Hörakustiker
Hörakustiker passen Hörsysteme individuell an, messen das Hörvermögen und betreuen Kunden über Jahre hinweg. Der Beruf verbindet handwerkliche Feinarbeit und Messtechnik mit Beratung und Verkauf im Fachgeschäft.
2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hörakustiker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 4.200 € | 5.500 € | 50.400 € |
Angegeben ist das übliche Gesamtgehalt einschließlich Verkaufsprämien bei normaler Zielerreichung; der feste Anteil liegt meist bei 80 bis 90 Prozent, in einzelnen Ketten mit starkem Prämienmodell auch bei rund 70 Prozent. Entscheidend sind Meisterbrief, Filialverantwortung und Region: Große Ketten zahlen häufig etwas mehr Fixum plus Prämie, inhabergeführte Geschäfte orientieren sich an den Tarifverträgen des Hörakustiker-Handwerks.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hörakustiker?
Hörakustiker arbeiten im Ladengeschäft und damit fast ausschließlich mit Kunden, die zu ihnen kommen. Am Anfang steht die Messung: Ton- und Sprachaudiometrie in der Messkabine, Beurteilung des Gehörgangs, Abklärung, ob eine ärztliche Verordnung vorliegt. Danach folgt die Beratung, und hier beginnt der vertriebliche Teil der Arbeit. Zwischen der Kassenversorgung ohne Eigenanteil und einem hochwertigen Hörsystem mit mehreren Programmen, Richtmikrofonen und Bluetooth liegen mehrere Preisstufen. Der Hörakustiker erklärt diese Unterschiede, lässt Geräte im Alltag testen und begleitet die Entscheidung.
Dazu kommt Handwerk: Ohrabdrücke nehmen, Otoplastiken herstellen oder in Auftrag geben, Geräte feinjustieren, reinigen, reparieren. Ein großer Teil der Termine sind Nachkontrollen und Serviceleistungen an Bestandskunden. Diese Betreuung ist der Kern des Geschäfts, denn Hörsysteme werden im Abstand von etwa sechs Jahren erneuert, und wer die Nachsorge gut macht, verkauft auch die Folgeversorgung. Kaltakquise gehört nicht dazu, wohl aber Kundenbindung, Terminnachverfolgung, Rückgewinnung von Interessenten nach abgebrochenem Test und in vielen Filialen auch Hörtest-Aktionen.
Wie wird man Hörakustiker?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Handwerk mit Abschluss als Hörakustiker. Der theoretische Teil findet in Blöcken an der Bundesoffenen Landesberufsschule in Lübeck statt, wo praktisch alle Auszubildenden Deutschlands zusammenkommen. Ein mittlerer Schulabschluss ist der Regelfall, viele Betriebe nehmen auch Abiturienten. Quereinstieg ist möglich, aber nicht ohne Abschluss: Wer aus Optik, Zahntechnik, Pflege oder dem Einzelhandel kommt, absolviert in der Regel eine verkürzte Ausbildung. Ohne Gesellenbrief darf niemand eigenständig anpassen. Nach der Gesellenzeit folgt für viele der Meisterbrief, der zur Leitung einer Filiale und zur Abrechnung mit den Krankenkassen nötig ist.
Was der Beruf verlangt
Die Kundschaft ist überwiegend älter, oft schwerhörig seit Jahren und manchmal skeptisch gegenüber dem Gerät und dem Preis. Gespräche brauchen Zeit, Geduld und Wiederholung; Angehörige sitzen mit am Tisch und reden mit. Wer sich schnell genervt fühlt, wenn dieselbe Erklärung dreimal fällig ist, wird hier nicht glücklich.
Die Arbeitszeiten folgen den Ladenöffnungszeiten, häufig auch am Samstagvormittag. Feinmotorik und gutes Sehen sind Voraussetzung, ebenso ein eigenes intaktes Gehör. Der Zieldruck ist in Filialketten deutlich spürbar: Stückzahlen, durchschnittlicher Verkaufspreis, Testquote und Abschlussquote werden gemessen und in Zielgesprächen besprochen. Gleichzeitig steht dem eine hohe Bindung zur Kundschaft gegenüber, die viele als das Angenehmste am Beruf beschreiben.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst mit dem Altersaufbau der Bevölkerung. Fachkräfte sind knapp, offene Stellen bleiben in vielen Regionen lange unbesetzt, und ein Wechsel zwischen Ketten und Fachgeschäften ist meist ohne Wartezeit möglich. Entwicklungswege führen über die Filialleitung, den Meisterbrief und die eigene Selbstständigkeit, alternativ in die Pädakustik, die Anpassung von Cochlea-Implantat-Zubehör oder in den Außendienst und technischen Support der Hörgerätehersteller. Auch ein Studium der Hörakustik oder Audiologie ist möglich.
Aufgaben
- Hörtests und Sprachaudiometrie in der Messkabine durchführen
- Hörsysteme auswählen, anpassen und feinjustieren
- Ohrabdrücke nehmen und Otoplastiken anfertigen
- Kunden zu Preisstufen, Kassenversorgung und Eigenanteil beraten
- Testphasen begleiten und Kaufentscheidungen zum Abschluss führen
- Bestandskunden zu Nachkontrollen und Folgeversorgung einladen
- Reparaturen, Reinigung und Serviceleistungen abwickeln
- Abrechnung mit Krankenkassen und Dokumentation der Anpassung
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Hörakustiker, für Filialleitung meist der Meisterbrief
- Mittlerer Schulabschluss als Regelzugang
- Eigenes normales Hörvermögen und gutes Sehen
- Feinmotorik für Arbeiten am Ohr und an Kleinstbauteilen
- Geduld und deutliche Aussprache im Umgang mit älteren Kunden
- Bereitschaft zu Samstagsdiensten und Ladenöffnungszeiten
- Verkäuferische Sicherheit bei höherpreisigen Versorgungen
Wo man arbeitet
- Filialen großer Hörakustik-Ketten
- Inhabergeführte Hörakustik-Fachgeschäfte
- Optiker mit angeschlossener Hörakustik
- Kliniken und HNO-Praxen mit Anpassbereich
- Hörgerätehersteller in Support und Außendienst
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung im Handwerk mit Gesellenprüfung als Hörakustiker; der schulische Teil findet in Blockform in Lübeck statt. Quereinsteiger aus verwandten Berufen können die Ausbildung verkürzen. Wer eine Filiale leiten oder sich selbstständig machen will, legt anschließend die Meisterprüfung ab.
Offene Stellen als Hörakustiker
In der Suche fortsetzenHörakustiker - Hörgeräteakustik / Kundenberatung (m/w/d)
Verwandte Berufe
Augenoptiker
Augenoptiker beraten Kunden bei der Brillen- und Kontaktlinsenauswahl, messen die Sehstärke und fertigen Brillen in der Werkstatt an. Der Beruf verbindet handwerkliche Arbeit mit Verkauf im direkten Kundenkontakt.
- Offene Stellen
- 12
- Monatsbrutto
- 2.200 – 4.800 €
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