Was macht ein Mediaberater im Außendienst?
Mediaberater verkaufen Werbung. Ihre Kunden sind Autohäuser, Möbelhäuser, Handwerksbetriebe, Kliniken, Steuerberater, Gastronomen, Kommunen und Agenturen – meist mittelständische Werbetreibende in einem festen Gebiet. Verkauft werden Anzeigen in Zeitungen und Anzeigenblättern, Beilagen, Radio- und TV-Spots, Außenwerbung, Suchmaschinen- und Displaykampagnen, Social-Media-Werbung sowie Websites und Einträge in Portalen.
Der Alltag besteht aus Terminen im Gebiet, Telefonakquise zwischen den Fahrten und Vor- und Nachbereitung am Rechner. Zu einem Termin gehört, den Betrieb und seine Zielgruppe zu verstehen, Reichweiten und Preise zu erklären, ein Mediapaket zusammenzustellen und den Preis zu verhandeln. Danach folgen Angebot, Anlage des Auftrags im System, Abstimmung mit Grafik und Redaktion, Freigabe der Motive und die Kontrolle, dass die Schaltung wie vereinbart läuft. Bei Online-Kampagnen kommt ein Reporting dazu, das erklärt werden muss – oft an Kunden, die mit Klickzahlen wenig anfangen können.
Die Rolle arbeitet nach außen und mischt beides: Bestandskunden, die jedes Jahr wieder buchen und deren Etat verteidigt werden muss, und Neukunden, die aus Kaltakquise, Empfehlungen oder Recherche kommen. Führungsaufgaben gibt es erst als Teamleiter oder Verkaufsleiter.
Wie wird man Mediaberater im Außendienst?
Es gibt keinen geschützten Zugang. Klassische Wege sind die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation, zum Medienkaufmann Digital und Print oder ein Studium in Medien-, Kommunikations- oder Betriebswirtschaft. In der Praxis stellen Verlage und Vermarkter ebenso häufig Quereinsteiger ein: Menschen aus dem Einzelhandel, aus dem Innendienst, aus Gastronomie oder Handwerk, die verkaufen können und mit Ablehnung umgehen. Eingearbeitet wird meist über einige Wochen Mitfahrt, Produktschulungen und ein anfangs kleineres Gebiet. Kenntnisse in Online-Marketing sind inzwischen fast Voraussetzung, weil das Printgeschäft allein die Ziele nicht mehr trägt.
Was der Beruf verlangt
Der Zieldruck ist hoch und wird meist monatlich gemessen. Viele Häuser arbeiten mit festen Terminquoten und Umsatzvorgaben pro Woche, dazu kommen Sonderthemen und Beilagen mit engen Anzeigenschlüssen, die kurzfristig verkauft werden müssen. Kaltakquise gehört dauerhaft dazu, nicht nur am Anfang. Die Fluktuation in der Branche ist deutlich höher als im technischen Außendienst.
Gefahren wird viel, allerdings meist regional, sodass Übernachtungen die Ausnahme sind. Abendtermine und Präsenz bei Veranstaltungen, Messen und Vereinsanlässen kommen vor. Schwer fällt vielen der Preisdruck: Werbebudgets werden gekürzt, langjährige Kunden vergleichen mit Plattformwerbung, und der eigene Rabattrahmen ist begrenzt. Wer nur nett beraten, aber nicht abschließen will, hält sich in dieser Rolle nicht.
Aussichten
Die Nachfrage bleibt bestehen, verschiebt sich aber. Reine Printverkäufer werden weniger gesucht, Berater mit belegbarem Digitalwissen dagegen laufend – Regionalverlage, Radiovermarkter, Anzeigenblattgruppen und Digitalagenturen suchen fast durchgehend. Entwicklungswege führen zum Key-Account-Verkauf größerer Etats und Agenturkunden, zur Spezialisierung auf Performance-Marketing oder in die Verkaufsleitung mit Gebiets- und Teamverantwortung. Der Wechsel in die Mediaberatung auf Agenturseite oder ins Marketing eines Kunden ist ein üblicher Ausstieg.