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Kundenservice & Kundenbetreuung

Hörakustikermeister

Hörakustikermeister passen Hörsysteme individuell an, führen Hörtests durch und betreuen Kunden über Jahre hinweg. Sie tragen fachliche Verantwortung im Fachgeschäft und verbinden Handwerk, Messtechnik und Beratungsverkauf.

2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Hörakustikermeister verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.600 € 4.100 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.700 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.100 € 6.500 € 61.200 €

Der feste Anteil liegt in der Hörakustik hoch, meist bei 85 bis 95 Prozent; Prämien richten sich nach Filialumsatz und Zuzahlungsquote. Die Höhe hängt vor allem davon ab, ob ein Filialist oder ein kleiner Inhaberbetrieb zahlt, ob eine Filialleitung dazukommt und wie schwer die Stelle in der Region zu besetzen ist. Ein Flächentarifvertrag besteht für das Hörakustiker-Handwerk nicht, einzelne Betriebe orientieren sich an Empfehlungen der Innung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Hörakustikermeister?

Hörakustikermeister arbeiten im Fachgeschäft und damit nach innen: Die Kunden kommen zu ihnen, meist mit einer ärztlichen Verordnung. Der Arbeitstag besteht aus Terminen von je 30 bis 90 Minuten. Dazu gehören Anamnese und Ohrmikroskopie, Ton- und Sprachaudiometrie in der Messkabine, das Abformen des Ohres, die Auswahl geeigneter Hörsysteme und deren Feinanpassung am Rechner. Später kommen Nachkontrollen, Reinigung, Reparaturen und der Austausch nach Ablauf der Nutzungsdauer.

Der Beratungsverkauf ist ein wesentlicher Teil der Arbeit. Zwischen der Kassenleistung ohne Eigenanteil und hochwertigen Systemen liegen mehrere Preisstufen, und die Entscheidung fällt im Gespräch. Hinzu kommt die Abrechnung mit den Krankenkassen, die Dokumentation der Messwerte und die Zusammenarbeit mit HNO-Praxen, die einen großen Teil der Kunden schicken. Meister übernehmen zusätzlich Aufgaben, die Gesellen nicht ausführen dürfen: die fachliche Leitung der Betriebsstätte, die Ausbildung von Lehrlingen und häufig die Verantwortung für Umsatz, Personalplanung und Warenbestand einer Filiale.

Wie wird man Hörakustikermeister?

Der Weg beginnt mit der dreijährigen Ausbildung zum Hörakustiker, einem zulassungspflichtigen Handwerk. Der Berufsschulunterricht findet für alle Auszubildenden in Deutschland gebündelt in Lübeck statt. Danach folgt die Meisterprüfung, die in Vollzeit rund ein Jahr dauert, in Teilzeit entsprechend länger. Ohne Meistertitel oder eine gleichgestellte Qualifikation darf keine Betriebsstätte geführt werden, weshalb die Filialisten die Weiterbildung meist unterstützen oder ganz finanzieren.

Ein echter Quereinstieg ist wegen der Meisterpflicht kaum möglich. Wer aus einem anderen technischen oder medizinischen Beruf kommt, muss die Ausbildung durchlaufen, kann sie aber häufig verkürzen. Für Menschen aus Optik, Zahntechnik oder Pflege ist der Übergang inhaltlich am kürzesten.

Was der Beruf verlangt

Die Kundschaft ist überwiegend älter, oft schwerhörig seit Jahren, manchmal begleitet von Angehörigen. Gespräche brauchen Geduld, Wiederholungen und die Fähigkeit, technische Zusammenhänge einfach zu erklären. Gleichzeitig steht der Verkauf unter Beobachtung: Filialisten arbeiten mit Umsatzvorgaben, Stückzahlen und Kennzahlen zur Zuzahlungsquote. Wer Beratung und Zielvorgaben nicht in Einklang bringt, empfindet den Druck als belastend.

Die Arbeitszeiten folgen den Öffnungszeiten des Ladens, in der Regel werktags mit Samstagsdienst im Wechsel. Feinmotorik, gutes Sehvermögen und ein normales eigenes Hörvermögen sind praktische Voraussetzungen. Die Arbeit am Ohr verlangt Sorgfalt und Hygienedisziplin. Reisetätigkeit gibt es nur bei Hausbesuchen in Pflegeheimen oder in Regionalleitungsfunktionen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Altersstruktur der Bevölkerung. Meister werden von Filialisten und inhabergeführten Betrieben gleichermaßen gesucht, offene Stellen bleiben in vielen Regionen monatelang unbesetzt. Das verschafft Bewerbern eine gute Verhandlungsposition, auch bei Wechseln.

Entwicklungswege führen zur Leitung mehrerer Filialen, in die Bezirks- oder Regionalleitung, in den technischen Außendienst der Hersteller oder in Schulung und Produktmanagement. Der eigene Betrieb ist möglich, verlangt aber Kapital für Messkabine, Ladenfläche und Warenlager sowie Verträge mit den Krankenkassen. Ein anschließender Bachelor in Hörakustik oder Hörtechnik ist möglich, für die praktische Arbeit im Geschäft aber kein Erfordernis.

Aufgaben

  • Ton- und Sprachaudiometrie sowie Ohrmikroskopie durchführen
  • Ohrabdrücke nehmen und Otoplastiken anfertigen oder beauftragen
  • Hörsysteme auswählen, anpassen und am Rechner feinjustieren
  • Kunden zu Kassenversorgung und Zuzahlungsmodellen beraten
  • Nachkontrollen, Reparaturen und Wartung übernehmen
  • Abrechnung mit Krankenkassen und Dokumentation erstellen
  • Filiale fachlich leiten, Auszubildende anleiten
  • Kontakte zu HNO-Praxen und Pflegeheimen pflegen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung zum Hörakustiker
  • Meisterprüfung im Hörakustiker-Handwerk oder gleichgestellter Abschluss
  • Feinmotorik, gutes Sehvermögen und normales eigenes Hörvermögen
  • Geduld und deutliche Sprechweise im Umgang mit schwerhörigen Menschen
  • Sicherheit im Beratungsverkauf und Bereitschaft zu Umsatzverantwortung
  • Grundkenntnisse im Abrechnungswesen der gesetzlichen Krankenkassen

Wo man arbeitet

  • Filialisten der Hörakustikbranche
  • inhabergeführte Hörakustik-Fachgeschäfte
  • Kombibetriebe aus Optik und Hörakustik
  • HNO-Praxen mit angeschlossener Versorgung
  • Hersteller von Hörsystemen in Schulung und technischem Service

Der Weg in den Beruf

Zunächst die dreijährige duale Ausbildung zum Hörakustiker mit Berufsschule in Lübeck und Abschluss vor der Handwerkskammer. Darauf folgt die Meisterprüfung, in Vollzeit etwa ein Jahr, in Teilzeit zwei bis drei Jahre. Erst der Meistertitel berechtigt zur fachlichen Leitung einer Betriebsstätte.

Offene Stellen als Hörakustikermeister

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Offene Stellen
2
Monatsbrutto
2.400 – 5.500 €

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