweg existiert nicht. Übliche Voraussetzung ist eine kaufmännische Ausbildung von drei Jahren oder ein Bachelorstudium in Wirtschaft oder Wirtschaftsinformatik, gefolgt von zwei bis drei Jahren in der Leadqualifizierung oder im Vertriebsinnendienst. Produkt- und Methodenschulungen laufen intern, häufig mit mehrwöchigem Onboarding.

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