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Account Manager

Account Manager betreuen einen festen Kundenstamm, entwickeln bestehende Geschäftsbeziehungen weiter und verkaufen dabei zusätzliche Produkte oder Leistungen. Die Rolle arbeitet überwiegend nach außen, oft mit einem eigenen Umsatzziel pro Kunde.

55 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Account Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.800 € 4.500 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.200 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 8.500 € 81.600 €

Die Werte umfassen Fixum plus variablen Anteil bei üblicher Zielerreichung; der feste Anteil liegt im Account Management meist bei 75 bis 85 Prozent. Entscheidend sind Branche und Betriebsgröße - Software, Medizintechnik und Industriegüter zahlen deutlich über Handel und Dienstleistung -, außerdem die Größe des übernommenen Bestands. Tarifbindung besteht selten, in der Metall- und Elektroindustrie kann der Tarifvertrag der IG Metall die Untergrenze setzen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Account Manager?

Ein Account Manager verantwortet eine begrenzte Zahl von Kunden über längere Zeit hinweg. Anders als im reinen Neukundengeschäft steht nicht der erste Abschluss im Mittelpunkt, sondern das, was danach kommt: Verträge verlängern, Volumen ausbauen, weitere Produkte platzieren, Reklamationen abfangen, bevor sie zum Anbieterwechsel führen. Der Arbeitstag besteht aus Kundenterminen vor Ort oder per Video, Abstimmungen mit Innendienst, Technik und Produktmanagement, Angebotskalkulationen und der Pflege von Opportunities im CRM.

Typisch sind Jahresgespräche, in denen Konditionen, Mengen und Zielvereinbarungen für die nächste Periode festgelegt werden. Vorher stehen Zahlenanalysen: Wie hat sich der Kunde entwickelt, wo liegt Potenzial, welche Preiserhöhung ist durchsetzbar. Account Manager arbeiten meist im B2B, in Branchen wie Industriegüter, IT und Software, Logistik, Medizintechnik, Verpackung oder Dienstleistung. Personalverantwortung gehört in der Regel nicht dazu, wohl aber die Führung von Projektteams ohne Weisungsbefugnis.

Wie wird man Account Manager?

Der häufigste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem technischen Fach, gefolgt von ein bis drei Jahren im Vertriebsinnendienst, im Außendienst oder im Produktmanagement. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische oder technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung, etwa zum Fachwirt oder Betriebswirt.

Quereinstiege sind möglich und in erklärungsintensiven Branchen sogar üblich: Wer aus der Werkstatt, dem Labor oder dem technischen Service kommt und die Anwendung wirklich versteht, wird häufig in die Kundenverantwortung geholt. Wichtiger als ein bestimmter Abschluss sind belegbare Vertriebsergebnisse und die Fähigkeit, sich in Einkaufsorganisationen zu bewegen. Verhandlungssicheres Englisch ist bei international tätigen Kunden Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Das Umsatzziel ist die Messgröße, und es wird quartalsweise geprüft. Ein variabler Gehaltsanteil macht diesen Druck spürbar, auch wenn Ursachen außerhalb des eigenen Einflusses liegen, etwa Lieferzeiten oder Preisanpassungen der eigenen Firma. Reisetätigkeit liegt je nach Gebiet zwischen einigen Tagen im Monat und mehreren Übernachtungen pro Woche. Messen und Kundenveranstaltungen fallen auf Abende und gelegentlich auf Wochenenden.

Schwer fällt vielen die Doppelrolle: Der Account Manager ist Interessenvertreter des Kunden im eigenen Haus und gleichzeitig für die Marge verantwortlich. Wer Konflikte meidet, gerät in Preisverhandlungen unter die Räder. Dazu kommt Verwaltungsaufwand, der unterschätzt wird - Forecasts, Berichte, CRM-Dokumentation nehmen einen guten Teil der Woche ein.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil Bestandskunden zu halten für die meisten Unternehmen günstiger ist als neue zu gewinnen. Gesucht werden vor allem Kandidaten mit Branchenkenntnis und Erfahrung in längeren Vertriebszyklen. Entwicklungswege führen zum Key Account Manager mit größeren oder internationalen Kunden, in die Vertriebsleitung mit Personalverantwortung oder in Richtung Business Development. Wer nicht führen will, kann sich über die Betreuung strategisch wichtiger Kunden fachlich weiterentwickeln und dabei ähnlich verdienen wie in einer ersten Führungsposition.

Aufgaben

  • einen festen Kundenstamm betreuen und Umsatzziele je Kunde verantworten
  • Jahres- und Konditionsgespräche mit Einkauf und Fachabteilungen führen
  • Angebote kalkulieren und Preise gegen Margenvorgaben verhandeln
  • Zusatz- und Folgegeschäft im bestehenden Kundenkreis erschließen
  • Kundenentwicklung analysieren und Forecasts erstellen
  • Reklamationen und Eskalationen im eigenen Haus koordinieren
  • Aktivitäten, Angebote und Chancen im CRM dokumentieren
  • Messen, Kundentage und Produktschulungen begleiten

Voraussetzungen

  • kaufmännische oder technische Ausbildung, häufig Studium in BWL, Wirtschaftsingenieurwesen oder Technik
  • Vertriebserfahrung im B2B, mindestens im Innendienst
  • Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit unter Zieldruck
  • Verständnis für Zahlen: Marge, Deckungsbeitrag, Preisstaffeln
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Reisen mit Übernachtungen
  • Englisch bei internationalen Kunden
  • sicherer Umgang mit CRM-Systemen und Excel

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Maschinenbauunternehmen
  • IT- und Softwarehäuser
  • Großhandel und technischer Handel
  • Dienstleister in Logistik, Personal und Finanzen
  • Hersteller von Medizin- und Labortechnik
  • Konsumgüterhersteller mit Handelskunden

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis vierjähriges Studium in Betriebswirtschaft oder einem technischen Fach, alternativ eine dreijährige kaufmännische oder technische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt. Der Einstieg erfolgt meist über den Vertriebsinnendienst oder eine Juniorposition, die Kundenverantwortung folgt nach ein bis drei Jahren. Eine geschützte Berufsbezeichnung gibt es nicht.

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