Kundenberatung
Kundenberatung betreut bestehende Kunden am Telefon, per E-Mail oder im persönlichen Gespräch, klärt Anfragen zu Produkten, Verträgen und Rechnungen und verkauft dabei passende Zusatzleistungen. Die Arbeit findet überwiegend am festen Arbeitsplatz statt, nicht im Außendienst.
2 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberatung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 4.000 € | 5.000 € | 48.000 € |
Der feste Anteil liegt in der Kundenberatung meist bei 85 bis 100 Prozent; variable Prämien für Verkaufs- und Rückhaltequoten machen selten mehr als ein bis zwei Monatsgehälter im Jahr aus. Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: Banken nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und Versicherungen nach dem Manteltarifvertrag für die Versicherungswirtschaft zahlen deutlich über den frei verhandelten Gehältern externer Servicedienstleister, für die teils nur der gesetzliche Mindestlohn als Untergrenze gilt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht die Kundenberatung?
Kundenberater beantworten Anfragen von Menschen, die bereits Kunde sind oder es werden wollen. Der Alltag besteht aus Telefonaten, E-Mails, Chats und je nach Branche auch aus Gesprächen am Schalter oder im Beratungsraum. Typische Anliegen sind Fragen zu Tarifen und Konditionen, Vertragsänderungen, Reklamationen, Lieferterminen, Rechnungsdifferenzen und Kündigungen. Jeder Kontakt wird im CRM- oder Ticketsystem dokumentiert, Vorgänge werden an Fachabteilungen, Technik oder Buchhaltung weitergegeben und nachverfolgt.
Die Rolle ist nach innen gerichtet und arbeitet überwiegend mit dem bestehenden Kundenbestand. Reiner Service ist sie trotzdem selten: In den meisten Unternehmen gehört zur Beratung auch der Verkauf. Wer anruft, um zu kündigen, soll gehalten werden; wer eine Frage zum Vertrag hat, bekommt einen Vorschlag für einen höherwertigen Tarif oder ein passendes Zubehör. Diese Verbindung von Betreuung und Abschluss unterscheidet die Kundenberatung von einer Hotline, die nur Auskunft gibt. Führungsaufgaben gehören zur Einstiegsrolle nicht dazu, sie kommen erst mit der Teamleitung.
Wie wird man Kundenberater?
Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Dialogmarketing, Kaufmann im E-Commerce, Industriekaufmann oder als Bankkaufmann und Versicherungskaufmann in der Finanzbranche. Diese Ausbildungen dauern in der Regel drei Jahre, im Dialogmarketing gibt es auch die zweijährige Variante als Servicefachkraft.
Die Kundenberatung ist zugleich eines der offensten Felder für Quereinsteiger. Wer aus dem Einzelhandel, der Gastronomie, der Pflege oder einem Handwerk kommt, bringt Gesprächserfahrung und Belastbarkeit mit und wird in mehrwöchigen Einarbeitungsprogrammen auf Produkte und Systeme geschult. In regulierten Bereichen wie Versicherung, Bausparen oder Anlageberatung ist zusätzlich ein Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung erforderlich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist getaktet. Erreichbarkeitszeiten, Bearbeitungszeit pro Vorgang, Lösungsquote im Erstkontakt und Verkaufsquote werden gemessen, oft tagesaktuell und für jeden im Team sichtbar. Wer damit schlecht umgehen kann, empfindet den Beruf schnell als eng. Schichtdienst ist verbreitet, Servicezeiten reichen häufig bis in den Abend und in Handel, Energie und Telekommunikation auch auf den Samstag.
Dazu kommt die emotionale Seite: Ein erheblicher Teil der Gespräche beginnt mit Ärger. Beschwerden persönlich zu nehmen, hält niemand lange durch. Die Fluktuation ist in großen Servicecentern hoch, in kleineren Fachabteilungen und im Firmenkundenservice deutlich niedriger. Körperlich fordert vor allem das lange Sitzen mit Headset und Bildschirm.
Aussichten
Der Bedarf bleibt stabil, verschiebt sich aber. Einfache Standardanfragen wandern in Selbstbedienungsportale und automatisierte Systeme ab, übrig bleiben die komplexeren Fälle und die Gespräche, in denen etwas verkauft oder ein Kunde gehalten werden soll. Damit steigen die Anforderungen an Produktwissen und Gesprächsführung, und die Rolle wird eher besser bezahlt als früher.
Entwicklungswege gibt es mehrere: Fachberatung für ein anspruchsvolles Produktsegment, Zweite-Ebene-Support, Beschwerdemanagement, Qualitätssicherung, Training neuer Kollegen oder Teamleitung. Für viele ist die Kundenberatung auch der Einstieg in den Vertriebsinnendienst oder den Außendienst, weil dort Bestandskenntnis und Gesprächssicherheit direkt verwertbar sind.
Aufgaben
- Kundenanfragen per Telefon, E-Mail und Chat beantworten
- zu Produkten, Tarifen und Vertragsbedingungen beraten
- Reklamationen aufnehmen und Lösungen abstimmen
- Vertragsänderungen, Umzüge und Kündigungen bearbeiten
- passende Zusatzleistungen und Höherstufungen anbieten
- Vorgänge im CRM- oder Ticketsystem dokumentieren
- offene Fälle mit Technik, Logistik und Buchhaltung klären
- Kündigungswünsche in Rückhaltegesprächen aufgreifen
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss, häufig kaufmännische Ausbildung
- sichere mündliche und schriftliche Ausdrucksweise in Deutsch
- Geduld und Belastbarkeit bei Beschwerden und Zieldruck
- Bereitschaft zu Schichtdienst, Abend- und teils Samstagsarbeit
- Routine im Umgang mit CRM-Systemen und mehreren Bildschirmanwendungen
- je nach Branche Englischkenntnisse
- in Finanz- und Versicherungsbereichen Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung
Wo man arbeitet
- Servicecenter und Kundendialogzentren
- Innendienst von Industrie- und Handelsunternehmen
- Banken, Sparkassen und Versicherungen
- Energieversorger und Telekommunikationsanbieter
- Dienstleister für ausgelagerten Kundenservice
- Homeoffice nach Einarbeitung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Dialogmarketing, Kaufmann im E-Commerce oder Bankkaufmann; im Dialogmarketing existiert auch die zweijährige Ausbildung zur Servicefachkraft. Quereinsteiger ohne passenden Abschluss werden häufig eingestellt und in vier bis zwölf Wochen auf Produkte, Systeme und Gesprächsleitfäden geschult. Für beratungspflichtige Finanzprodukte ist zusätzlich eine Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer nötig.
Offene Stellen als Kundenberatung
In der Suche fortsetzenWerkstudent (m/w/d) Kundenberatung - Hotelvergleich
Verwandte Berufe
Account Manager
Account Manager betreuen einen festen Kundenstamm, entwickeln bestehende Geschäftsbeziehungen weiter und verkaufen dabei zusätzliche Produkte oder Leistungen. Die Rolle arbeitet überwiegend nach außen, oft mit einem eigenen Umsatzziel pro Kunde.
- Offene Stellen
- 48
- Monatsbrutto
- 3.200 – 8.500 €
Vertriebsinnendienst
Der Vertriebsinnendienst betreut Kunden vom Schreibtisch aus: Anfragen bearbeiten, Angebote erstellen, Aufträge abwickeln und dem Außendienst zuarbeiten. Die Rolle arbeitet überwiegend nach innen und pflegt Bestandskunden.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
Bewerbung und Einstieg
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