IT-Systemkaufmann
IT-Systemkaufleute verkaufen IT-Systeme, Software und Servicevertrag-Pakete aus dem Innendienst heraus: Sie beraten Kunden technisch, kalkulieren Angebote und begleiten Projekte kaufmännisch. Der Beruf verbindet Vertrieb mit technischem Verständnis.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als IT-Systemkaufmann verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.900 € | 6.000 € | 58.800 € |
Die Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus; im IT-Innendienst liegt der feste Anteil meist bei 85 bis 95 Prozent, variabel wird häufig über Team- oder Gebietsziele ausgeschüttet. Entscheidend für die Höhe sind Betriebsgröße und Ausrichtung - Konzernnahe Hersteller und große Systemhäuser zahlen deutlich über kleinen regionalen Anbietern, ein Branchentarifvertrag existiert nicht.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein IT-Systemkaufmann?
IT-Systemkaufleute arbeiten an der Schnittstelle zwischen Technik und Verkauf, meistens im Innendienst eines Systemhauses, IT-Dienstleisters oder Herstellers. Der Arbeitstag beginnt oft mit dem Postfach: Anfragen nach Notebooks, Serverkapazitäten, Lizenzverlängerungen, Netzwerkkomponenten. Daraus werden Angebote. Das heißt Konfigurationen zusammenstellen, Preise beim Distributor abfragen, Lieferzeiten prüfen, Margen kalkulieren und das Ganze so aufschreiben, dass ein Einkäufer es versteht und ein Techniker es umsetzen kann.
Dazu kommt die Betreuung bestehender Kunden. Wer welche Lizenzen laufen hat, wann Wartungsverträge auslaufen, wo ein Gerätepark abgeschrieben ist - das nachzuhalten und rechtzeitig anzusprechen, macht einen großen Teil des Umsatzes aus. Neukundengewinnung gehört in manchen Häusern dazu, häufiger aber liegt sie beim Außendienst, den der Innendienst mit Kalkulationen, Ausschreibungsunterlagen und Terminvorbereitung versorgt. Wer im Projektgeschäft sitzt, kümmert sich außerdem um Auftragsabwicklung, Teilrechnungen, Nachträge und die Abstimmung mit Technikern und Einkauf.
Wie wird man IT-Systemkaufmann?
Der klassische Weg ist die duale Ausbildung zum Kaufmann für IT-System-Management - so heißt der frühere IT-Systemkaufmann seit der Neuordnung der IT-Berufe 2020. Sie dauert drei Jahre, findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und endet mit einer IHK-Prüfung. Betriebe erwarten meist die mittlere Reife oder das Abitur, Interesse an Technik und ordentliche Mathematiknoten.
Quereinstieg ist verbreitet und wird von Systemhäusern aktiv betrieben. Wer aus dem Einzelhandel mit Elektronikerfahrung kommt, aus dem technischen Support oder aus einem anderen kaufmännischen Innendienst, kann sich das Produktwissen im Betrieb aneignen. Hersteller- und Distributionszertifikate ersetzen dabei oft den fehlenden Fachabschluss. Ohne Bereitschaft, sich dauerhaft in Produkte, Lizenzmodelle und Cloud-Abrechnungslogiken einzulesen, funktioniert der Beruf allerdings nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit mit festen Bürozeiten, Gleitzeit ist üblich, Reisen sind die Ausnahme. Belastend ist etwas anderes: die Menge paralleler Vorgänge. Zwanzig offene Angebote, drei eskalierte Lieferverzögerungen und ein Kunde am Telefon, dessen Server steht - das ist ein normaler Dienstag. Fehler in Konfigurationen oder Lizenzstückzahlen werden teuer und fallen auf den Innendienst zurück.
Umsatzziele gibt es auch hier, meist gemeinsam mit dem zugeordneten Außendienst, oft als Team- oder Gebietsziel. Der Druck ist geringer als im Außendienst, aber vorhanden. Hinzu kommt die Halbwertszeit des Wissens: Produktlinien, Lizenzprogramme und Abomodelle ändern sich jährlich. Wer sich Neues nur widerwillig aneignet, gerät schnell ins Hintertreffen. Zum Quartals- und Jahresende ballt sich die Arbeit, Überstunden sind dann normal.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Systemhäuser suchen durchgehend Innendienstpersonal, weil der Markt wächst und die Fluktuation moderat, aber spürbar ist. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf ein Segment - Cloud-Lizenzen, Security, Public Sector und Ausschreibungen sind gesuchte Nischen -, in den Außendienst mit eigenem Gebiet, ins Key-Account-Management oder in die Leitung eines Innendienstteams. Weiterbildungen zum Fachwirt oder ein berufsbegleitendes Studium in Wirtschaftsinformatik öffnen zusätzlich Türen in Vertriebssteuerung und Produktmanagement.
Aufgaben
- Angebote für Hard- und Software konfigurieren und kalkulieren
- Einkaufspreise und Lieferzeiten bei Distributoren abfragen
- Bestandskunden telefonisch und per Mail betreuen
- Wartungs- und Lizenzverträge nachhalten und rechtzeitig verlängern
- Aufträge erfassen, abwickeln und Rechnungsstellung vorbereiten
- Den Außendienst mit Unterlagen und Terminvorbereitung unterstützen
- Ausschreibungsunterlagen zusammenstellen und Fristen überwachen
- Reklamationen und Lieferverzögerungen gegenüber Kunden klären
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im IT- oder kaufmännischen Bereich, alternativ einschlägige Vertriebserfahrung
- Technisches Grundverständnis für IT-Systeme, Netzwerke und Lizenzmodelle
- Sicherer Umgang mit ERP- und CRM-Systemen sowie Tabellenkalkulation
- Genauigkeit bei Kalkulationen und Stücklisten
- Belastbarkeit bei vielen parallelen Vorgängen
- Gutes schriftliches Deutsch, Englisch für Herstellerunterlagen
Wo man arbeitet
- IT-Systemhäuser
- Distributoren und IT-Großhandel
- Software- und Hardwarehersteller
- IT-Abteilungen größerer Unternehmen
- Managed-Service-Provider
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für IT-System-Management, dem Nachfolger des IT-Systemkaufmanns, mit IHK-Abschluss. Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist bei guten Leistungen oder Abitur möglich. Quereinsteiger aus Handel, Support oder anderem Innendienst werden über Einarbeitung und Herstellerzertifikate qualifiziert.
Offene Stellen als IT-Systemkaufmann
In der Suche fortsetzenIT-Systemkaufmann (m/w/d) – Vertriebsinnendienst
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